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Werders Hybridrasen kein Grund für Verletzte
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„Der Härtegrad hat sich nicht verändert“

Jean-Julien Beer 18.09.2019 0 Kommentare

(nordphoto)

Der Verdacht liegt auf den ersten Blick nahe, dass der im Sommer neu eingesäte Rasen im Weserstadion und auf dem Trainingsplatz etwas mit den vielen Muskel-, Sehnen- und Knieverletzungen bei Werder zu tun haben könnte. Zumal die Arbeit an diesem Hybridrasen die einzige größere Veränderung war, die es im Sommer bei Werder gab – bevor das Verletzungspech der Reihe nach bis zu zehn Spieler aus dem Verkehr zog.

Auch Werder hat sich darüber natürlich Gedanken gemacht. Doch Hybrid bedeutet eben auch, dass der Rasen aus Naturgräsern und einem künstlichen Anteil besteht; in diesem Sommer wurde sowohl im Stadion als auch auf dem Trainingsplatz nur der natürliche Anteil neu eingesät, wie Werders Sportchef Frank Baumann erklärt, „der künstliche Anteil blieb bestehen“. Der eigentliche Untergrund und die künstlichen Halme blieben also unverändert.

Keine logische Erklärung

„Der Härtegrad des Bodens oder der Untergrund haben sich also nicht verändert“, sagt Baumann. Deshalb wäre es keine logische Erklärung, wenn der Rasen jetzt plötzlich zu Verletzungen führen würde; dieser Hybridrasen wird bereits im dritten Jahr von Werder benutzt, bisher gab es nie irgendwelche Probleme. „Im Stadion selbst hatten wir seitdem zudem nur vier Spiele und haben kaum dort trainiert“, erklärt Baumann, „auf dem Trainingsplatz wurde auch nur der natürliche Anteil des Rasens im Sommer erneuert, vom Härtegrad hat sich auch hier im Vergleich zum Vorjahr nichts verändert.“

Gegen einen Zusammenhang mit dem Hybridrasen spricht auch, dass einige Verletzungen auf anderen Plätzen entstanden – zum Beispiel im Trainingslager oder zu Beginn der Vorbereitung, als Werder die frisch eingesäten Plätze noch gar nicht benutzen konnte und auf normale Rasenplätze ausweichen musste.

So lief es bei Bayern und Köln

Der Hybridrasen wird in der Bundesliga dennoch kritisch beäugt. Der FC Bayern spielte und trainierte unter Pep Guardiola auf dem eigens neu verlegten Untergrund, beklagte in dieser Zeit aber überdurchschnittlich viele Verletzte. Nach dem Abgang von Guardiola wurde der Hybridrasen wieder entfernt, seither gab es nur noch die gewöhnlich durchschnittliche Zahl an Verletzten. Ein anderes Beispiel ist der 1. FC Köln: Als am Geißbockheim in der Saison 2017/18 die Zahl der Verletzungen rasant zunahm, geriet der dort gerade neu verlegte Hybridrasen schnell in Verdacht. Die Kölner ließen den Rasen aber liegen – und hatten in der Folgesaison keine größeren Verletzungsprobleme mehr. Ob sich Sehnen und Gelenke der Profis erst an den Untergrund gewöhnen mussten, wurde vereinsintern beim 1. FC Köln diskutiert, ließ sich aber nie belegen.

Borussia Dortmund übrigens benutzt im Training verschiedene Untergründe: Naturrasen und Hybridrasen. Je nachdem, auf welchem Untergrund auswärts gespielt wird, trainiert die Mannschaft auf dem entsprechenden Rasen. Vor Spielen in Bremen wird in Dortmund also auf Hybridrasen trainiert.


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