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Drobny kurz vor Wechsel zu Düsseldorf
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Baumann: „Wir wollen ihm diese Chance nicht verbauen“

Christoph Sonnenberg 10.01.2019 4 Kommentare

03.01.2019, Trainingsgelaende Randburg Football Club, Johannesburg, RSA, TL Werder Bremen Johannesburg Tag 01 im Bild / picture shows 1. Training am Donnerstag nachmittag unter der Sonne von Suedafrika Jaroslav Drobny (Werder Bremen #33) Foto ©
03.01.2019, Trainingsgelaende Randburg Football Club, Johannesburg, RSA, TL Werder Bremen Johannesburg Tag 01 im Bild / picture shows 1. Training am Donnerstag nachmittag unter der Sonne von Suedafrika Jaroslav Drobny (Werder Bremen #33) Foto © nordphoto / Kokenge (nordphoto)

Die Planung, wie es mit Jaroslav Drobny bei Werder im Sommer weiter gehen sollte, waren schon recht konkret. Sein Vertrag wäre ausgelaufen, und die Entscheidung, ob dieser um weiteres Jahr verlängert wird, soll Werder allein Drobny überlassen haben. Werder, diesen Schluss darf man daraus ziehen, war sehr zufrieden mit dem stets etwas grummelig dreinschauenden Drobny.

Sportliche Ambitionen hatte Drobny in Bremen nicht mehr. Als Nummer vier der Torhüterreihenfolge war seine Rolle die eines „sehr wichtigen Trainingspartners“, wie Sportchef Frank Baumann das vor der Saison ausdrückte. Darüber hinaus sei er „als Typ ein geschätzter Bestandteil der Mannschaft“. Fortuna Düsseldorf schätzt die Fähigkeiten des mittlerweile 39-Jährigen anders ein, der Aufsteiger steht kurz vor einer Verpflichtung des Torwarts. Dort soll er als Herausforderer des bisherigen Stammtorhüters Michael Rensing um den Status als Nummer eins antreten. Bereits am Sonntag soll Drobny für die Fortuna beim Telekom-Cup gegen Bayern auflaufen. Ein Transfer, der ohne Zweifel eine Überraschung ist.

Am Donnerstagabend verließ Drobny Werders Trainingslager in Südafrika vorzeitig und reiste von Johannesburg nach Düsseldorf. An diesem Freitag soll dort der Medizincheck stattfinden. „Er hat sich in den vergangenen Jahren immer in den Dienst des Teams gestellt. Wir sind mit Fortuna Düsseldorf in Gesprächen, von denen die Anfrage kam. Wir sind auf dieser Position mit drei Keepern sehr gut besetzt und wollen ihm diese Chance nicht verbauen", sagte Baumann. Der Sportchef sieht in Stammkeeper Jiri Pavlenka, Ersatzmann Stefanos Kapino und Nachwuchstorhüter Luca Plogmann eine „sehr gute Mischung“. Deshalb wird Werder laut Baumann auch keinen neuen Torhüter als Drobny-Ersatz verpflichten.

Mitspieler schätzen seinen Humor

Sein letzter Einsatz ist etwa zwei Jahre her. Am 21. Januar 2017, Alexander Nouri war Trainer, flog Drobny bei der 1:2-Niederlage gegen Dortmund vom Platz. Als die Sperre nach drei Spielen beendet war, hatte ihn Felix Wiedwald als Nummer eins abgelöst. Diesen Status erkämpfte sich Drobny, der das Wort Beton auf seinen Torwarthandschuhen trägt, nicht mehr zurück. Beliebt war er trotzdem, besonders die jungen Spieler scharten sich um ihn. Auch Baumann findet es schade, dass Drobny nun geht: „Wir haben sehr gerne mit ihm zusammengearbeitet, er hat immer für Leben in der Mannschaft gesorgt." Dennoch sieht er den Abgang nicht als Schwächung, „weil die Mannschaft an sich funktioniert. Ich mache mir keine Sorgen, dass da was verloren geht.“

Journalisten begegnet Drobny stets mit humorloser Abneigung. Einen einzigen Medientermin hat er in zweieinhalb Jahren bei Werder wahrgenommen, danach war eisiges Schweigen. In der Mannschaft hingegen war er geschätzt für seinen Humor. Die Fortuna darf sich also auf einen Spaßvogel freuen.



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