Wetter: Nebel, 11 bis 16 °C
Werders Torwart steigert sich
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Baumann: Lob für Pavlenka

Jean-Julien Beer 02.10.2019 7 Kommentare

Applaus für die Leistung in Dortmund: Torwart Jiri Pavlenka sicherte Werder einen Punkt beim BVB.
Applaus für die Leistung in Dortmund: Torwart Jiri Pavlenka sicherte Werder einen Punkt beim BVB. (nordphoto)

Immerhin: Verletzt ausgefallen ist Jiri Pavlenka in dieser Saison noch nicht. Das war so nicht unbedingt zu erwarten, wenn man an die Wochen vor dem Trainingsstart zurückdenkt. Wegen Rückenproblemen war der Torhüter im Juni bei der tschechischen Nationalmannschaft abgereist und hatte die wichtigen EM-Qualifikationsspiele gegen Bulgarien und Montenegro deshalb verpasst. Pavlenka kam dann aber in einem so guten Zustand aus dem anschließenden Urlaub zurück, dass der Rücken – anders als im Sommer davor – kein größeres Thema mehr war. So konnte er mit seinem Torwarttrainer Christian Vander in Bremen die nächsten Schwerpunkte angehen, vor allem das sichere Mitspielen von hinten heraus war ein zentrales Thema. Und schon nach dem ersten Bundesligaspiel gegen Düsseldorf staunte der frühere Profi-Torhüter und heutige Fortuna-Vorstand Lutz Pfannenstiel über Pavlenkas Fortschritte mit dem Ball am Fuß: „Was die Spieleröffnung betrifft, ist das heute ein ganz anderer Torwart als 2017, als er von Slavia Prag in die Bundesliga kam.“

Kein Spiel ohne Gegentor

Kurioserweise lagen Pavlenkas Probleme schon gegen Düsseldorf und seither immer wieder eher im Kerngeschäft eines Torhüters, im Vereiteln von Großchancen nämlich. In keinem einzigen Spiel blieb er diese Saison ohne Gegentor, nicht mal im Pokal gegen den Oberligisten Delmenhorst. Die Datenbank des Fachmagazins „Kicker“ weist ihn rein statistisch als einen der bisher schwächsten Torhüter der Bundesligasaison aus, mit 14 Gegentoren nach sechs Spieltagen und einer Quote von 60 Prozent abgewehrter Schüsse. Dabei muss er sich den letzten Platz auch noch mit seinem Landsmann Tomas Koubek vom FC Augsburg teilen; beide rangeln in der Nationalelf-Hierarchie um den Platz hinter dem neuen Stammkeeper Tomas Vaclik vom FC Sevilla, der in der Europa League wichtige internationale Erfahrungen sammeln darf.

Auch deshalb freute sich Frank Baumann über die gute Leistung von Pavlenka in Dortmund. Dort sah der Sportchef einen „richtig guten“ Werder-Torwart, „er hat ein paar gute und wichtige Bälle gehalten.“ Den mehr als ordentlichen Gesamteindruck schmälerten diesmal aber seine vielen Fehlpässe zum Gegner oder ins Seitenaus, vor allem in der ersten Halbzeit. Was deutlich zeigt: Das optimale Spiel wollte Pavlenka in dieser Saison bisher nicht gelingen.

Kommt ein außergewöhnliches Angebot?

Ein paar außergewöhnliche Torwartleistungen werden aber nötig sein, um Werder auf dem geplanten Kurs in Richtung Europa zu unterstützen. Und auch, um sich selbst für international spielenden Klubs interessant zu machen. Schon im Sommer wurde Pavlenka in einigen Ländern als Neuzugang gehandelt, unter anderem als Ersatzkeeper in Liverpool oder bei Juventus Turin. Aber das ist nicht die Rolle, die er sucht. Bei einem außergewöhnlichen Angebot für Pavlenka wäre Werder durchaus bereit, im kommenden Sommer eine Ablöse im niedrigen zweistelligen Millionenbereich einzustreichen und sich auf der Torhüterposition insgesamt anders aufzustellen. Vielleicht waren die Paraden von Dortmund ein Schritt in diese Richtung. Schon beim wichtigen Sieg bei Aufsteiger Union Berlin hatte Pavlenka gehörigen Anteil. 


Bremen ohne Werder - das ist unvorstellbar! Und das Profiteam, das in der Bundesliga um Punkte und Tore kämpft, ist das Herzstück des Vereins. Auf dieser Seite gibt es News, Fotos und Videos rund um die Werder-Profis.