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Profi-Debüt für Stürmer Ihorst
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Luc wer?

Christoph Sonnenberg 22.09.2019 2 Kommentare

(nordphoto)

Wie es um Werder personell wirklich bestellt ist, dürfte vielen in der 80. Minute des Spiels gegen Leipzig klar geworden sein. Josh Sargent verließ den Platz, und mit Luc Ihorst betrat ihn jemand, über den selbst Experten wenig bis gar nichts wissen. Die aktuelle Situation macht es nötig und möglich, dass mit Ihorst ein Spieler zum Einsatz kam, der bisher noch nicht einmal eine einzige Trainingseinheit bei den Profis absolviert hat.

Tragisch und magisch zugleich

Die Geschichte rund um das erste Bundesligaspiel des 19-jährigen Stürmers ist tragisch und zugleich magisch. Tragisch, weil erst die schwere Verletzung Niclas Füllkrugs sie möglich gemacht hat. Magisch, weil Ihorst mit Werders U23 im Bus Richtung Havelse saß, als ihn die Nachricht erreichte, er müsse sofort umkehren, um Teil des Profi-Kaders zu sein.

„Kitschfilm hoch drei„, sagt Florian Kohfeldt, als er über den plötzlichen Aufstieg Ihorsts aus der Regionalliga in die Bundesliga spricht. An einem Rasthof kurz vor Hannover wurde er abgesetzt, Teammanager Tim Barten holte Ihorst dort ab und brachte ihn ins Park Hotel. „Dann saß er am Abend da, das erste Mal im Park Hotel“, sagt Kohfeldt. 

„Der ist schon ein Mann"

Es braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, wie aufregend das vergangenen Wochenende für Ihorst war. Er war nicht nur Teil des Kaders, er durfte vor über 41000 Zuschauern auch zehn Minuten spielen, das erste Mal Bundesliga in seinem Leben. „Das ist schon schön für den Jungen„, sagt Kohfeldt, der sich entscheiden musste zwischen Ihorst und David Philipp, ebenfalls Stürmer der U23. „Weil wir Körperlichkeit brauchten, haben wir uns für Luc entschieden. Der ist schon ein Mann.“

Mit 1,90 Metern ist Ihorst tatsächlich eine Kante. Zugleich ist er schnell und vor dem Tor treffsicher, ein Strafraumstürmer wie es Füllkrug ist. Seit dem 1. Juli läuft sein Profivertrag, Teil des Kaders war er bisher aber noch nicht. Und das soll zunächst auch so bleiben. „Es wird keine Regelmäßigkeit für ihn, das war eine Notsituation„, sagt Kohfeldt. „Luc soll sich in Ruhe weiter entwickeln und weiter mit der U23 spielen.“

Den Namen sollten sich Fans merken

In der laufenden Saison kommt Ihorst in der Regionalliga auf zehn Einsätze, hat dabei einen Treffer erzielt und vier vorbereitet. Bei der U23 liegt zumindest kurzfristig seine Zukunft. „Luc soll sich weiter entwickeln, damit die Bundesliga für ihn kein Einzelfall bleibt", sagt Kohfeldt. Den Namen sollten sich Werder-Fans also besser merken.


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