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„Nach dem Laktattest reif für die Insel“

(mw) 28.06.2019 0 Kommentare

(Weser-Kurier Archiv)

Am 30. Juni 2009 schrieb der WESER-KURIER:

Als Kind stand Felix Wiedwald nicht selten in der Ostkurve des Weserstadions, um die Mannschaft von Werder Bremen akustisch zu unterstützen. Doch jetzt ist der 19-jährige Achimer seinem großen Traum, einmal selber mit den Profis vor vollen Rängen in der Arena am Osterdeich zu spielen, einen riesigen Schritt näher gekommen. Denn in der kommenden Saison steht Wiedwald als vierter Torwart hinter Tim Wiese, Christian Vander und Sebastian Mielitz im Profikader des Deutschen Pokalsiegers.

„Ich habe vor kurzer Zeit erfahren, dass ich aus der U 19 in den Profibereich hochgezogen werde“, strahlt der Nachwuchs-Keeper. Zu verdanken hat er seine Beförderung unter anderem Nico Pellatz, mit dem die Werderaner nicht mehr planen können, verdient er doch in der kommenden Spielzeit seine Brötchen auf Zypern. „Als ich davon hörte, habe ich mir natürlich Hoffnungen gemacht, dass ich seinen Platz einnehme. Für
mich ist die Berufung in den Profikader auch eine gewisse Wertschätzung für meine Leistungen bei den A-Junioren“, stellt er selbstbewusst fest.

Und besonders während der abgelaufenen Saison zeigte Wiedwald als Keeper der von Mirko Votava trainierten Mannschaft in der A-Jugend-Bundesliga immer wieder hervorragende Leistungen. Auch dank seiner guten Spiele gewannen die Grün-Weißen die Norddeutsche Meisterschaft und schieden erst vor Kurzem im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft der U 19 gegen den FSV Mainz 05 aus. In beiden Partien gehörte der junge Achimer jedoch zu den besten Akteuren auf dem Platz. Wiedwald blickt jetzt aber nur noch in die Zukunft. „Mit dieser Niederlage beschäftige ich mich nicht mehr“, gibt er sich sehr professionell. In den kommenden Wochen wird er auch nicht viel Zeit haben, der verlorenen Deutschen Meisterschaft hinterherzutrauern. Denn schon übermorgen startet für ihn das
Abenteuer Profifußball.

„Dann geht es mit dem Laktattest los, und anschließend reise ich mit der Mannschaft zum Trainingslager
nach Norderney.“ Mit den Profis ins Trainingslager zu fahren ist für Wiedwald jedoch nichts Neues. Denn bereits im vergangenen Januar im türkischen Belek gehörte er zum Team von Thomas Schaaf. „Das war schon ziemlich anstrengend. Aber dieses Mal wird es mit Sicherheit noch eine Nummer härter. Vor allem, wenn es gleich in der Frühe zum Strandlauf geht“, versichert der Torwart, der seine fußballerischen Wurzeln beim TSV Achim hat und mittlerweile seit zehn Jahren Grün- Weiß trägt.

Lampenfieber verspürt er indes nicht. „Ich war ja schon öfter bei den Profis dabei.“ Die ersten Male war es schon sehr aufregendm für ihn. „Aber jetzt gehe ich nach den Trainingseinheiten auch mit den Profis zum
Essen.“ Wiedwald hat mittlerweile ein „ganz normales Verhältnis“ zu den Bundesliga-Stars. Dabei sah es vor zehn Jahren, nach seinem Wechsel vom TSV Achim in die Hansestadt, gar nicht danach aus, dass er seinem Traum so nahe kommen würde. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich es so weit bringe. Erst in der U 17 habe ich einen richtigen Schub bekommen. Von da an stand für mich fest, dass ich Profifußballer werden will.“

Er weiß aber auch, dass er noch einen weiten Weg vor sich hat. „Jetzt möchte ich erst einmal so viele Spiele wie möglich in der 3. Liga für die U-23-Mannschaft machen und mich dort mit guten Leistungen für andere
Aufgaben anbieten.“ Sein Vertrag läuft bis 2010. Was danach kommt, weiß er jetzt noch nicht. „Darüber mache ich mir jetzt überhaupt keine Gedanken. Für mich zählt jetzt nur mein erstes Jahr als Profi. Mein Hauptziel ist aber, mich bei Werder durchzusetzen.“ Und dafür will er hart arbeiten. „Denn es ist schon mein großer Traum, einmal selber von den Fans im Weserstadion bejubelt zu werden. Dafür spiele ich schließlich Fußball. Und bisher haben sich die ganzen Strapazender letzten zehn Jahre wirklich gelohnt.“

Das hochauflösende PDF der originalen Zeitungsseite von damals gibt es hier (bei iOS den Link länger und fester gedrückt halten).

 


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