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Was gegen Köln funktionierte - und was nicht
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Ein Spielzug vom Reißbrett

Christoph Bähr 21.07.2019 2 Kommentare

(nordphoto)

Jonas Hector, Rafael Czichos und Lasse Sobiech schauten sich für einen kurzen Moment ratlos an. Sie zuckten mit den Schultern. Da war nichts zu machen, sollte das wohl heißen. Und da war tatsächlich nicht viel zu machen. Zu dritt hatten sich die Kölner Verteidiger Josh Sargent entgegen gestellt, doch der Werder-Stürmer setzte sich mit einer Vehemenz gegen die Gegenspieler durch, gegen die kaum etwas auszurichten war. Im Abschluss blieb der 19-Jährige dann auch noch eiskalt und erzielte den 1:0-Siegtreffer gegen den 1. FC Köln. Dieses Tor war der Glanzpunkt aus Bremer Sicht beim Blitzturnier in Lohne am Sonnabend. „Josh hat das wirklich gut gemacht“, lobte Trainer Florian Kohfeldt.

Es gab allerdings auch einige Dinge bei Werder, die bis zum Saisonstart noch besser werden müssen. Die 0:1-Niederlage gegen den Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück zum Auftakt des Turniers kann man da sogar ausklammern, denn in der Partie trat eine verstärkte U23 für die Bremer an. Doch auch gegen Köln hatte Werder etwa Probleme damit, gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Das habe daran gelegen, dass der Gegner seine Mannschaft mannorientiert zugestellt habe, sagte Kohfeldt, dem zudem das Gegenpressing seiner Elf nicht gefiel.

Pavlenka rettet stark

Die Kölner wirkten speziell in der ersten Hälfte der 60-minütigen Partie bissiger und spritziger. Die rund 4000 Zuschauer bekamen viele harte Zweikämpfe und einige Fouls zu sehen. In der fünften Minute rettete Torwart Jiri Pavlenka stark gegen Simon Terodde. Anschließend kam der Kölner Angreifer zu Fall, und Werder hatte Glück, dass es keinen Elfmeter gab. „Die Viererkette musste sich erst einmal finden. In der Szene stimmte die Abstimmung in der Innenverteidigung nicht“, analysierte Kohfeldt. Dennoch war der Coach froh, dass er gegen den Bundesliga-Aufsteiger erstmals die Viererkette aufbieten konnte, die wohl auch beim Pflichtspielstart auf dem Feld steht. Theodor Gebre Selassie, Marco Friedl, Niklas Moisander und Ludwig Augustinsson bildeten die Abwehrformation. Sie fanden sich mit zunehmender  Spieldauer besser zurecht und ließen nicht mehr viele Möglichkeiten zu.

In der Offensive agierte Werder mit einem Dreiersturm aus Milot Rashica, Yuya Osako und Niclas Füllkrug, der auf der ungewohnten Rechtsaußenposition zum Einsatz kam. Das Wechselspiel zwischen Osako und Füllkrug habe jedoch nicht wie gewünscht funktioniert, sagte Kohfeldt. Eigentlich hatte er sich durch die kopfballstarken Stürmer mehr Präsenz nach Flanken erhofft, doch davon war nichts zu sehen. „Daran müssen wir arbeiten, aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung normal“, erklärte Kohfeldt.

Überhaupt war der Trainer insgesamt zufrieden nach dem Auftritt in Lohne. „Darüber bin ich fast ein bisschen traurig“, sagte Kohfeldt lachend. „Der Moment, in dem ich mal richtig dazwischen hauen muss, ist immer noch nicht gekommen.“ Die Mannschaft zieht also mit, setzt das um, was der Trainer verlangt. Das beste Beispiel dafür war der Treffer von Josh Sargent. Erst am Freitag hatte Kohfeldt mit seinen Spielern den Spielaufbau aus der Abwehr heraus trainiert. Genau solch ein einstudierter Angriff führte dann tatsächlich zum Erfolg.

Pavlenka chippte den Ball zwischen die gegnerischen Linien auf Rashica. Dieser bediente Osako, der den eingewechselten Sargent mit einem langen Ball einsetzte. Ein Traum für jeden Trainer, wenn etwas Einstudiertes derart gut funktioniert. „Das hat mich natürlich sehr gefreut“, betonte Kohfeldt.

Verstärkte U23 verliert

Auch für die Mannschaft, die gegen Osnabrück verlor, hatte er aber Lob übrig: „Sie war nicht eingespielt und hat trotzdem gut dagegen gehalten.“ Neben Ersatztorwart Stefanos Kapino, den erfahrenen Stürmern Claudio Pizarro, Fin Bartels und Martin Harnik sowie Johannes Eggestein, der erst vor wenigen Tagen ins Training eingestiegen war, kamen nur U23-Akteure zum Einsatz. Das junge Team musste sich Osnabrück verdient mit 0:1 beugen. Das einzige Tor der Partie erzielte Kevin Friesenbichler in der 19. Minute, danach verhinderte Kapino einige Male Schlimmeres.

Aufgrund dieser Auftaktniederlage reichte es für Werder übrigens auch nicht zum ersten Platz beim Blitzturnier in Lohne. Der Sieg ging an den 1. FC Köln, der im ersten Spiel das Tages mit 3:0 gegen Osnabrück gewonnen hatte. Florian Kohfeldt konnte damit leben. Er war insgesamt zufrieden mit dem Auftreten seiner Mannschaft, schien aber auch nicht unglücklich darüber zu sein, dass es noch einige Dinge gibt, an denen er mit seinen Spielern im Trainingslager in Grassau arbeiten kann.


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