Wetter: wolkig, 7 bis 15 °C
Bundesliga-Kolumne von Born
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Es gibt keinen Grund, nervös zu werden

Jürgen L. Born 25.11.2018 0 Kommentare

(Mein Werder)

Drei Niederlagen in Folge sind für Fans und Verein nicht berauschend, aber Niederlagen gehören zum Geschäft. Sie sind unangenehm, die Platzierung in der Tabelle wird weniger attraktiv. Aber es bringt nichts, dem nachzutrauern. Was sehr wohl etwas bringt, ist die Analyse, wie es dazu kommen konnte.

In den ersten acht Spielen der Saison hat die Mannschaft brilliert: enge Ballführung, saubere Technik, Laufbereitschaft, die Spieler hatten Selbstbewusstsein und das Glück, das entscheidend ist, um Spiele zu gewinnen. In den letzten drei Spielen, der Serie von Niederlagen, fehlten mir die Ideen im Spiel. Technische Fehler führten dazu, dass der Ball viel zu schnell wieder beim Gegner war. Und plötzlich fehlte auch das Glück. Glück kann man nicht trainieren, wohl aber mit Fleiß und harter Arbeit die Wahrscheinlichkeit erhöhen.

Ich bin überzeugt, dass in Freiburg die Wende gelingt. Dennoch muss man auch das Szenario im Kopf haben, dass es nicht gelingt zu gewinnen. Wenn es eine weitere Niederlage gibt. Wir würden dann ein wenig in Not geraten, es wäre eine ungewünschte Situation. Eine Woche danach kommt der FC Bayern nach Bremen, eine eher schwere als leichte Aufgabe.

Ein Problem des Kopfes

Klappt es auch in Freiburg nicht mit einem Erfolg, wäre aus meiner Sicht psychologische Arbeit gefragt: Wenn der Ball bei der Annahme zu weit vom Fuß springt, wie das zuletzt häufiger zu sehen war, ist das für mich ein Problem des Kopfes, nicht des Fußes. Fußballspielen können die Jungs alle, das haben sie oft genug bewiesen. Die Nerven müssen fit sein. Es gibt einiges, was mir Mut macht. Wir haben ein hervorragendes Trainer-Team, um das uns viele Vereine beneiden. Sie haben in den ersten Spielen der Saison immer Lösungen für Probleme gefunden, das wird jetzt wieder so sein. Der Kader ist von hoher Qualität, es gibt genügend Spieler, die Verantwortung übernehmen. Wichtig ist auch die Harmonie in der Mannschaft. Dass es im Team stimmt, ist von außen zu erkennen. Die 19 erzielten Saisontreffer sind von elf verschiedenen Torschützen erzielt worden. Das zeigt: Niemand nimmt eine herausragende Rolle ein.

Die Mannschaft funktioniert als Kollektiv, eine wichtige Voraussetzung für Erfolg. Natürlich gibt es Spieler, die wichtiger sind als andere, weil sie über besondere individuelle Fähigkeiten verfügen. Max Kruse und Davy Klaassen sind solche Typen. Es ist wichtig, dass sie ihr Selbstvertrauen zurückbekommen. Auch das ist ein Grund, weshalb die erfolgreiche Serie endete. Wird Kruse aus dem Spiel genommen, weil sich mal wieder zwei Gegner auf ihn stürzen, gerät unser Spiel ins Stocken. Und Klaassen, für mich eine absolute Granate, scheint auch derzeit etwas nachdenklich geworden zu sein. Aber das wird sich bald wieder ändern.

Es gibt also keinen Grund, nervös zu werden. Wir stehen in der Tabelle immer noch gut da, stehen für eine attraktive Spielweise. Die Verantwortlichen machen einen guten Job, bewahren die Ruhe. So muss es sein. Die Mitgliederversammlung am Montag wird in Ruhe über die Bühne gehen, mit der Wiederwahl des Vereins-Präsidiums Dr. Hubertus Hess-Grunewald, Axel Plaat und Jens Höfer. Das ist ein wichtiges Signal: Werder ist gut für die Zukunft aufgestellt.

Zur Person:

Jürgen L. Born (78) war von 1999 bis 2009 Vorsitzender der Geschäftsführung bei Werder Bremen. Neben Thomas Eichin, Jörg Wontorra, Lou Richter und Klaus-Dieter Fischer schreibt Born in unserer Zeitung, was ihm im Bundes­liga-Geschehen aufgefallen ist.

Hier gibt es die Umfrage zum Spiel:


Bremen ohne Werder - das ist unvorstellbar! Und das Profiteam, das in der Bundesliga um Punkte und Tore kämpft, ist das Herzstück des Vereins. Auf dieser Seite gibt es News, Fotos und Videos rund um die Werder-Profis.