Wetter: Regen, 10 bis 18 °C
Kohfeldts Ratlosigkeit
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

„Logisch ist das nicht“

Jannik Sorgatz 03.02.2019 5 Kommentare

(dpa)

Florian Kohfeldt hat sich in dieser Saison bereits in fast allen erdenklichen Stimmungen präsentiert – von euphorisch über differenzierend bis wütend. Nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg gab es einen Trainer zu erleben, der ratlos wie selten wirkte. „Da muss ich noch mal in mich gehen. Das kann ich so schnell nach dem Spiel nicht begründen", sagte der 36-Jährige, angesprochen auf den krassen Leistungsabfall nach dem teilweise berauschenden Auftritt beim 2:2 gegen Eintracht Frankfurt in der Vorwoche.

Die erste Hälfte war rundum zum Vergessen gewesen, in der zweiten zeigte sich Werder gegen den Tabellenletzten, der die Rote Laterne mit dem verdienten Punktgewinn losgeworden ist, etwas verbessert. Der Führungstreffer durch Johannes Eggestein fiel dann auch in der spielerisch flüssigsten Phase. „Aber dann hören wir auf damit. Logisch ist das nicht", sagte Kohfeldt.

In den 19 Spielen zuvor hatte er lediglich zweimal zu Beginn des zweiten Durchgangs gewechselt. Beim 2:6 gegen Bayer Leverkusen kam Claudio Pizarro nach 45 Minuten für Marco Friedl, beim 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach Johannes Eggestein für Philipp Bargfrede. Nun in Nürnberg verdoppelte Kohfeldt die Zahl seiner Pausenwechsel. Dass es Milot Rashica und Martin Harnik erwischte, sollten sich die beiden nach Angaben des Trainers nicht zu sehr zu Herzen nehmen: „Das war ein generelles Hallowach. Es hätte einige erwischen können.“ Dazu passte Kohfeldts Bemühen, möglichst wenige Namen zu nennen in seiner Analyse. „Ich will nicht einzelne Spieler kritisieren, mich nehme ich komplett da mit rein“, sagte er, ging aber nicht näher darauf ein, inwiefern er selbst Fehler gemacht habe.

Vier Punkte Abstand statt einer

Zu fatalistisch wollte Kohfeldt ohnehin nicht klingen. „Ich muss uns zugestehen, dass wir noch lernen müssen. Manchmal tut die Entwicklung weh – so wie heute“, sagte er. Das Unentschieden dürfte sich auch vor dem Hintergrund der anderen Ergebnisse wie eine Niederlage anfühlen. Als Werder in Führung lag, betrug der Rückstand auf den sechsten Tabellenplatz kurzzeitig nur einen Punkt, nun sind es vier, weil der VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen ihre Spiele noch für sich entscheiden konnten, jeweils gegen höher eingeschätzte Gegner als Nürnberg. „Sie haben verdient einen Punkt geholt, aber das kann nicht unser Anspruch sein“, sagte Kohfeldt.

Tage, an denen Werder sein Potenzial nicht ausschöpft, seien in gewisser Weise normal. „Das passiert jeder Mannschaft zwei-, dreimal in der Saison, uns passiert es vier-, fünfmal. Dann ist es zweimal zu viel“, fasste Kohfeldt zusammen. Fünf Punkte aus den ersten drei Rückrundenspielen sind genauso viele wie zum gleichen Zeitpunkt in der Hinrunde. Damals folgten vier Siege aus den nächsten fünf Spielen. Am kommenden Dienstag wartet auf Werder jedoch erst einmal eine ganz andere Aufgabe mit dem Pokalspiel bei Borussia Dortmund.


Bremen ohne Werder - das ist unvorstellbar! Und das Profiteam, das in der Bundesliga um Punkte und Tore kämpft, ist das Herzstück des Vereins. Auf dieser Seite gibt es News, Fotos und Videos rund um die Werder-Profis.