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Wie Werder Moisander ersetzen könnte
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Friedl und der Dortmund-Plan

Stefan Rommel 01.05.2019 3 Kommentare

(nordphoto)

In der Innenverteidigung ist in dieser Bremer Saison viel Bewegung, nur im Angriff rotiert Florian Kohfeldt ähnlich gerne und oft. Der Posten des rechten Innenverteidigers ist hart umkämpft, Milos Veljkovic und Sebastian Langkamp wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit ab. Nur Niklas Moisander ist gesetzt und damit die Position des linken Innenverteidigers fest vergeben.

Gegen Dortmund wird der Abwehrchef wegen einer Gelbsperre fehlen, was automatisch die Frage der möglichen Alternativen aufwirft. Drei Mal musste Kohfeldt bisher auf einen Moisander-Ausfall reagieren und wählte drei verschiedene Herangehensweisen und Besetzungen in der Innenverteidigung. In der Hinserie gegen Leverkusen ging es im 5-3-2 mit Marco Friedl als linksversetztes Glied einer Dreierkette gehörig schief, ein paar Wochen später im Rauten-4-4-2 gegen Fortuna Düsseldorf mit Friedl in der Moisander-Rolle schon deutlich besser.

Etwas aus der Reihe tanzte die Partie in Leipzig am letzten Spieltag vor Weihnachten. Kohfeldt schickte damals Veljkovic und Langkamp als Innenverteidigerpärchen ins Rennen, Friedl saß nur auf der Bank. Das war insofern ungewöhnlich, da Werder bei der personellen Besetzung der zentralen Abwehrspieler in der Regel einem Grundsatz folgt: Es sind immer Rechts- und Linksfüßer gemischt, die Ausnahme war das Spiel in Leipzig mit zwei Rechtsfüßern in der Startelf.

Eine Situation wie neulich beim SC Freiburg und dessen Gastspiel im Weserstadion ist bei Werder kaum möglich: Der personelle Engpass zwang Christian Streich dazu, in Dominique Heintz und den Brüdern Nico und Keven Schlotterbeck drei Linksfüßer zu nominieren.

Friedl hat beste Einsatzchancen

Die Besetzung der beiden Positionen in einer Viererkette mit je einem Rechts- und einem Linksfuß macht aus mehreren Gründen durchaus Sinn. Einerseits sind die gelernten Muster im Eins-gegen-Eins-Verteidigen leichter abrufbar, wenn man auf seiner “angestammten” Position spielt. Andererseits macht das auch in der Spieleröffnung einen kleinen Unterschied, wenn sich bessere Passwinkel ergeben und der eine oder andere Diagonalball mit dem stärkeren Fuß leichter zu spielen ist. Oder im Andribbeln ins Mittelfeld, wenn der Ball mit dem ersten Kontakt nach dem Querpass des anderen Innenverteidigers mit dem stärkeren Fuß gleich nach vorne mitgenommen werden kann.

Die besten Chancen auf einen Einsatz hat auch deshalb Marco Friedl. Der Österreicher ist der Spieler der Zukunft bei Werder – wenn er denn bei Werder eine Zukunft hat. Das Leihgeschäft mit den Bayern steht vor dem Ende und noch ist nicht klar, ob Friedl in Bremen bleiben kann. Dass er bleiben will, scheint gar keine Frage.

Moisander wird zu Beginn der neuen Saison 34 Jahre alt sein, Langkamp ist auch schon 31. Veljkovic‘ Entwicklung stagniert in dieser Saison. „Marco hat realistische Chancen, sich bei uns in der nächste Saison zum Stammspieler zu entwickeln“, hat Kohfeldt vor ein paar Wochen schon erzählt und auf Vorzüge des 21-Jährigen verwiesen: Geschwindigkeit, Passschärfe, Lernbereitschaft.

Doch wieder eine Dreierkette?

Vielleicht liefert auch das Pokalspiel gegen die Borussia vor einigen Wochen noch einen anderen interessanten Ansatz: Damals konnte Werder in einem 5-3-2 auf Augenhöhe mit dem Favoriten agieren. Sahin übernahm flankiert von Moisander und Langkamp damals die Rolle des Liberos. Werder konnte damit die Schnittstellen gut schließen und zusätzlich immer wieder einen Spieler herausschießen lassen, um im Mittelfeld entweder einen Gegenspieler zu verfolgen oder den Ball zu attackieren.

Sahin als sehr ballsicherer Spieler übernahm größtenteils den Spielaufbau, während beiden etatmäßigen Innenverteidiger verhältnismäßig wenig in den Aufbau eingebunden waren, um die klassischen Dortmunder Pressingtrigger etwas zu umgehen. Eine Variante, die im Großen und Ganzen gut funktioniert hat und für die Ligapartie am Wochenende wichtige Erkenntnisse liefern könnte.


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