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So könnte Werder gegen Bayern spielen
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Kaltstart für Bargfrede?

Christoph Bähr 24.04.2019 3 Kommentare

(nordphoto)

Florian Kohfeldt war nach dem Abschlusstraining auf dem Weg in die Kabine, als der Werder-Trainer von einem Fan noch einen Glücksbringer überreicht bekam: eine Schweinchen-Vase mit Glücksklee, garniert mit einer kleinen, fröhlich grinsenden Schornsteinfeger-Figur. Ein durchaus passendes Geschenk, denn ganz ohne Glück wird Werder das Pokal-Halbfinale gegen die favorisierten Bayern kaum gewinnen können. Und auch im Vorfeld der Partie brauchen die Bremer bereits das nötige Glück, denn bei Max Kruse hilft jetzt nur noch Daumendrücken.

Seitdem sich der Werder-Kapitän bei der 0:1-Niederlage in München am Sonnabend einen Bluterguss im Oberschenkel zugezogen hat, wurde er fast rund um die Uhr behandelt. Ob er am Mittwochabend spielen kann, ist trotzdem weiterhin offen. „Wir versuchen alles, damit es klappt“, sagte Kohfeldt am Dienstag und ließ sich immerhin zu einer optimistischen Prognose hinreißen: „Ich gehe davon aus, dass wir das hinbekommen.“ Entscheidend sei, dass Kruse uneingeschränkt laufen, sprinten und schießen könne. „Es geht um die Funktionalität, also die Bewegungseinschränkung. Den Schmerz wird er aushalten“, verdeutlichte Kohfeldt.

Entscheidung am Mittwoch

Am Dienstagnachmittag beim Abschlusstraining wurde Kruse geschont. Am Mittwochvormittag steht noch eine lockere Einheit an. Dort werde sich entscheiden, ob der Kapitän spielen könne, kündigte Kohfeldt an. Die Werder-Fans müssen also noch ein bisschen zittern. Die Vorfreude auf das besondere Spiel gegen die Bayern schwappt durch die ganze Stadt, einzig die Personalie Kruse trübt die euphorische Stimmung ein wenig. Alle wissen: Kein Spieler ist für Werder so wichtig wie der Topscorer Kruse. Zehn Treffer und elf Torvorlagen in der Bundesliga sowie ein Treffer und vier Vorlagen im Pokal stehen für den 31-Jährigen zu Buche. Derartige Werte toppt sogar bei den Bayern nur Robert Lewandowski.

Kohfeldt weiß natürlich auch, dass ohne Kruse ein Sieg gegen die Bayern noch schwieriger zu bewerkstelligen wäre als ohnehin schon, doch er gab sich professionell. „Max ist ein ganz entscheidender Spieler für uns, aber ich sehe um ihn herum ein Korsett, das stabiler ist als noch vor einiger Zeit“, betonte der Trainer. Yuya Osako, Claudio Pizarro oder Johannes Eggestein könnten die Kruse-Rolle übernehmen. Auch eine Systemveränderung sei bei einem Ausfall des Kapitäns denkbar. „Aber erst einmal sind wir alle optimistisch“, sagte Kohfeldt.

Sicher zurückgreifen kann er auf die zuletzt verletzten Philipp Bargfrede und Johannes Eggestein, die das Abschlusstraining komplett absolvierten. Da Nuri Sahin gesperrt fehlt, könnte Bargfrede nach rund sechs Wochen ohne Einsatz gleich wieder in die Startelf rutschen – entweder auf der Sechser-Position oder in einer Dreierkette. „Bargi kennt solche Spiele. Das könnte schon klappen“, sagte Kohfeldt. In der Abwehr stellt sich wieder die Frage, ob Milos Veljkovic oder Sebastian Langkamp spielen darf. Veljkovic handelte sich in München eine Gelb-Rote Karte ein. Kohfeldt ist allerdings nicht nachtragend und erklärte: „Für mich war Milos nicht gelb-rotgefährdet, er hatte bis zum Platzverweis nur ein Foul begangen. Seine zweite Gelbe Karte ist, einzeln betrachtet, berechtigt. Ob man sie im Kontext des Spiels geben muss, kann man aber diskutieren.“ Gut möglich also, dass Veljkovic am Mittwochabend die Gelegenheit erhält, sich zu rehabilitieren.

In der Abwehr der Bayern gibt es derweil definitiv einen Wechsel. Niklas Süle, der in der Liga gegen Werder den Siegtreffer erzielte, ist gesperrt. Dafür kehrt Mats Hummels nach einer Oberschenkelblessur zurück. „Er kann aus der hinteren Reihe den tödlichen Pass spielen, darauf müssen wir aufpassen“, sagte Kohfeldt und fügte hinzu: „Aber durch den Ausfall von Süle haben die Bayern Geschwindigkeit verloren.“ Ebenfalls nicht dabei ist Franck Ribery (neuromuskuläre Probleme), James Rodriguez meldete sich dagegen wieder fit.


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