Wetter: wolkig, 9 bis 15 °C
Zurückgeblättert: 14. Juli 1984
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

„Dritte Verhandlungsrunde Völler/Werder“

(wkf) 16.07.2019 0 Kommentare

(Archiv WESER-KURIER)

Der WESER-KURIER schrieb am 14. Juli 1984:

Die Verhandlungen sind ähnlich mühsam wie im gerade überstandenen Tarifstreit, wenngleich es um ganz andere Konditionen geht: „Zwei Gesprächsrunden haben keine Annäherung gebracht, Anfang nächster Woche treffen wir uns wieder", berichtete Werders Manager Willi Lemke, der sich seit Monaten permanent und seit wenigen Tagen intensiv bemüht, seinen Star Rudi Völler zu einer Vertragsverlängerung bis 1987 zu bewegen. Die „spanische Gefahr" in Gestalt des mit Millionen lockenden FC Barcelona ist inzwischen offenkundig überwunden, doch Rudi Völler scheint deswegen nicht geneigter, sich längerfristig an Werder zu binden. „Ihm wäre, wenn überhaupt, eine Vertragsverlängerung nur bis 1986 lieber", berichtete Lemke von den Verhandlungen mit Völler, der dabei offenkundig beweist, daß er sehr gut auch ohne seinen früheren Berater Holger Klemme auskommt.

Zweifellos geht es in den Gesprächen nicht nur um die Dauer des Vertrages. Rudi Völler, ohnehin mit rund einer halben Million Mark Jahreseinkommen in Bremen weitaus am höchsten dotiert, möchte sich finanziell verbessern. Da das wohl nicht über den Vereinsetat zu schaffen ist, hat Lemke bereits eine Gruppe finanzstarker Werder-Freunde mobilisiert. Gewiß ist auch, daß der 24jährige sehr präzise Vorstellungen über die Ablösekonditionen bei einem eventuellen Wechsel hat. Derzeit sind ihm bereits 50 Prozent aller Ablösebeträge zugesichert, die eine Million Mark übersteigen. Lemke gestern: „Ich fürchte, daß wir uns nicht vor August einig werden. Wenn ich es bis dahin nicht schaffe, müssen wir eben die Entwicklung bis zum nächsten Frühjahr abwartenl"

Entschieden ist hingegen ein anderes Thema: Die Profikarriere von Uwe Bracht hat ihr Ende gefunden. Der 31jährige warf am zweiten Trainingstag das Handtuch, chronische Beschwerden an den Achillessehnen stoppten ihn endgültig. „Er ist zweimal operiert worden, ohne daß eine Besserung eintrat„, bestätigte Vereinsarzt Dr. Wiedenmann, der Bracht in den letzten Monaten nicht mehr behandelt hatte. Doch auch Orthopäde Dr. Hartmann war gegen die ständigen Schmerzen machtlos. Uwe Bracht: „Ich habe immer wieder angefangen, jetzt ist Schluß!“ Werder wie auch Bracht wollen Antrag auf Sportinvalidität stellen, über den ein Gutachterausschuß entscheiden wird. Wird dem Antrag stattgegeben, fließen beiden Seiten sechsstellige Versicherungssummen zu. Werder dürfte die zu erwartenden rund 250.000 Mark für eine Neuverpflichtung beiseite legen, auf die Trainer Rehhagel nun gewiß noch mehr drängen wird. Denn der Fußballlehrer macht seit längerem keinen Hehl daraus, daß er die derzeitige Personaldecke für sehr knapp bemessen hält. Auch die sportliche Zukunft von Ruländer und Gruber, mit dem frühestens im Spätherbst wieder zu rechnen ist, gilt als derzeit nicht gesichert.

Abgesichert wurden gestern hingegen einige Termine: Werders Pokalspiel in Bremerhaven beim OSC findet endgültig am Sonntag, 2. September, 15 Uhr, statt, damit ging man dem verkaufsoffenen Sonnabend aus dem Weg. Außerdem bestätigte der DFB in drei Fällen Werders Anträge auf Vorverlegung von Bundesligaspielen: Die Heim-Begegnungen gegen Uerdingen (24. August), Bochum (2. November) und Dortmund (7. Dezember) finden jeweils schon Freitag abend, 20 Uhr, statt.

Das hochauflösende PDF der originalen Zeitungsseite von damals gibt es hier (bei iOS den Link länger gedrückt halten).


Bremen ohne Werder - das ist unvorstellbar! Und das Profiteam, das in der Bundesliga um Punkte und Tore kämpft, ist das Herzstück des Vereins. Auf dieser Seite gibt es News, Fotos und Videos rund um die Werder-Profis.