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Kruses Top-Leistungen machen Harnik Sorgen
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„Es ist schwer, ihn in dieser Form zu halten“

Christoph Bähr 31.03.2019 11 Kommentare

(nordphoto)

Nach Werders 3:1-Sieg gegen Mainz machte eine Statistik die Runde, die Max Kruse ausgesprochene Freude bereiten dürfte. Seit dem 22. Februar war der Bremer Kapitän an zehn Toren seiner Mannschaft beteiligt. Das allein ist schon beeindruckend, doch die Fußballstatistiker von Opta setzten diesen Wert in Relation. Sie schauten sich die besten fünf europäischen Ligen an und stellten fest, dass in besagtem Zeitraum kein Spieler so viele Torbeteiligungen aufzuweisen hat wie Kruse. Knapp hinter dem Bremer folgt ein gewisser Lionel Messi, der bei neun Treffern des FC Barcelona seine Füße im Spiel hatte.

Derartige Vergleiche sind ebenso schön wie fragwürdig. Es ist aber zumindest nicht maßlos übertrieben, dass selbst ein Messi Werder in den jüngsten Spielen kaum mehr geholfen hätte als Kruse. Der 31-Jährige trifft, bereitet vor und ist auf dem Platz omnipräsent. „Max hat gegen Mainz ein Topspiel gemacht. Er hat ein unglaublich gutes Gespür für Räume und Positionen“, schwärmte Trainer Florian Kohfeldt. Sportchef Frank Baumann sagte: „Max kann immer ein Spieler sein, der den Unterschied ausmacht.“

Solch ein Spieler war Kruse in den vergangenen Wochen in schöner Regelmäßigkeit. Dazu harmoniert er momentan perfekt mit Milot Rashica. Kruse hat – wie einst mit Fin Bartels – wieder einen kongenialen Partner gefunden, den er mit seinen Pässen in die Tiefe des Raumes schicken kann. „Im Moment hat Max einen richtig guten Lauf, profitiert aber auch davon, dass es in der Mannschaft insgesamt funktioniert“, betonte Baumann. Soll heißen: Kruse ist auch deswegen so gut, weil bei Werder alles auf ihn zugeschnitten ist, die Lauf- und Passwege aufeinander abgestimmt sind und die anderen auch die Drecksarbeit für ihren Kapitän übernehmen.

Harnik macht sich Sorgen

„Ich kenne Max. Er weiß, was er an Werder hat“, sagte Martin Harnik. Der Sturmkollege ist ein Kumpel Kruses, beide kickten schon in der Jugend zusammen beim SC Vier- und Marschlande. Harnik dürfte ganz gut wissen, was derzeit in Kruse vorgeht. Der Werder-Kapitän muss bald über seine Zukunft entscheiden. Kruses Vertrag läuft aus. Er würde sich sehr freuen, wenn Kruse bliebe, unterstrich Harnik. Und dann sagte er noch ein paar interessante Sätze über seinen Kumpel: „Max ist ein überragender Pokerspieler. Wenn es auf die Zielgerade geht, kommt er in absolute Topform. Es ist brutal schwer, ihn in dieser Form zu halten. Ich glaube, dass das eine oder andere gute Angebot auf den Tisch kommt.“

Die Gefahr, dass Werder seinen wichtigsten Spieler verliert, ist demnach nicht gerade klein. Trainer Florian Kohfeldt betonte zwar, dass er von einem Verbleib Kruses ausgehe, „es sei denn Barcelona ruft an.“ Gerade erst berichtete der TV-Sender Sky jedoch, dass die Topklubs Tottenham Hotspur und Inter Mailand an Kruse interessiert sein sollen. „Es ist eine schwierige Entscheidung für ihn“, sagte Harnik. „Für Werder spricht, dass er ein unglaubliches Standing hat. Für uns ist er als Spieler und als Mensch sehr wichtig. Mit dem Trainer hat er einen großen Förderer.“ Die Liste mit Gründen pro Werder sei also lang, doch Harnik sagte auch ganz offen: „Es gibt ebenfalls Argumente für andere Vereine.“

Wenn Kruse so stark spielt wie etwa gegen Mainz, werden die Interessenten zudem nicht weniger. Sportchef Baumann glaubt dennoch, dass die guten Leistungen des Kapitäns Werders Ausgangssituation stärken und nicht schwächen. „Es müssen noch Gespräche geführt werden, aber ich glaube, dass uns solche Spiele wie gegen Mainz sehr helfen“, betonte Baumann und lag damit sicherlich nicht falsch: Schließlich hat Kruse das große Ziel, ab dem Sommer international zu spielen.


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