Wetter: wolkig, 7 bis 15 °C
Acht Bremer wechselten nach Schalke
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Nur die Bayern haben öfter bei Werder gewildert

mw 19.10.2018 0 Kommentare

(imago)

Thomas Schaaf fasste die Dinge auf seine Art zusammen. „Es ist frustrierend“, sagte Werders damaliger Trainer, nachdem Mladen Krstajic und Ailton im Oktober 2003 ihre Wechsel zum FC Schalke verkündet hatten: „Man bildet die Leute aus und dann kommt der schnöde Mammon.“ Schalkes Manager Rudi Assauer legte damals einiges auf den Tisch. Werder soll Krstajic in Verhandlungen über eine Vertragsverlängerungen eine Million Euro Jahresgehalt geboten haben, auf Schalke soll er 1,7 Millionen bekommen haben. Noch deutlicher soll der Sprung der Ailton ausgefallen sein: 4,5 Millionen pro Jahr statt einer.

Zur Erinnerung: Werder war am Wochenende zuvor durch ein 5:3 gegen den VfL Wolfsburg zurück an die Tabellenspitze gesprungen, Schalke stand unter Trainer Jupp Heynckes lediglich auf dem zehnten Platz. „Auch bei uns lässt sich gutes Geld verdienen, das Wetter ist okay und wir haben schöne Trainingsplätze – was sollen wir denn noch machen?“, fragte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs verzweifelt.

Vor allem das Vorgehen des FC Schalke, vor allem Assauers Rolle, stieß den Bremern sauer auf. Dabei sickerte später durch, dass der Manager bereits Wochen vorher gegenüber Werders Aufsichtsratsvorsitzenden Franz Böhmert damit geprahlt hatte, dass er zwei Spieler aus Bremen verpflichten wolle. Nach dem besagten Wolfsburg-Spiel präzisierte Assauer bei einem gemeinsamen Essen im VIP-Bereich, „dass ich euch den Ailton weghole“. Böhmert hielt die Aussage für das typische Gebaren des einstigen Werder-Spielers, -Managers und -Trainers. „Ich habe es nicht ernst genommen, Assauer hat oft solche Scherze gemacht“, sagte er.

Baumann ist nicht neidisch

Unterm Strich ging der doppelte Spielerklau innerhalb von weniger als 48 Stunden in die Bundesliga-Geschichte ein. Im Mai 2004 konnte Werder es ganz gut verschmerzen dank des ersten Doublegewinns der Vereinsgeschichte. Auf Schalke blieben Ailton und Krstajic übrigens titellos. „Wir haben damals zwei sehr gute Spieler ablösefrei verloren, was natürlich bitter war. Trotzdem ist es weitergegangen“, sagt Frank Baumann, damals Kapitän, heute Sportchef, und erinnert an die Spieler, die damals als Ersatz geholt wurden. Für Ailton kam im Sommer 2004 Miroslav Klose, für Krstajic in der Innenverteidigung Frank Fahrenhorst vom VfL Bochum, dazu wurde der zunächst nur ausgeliehene Valerien Ismaël fest verpflichtet. 2005 begann Naldos Zeit, 2006 Per Mertesackers.

Heute verfügt Schalke über noch opulentere finanzielle Mittel im Vergleich zu Werder als damals. Doch Baumann verspürt „keinen Neid“. „Sie haben sich das über die Jahre verdient. Schalke war regelmäßig international dabei und hat Champions League gespielt. Vor der Saison haben sie zwei deutsche Nationalspieler verpflichtet, die zuletzt auf der Bank saßen. Das zeigt, welche Möglichkeiten sie haben“, sagt Baumann.

Er selbst hat als Sportchef noch keinen Werder-Spieler an Schalke abgeben müssen, sein Vorgänger Thomas Eichin musste 2015 als letzter Verantwortlicher den Verlust eines Profis an die Königsblauen verkünden: Franco Di Santo brachte immerhin eine Ablöse von sechs Millionen Euro. Aufgebracht waren die Werder-Fans vor allem, weil der Argentinier mehrmals beteuert hatte, bleiben zu wollen. Di Santo war der achte Werderaner, der zu Schalke wechselte. Nur an den FC Bayern verlor der Klub öfter einen Spieler, Claudio Pizarro allerdings gleich zweimal.

Hier gibt es die Umfrage zum Spiel:


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