Wetter: wolkig, 7 bis 15 °C
Fanklub „27801“
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Faustballer im Werder-Fieber

Christoph Bähr 02.01.2019 0 Kommentare

(privat)

Für diese Absage hatten alle Verständnis. Eigentlich wollte Frank Baumann schon 2017 zur Jahreshauptversammlung des Werder-Fanklubs „27801“ kommen, doch Werders Sportchef war verhindert. Just an dem Tag entließen die Bremer ihren Trainer Alexander Nouri. Als Ersatz sprang der frühere Werder-Boss Jürgen L. Born kurzfristig ein und unterhielt die Fanklubmitglieder bestens. 2018 holte Baumann seinen Besuch nun nach. „Er war sehr aufgeschlossen und hat sich viel Zeit genommen, obwohl er am nächsten Morgen schon wieder im Flugzeug sitzen musste“, erzählt Fanklub-Präsident Ingo Kläner. Neben Baumann und Born waren auch schon Klaus Filbry, Klaus-Dieter Fischer, Klaus Allofs, Thomas Eichin und Manfred Müller bei dem Fanklub in der Gemeinde Dötlingen (Landkreis Oldenburg) zu Gast.

Diese namhafte Liste zeigt, dass der Fanklub „27801“ eine gewisse Bedeutung hat, und das liegt vor allem an seiner Größe. 1780 Mitglieder sind es aktuell. „Es gibt keinen größeren Werder-Fanklub“, sagt Kläner stolz. Die Geschichte des größten Werder-Fanklubs begann nicht etwa beim Fußball, sondern beim Faustball. Und sie begann auch nicht in Bremen, sondern in Brettorf, einer Faustball-Hochburg in der Gemeinde Dötlingen. Bei den Spielen des mehrfachen Deutschen Faustball-Meisters TV Brettorf beschlossen acht Männer im Jahr 2001, dass sie neben ihrer Faustball-Leidenschaft auch ihre Liebe zu Werder offensiv vertreten wollten. Also gründeten sie den Werder-Fanklub „27801“ – der Name ist die Postleitzahl der Gemeinde Dötlingen. „Die meisten Faustballer sind auch Fußballfans“, sagt Ingo Kläner, einer der Fanklub-Gründer und inzwischen „27801“-Präsident.

17 Jahre nach der Gründung ist Brettorf immer noch das Zentrum der Aktivitäten, doch der Fanklub zählt längst mehr Mitglieder als der Dötlinger Ortsteil Einwohner hat.  Wie kam es dazu, dass aus ein paar Kumpels, die den Fanklub gründeten, ein ganzes Heer grün-weißer Anhänger wurde? „Wir haben früh festgestellt, dass Veranstaltungen einen regen Zuspruch haben. Und wir haben uns einen guten Ruf erarbeitet“, berichtet Kläner. Der Fanklub organisiert so einiges: Kohlfahrten, Knipp-Essen, Auswärtsfahrten, Kinderprogramm.

Sozial eingestellter Fanklub

Besonders die Kinderfahrten zu Werder-Spielen liegen Kläner am Herzen. „Wenn Werder nicht so gut dasteht, werden Kinder schnell mal Bayern- oder Dortmund-Fan. Wir wollen sie von Werder überzeugen“, unterstreicht er. Auch der soziale Aspekt kommt nicht zu kurz. „Finanziell schwächer gestellte Mitglieder erhalten regelmäßig Freikarten für ihre Kinder“, sagt der Fanklub-Präsident. Einem schwerkranken Jungen aus Dötlingen ermöglichten Kläner und seine Mitstreiter vor einigen Jahren ebenfalls den Stadionbesuch.

Kläner ist froh, dass er aktuell nicht mehr ganz so viel Überzeugungsarbeit bei den Kindern leisten muss wie noch in den vergangenen Jahren, als der Abstiegskampf die Realität seines Lieblingsvereins bestimmte. „Werder ist auf einem sehr guten Weg“, findet er. „Wir haben einen guten Trainer und einen guten Sportchef. Die Art des Fußballes kommt auch gut an.“ Das macht es dem Fanklub-Präsident deutlich leichter, neue Mitglieder zu werben. Sogar bei Auswärtsfahrten hat Kläner immer ein paar Mitgliedsanträge dabei, er hat schon mehrfach neue Mitglieder auf Parkplätzen zwischen den Bussen angeworben. Kläner kann eben sehr überzeugend sein, und er hat gute Argumente: „Über uns als Fanklub kommt man leichter an Karten, und unser günstiger Jahresbeitrag von fünf Euro trägt natürlich auch dazu bei, dass wir so viele Mitglieder haben.“


Bremen ohne Werder - das ist unvorstellbar! Und das Profiteam, das in der Bundesliga um Punkte und Tore kämpft, ist das Herzstück des Vereins. Auf dieser Seite gibt es News, Fotos und Videos rund um die Werder-Profis.