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Gruev über Gruev
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„Ich bin sehr, sehr stolz auf ihn“

Malte Bürger 11.07.2019 0 Kommentare

(nordphoto)

Ilia Gruev hat quasi das Triple geschafft. Im zweiten Sommer in Folge weilt er mit den Profis im Zillertal, auch im Winter in Südafrika war er im Trainingslager dabei. Die Hauptaufgaben: schnuppern und lernen. Ganz so wie es neben ihm beispielsweise auch Simon Straudi, Julian Rieckmann oder David Philipp in Österreich tun sollen. Und so steht Gruev nun täglich im Bremer Mittelfeld zwischen erprobten Größen wie Nuri Sahin und Davy Klaassen. Chefcoach Florian Kohfeldt sucht häufig den Dialog mit dem Youngster, zeigt ihm, wohin er sich spielintelligent bewegen soll. „Einfach bleiben, Junge“, bekam er beispielsweise am Mittwoch nach einem überambitionierten Pass zu hören. Keine Frage, Ilia Gruev hat noch viel zu lernen.

Deshalb wird der Deutsch-Bulgare behutsam aufgebaut, ganz im Werder-Stil. Die Verantwortlichen sind mit der bisherigen Entwicklung Gruevs zufrieden, sonst hätte es zur Belohnung nicht erneut ein Trainingslager-Ticket gegeben.  Einer, der ganz genau darauf schaut, wie sich Ilia Gruev schlägt, ist sein gleichnamiger Vater. Seit dieser Saison gehört er zu Florian Kohfeldts Trainerteam und hat somit aktuell einen guten Blick auf das, was sein Junior so treibt.

„Ich bin sehr, sehr stolz auf ihn, weil er schon mit 15 Jahren von zu Hause weggegangen ist“, sagt der Vater über seinen Nachwuchs. „Das Familiäre, das er in den Gesprächen erlebt hat, hat ihm sehr gut gefallen. Ich erinnere mich noch gut an ein Gespräch von damals, als er zu mir gesagt hat: Aber Papa, was kann mir ein anderer Verein mehr bieten als Werder?“ Und genau dieses Gefühl habe sein Sohn in alle den Jahren nicht verloren. „Ich sehe, dass er sich sehr wohlfühlt und sehr selbstständig geworden ist. Er ist Kapitän der U19, hat vorher gute Leistungen abgerufen – das spricht klar für ihn.“ Überhaupt habe es ihm die Reife angetan. „Menschlich ist er sehr klar im Kopf.“

Die derzeitige Situation ist dennoch ungewöhnlich. Durch seinen eigenen Trainerjob hatte Papa Gruev in den Vorjahren kaum einmal Zeit, um zu schauen, was der Filius macht. Nun gibt es quasi das volle Programm. „Mittlerweile merke ich, dass wir uns ein wenig aus dem Weg gehen, aber das wird sich auch wieder ändern“, sagt der 49-Jährige lachend.  Nach der Zillertal-Reise werden sich die Wege ohnehin erst einmal wieder trennen, wenn es zurück in den U-Bereich geht. Aber das nächste Trainingslager kommt bestimmt – und somit auch das nächste Wiedersehen. Und wer weiß, vielleicht sind die Gruevs in einiger Zeit ja dauerhaft bei Werder in der Bundesliga vereint. Bis dahin steht allerdings noch viel Arbeit an.


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