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Kohfeldt schwärmt von seinem Musterschüler
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Rashica: Sprüche und entscheidende Aktionen

Jean-Julien Beer 10.08.2019 2 Kommentare

(nordphoto)

Rein sportlich ist es für Werder eine richtig gute Nachricht, dass Milot Rashica an diesem Samstag im DFB-Pokal gegen Atlas Delmenhorst zur Verfügung steht. Davon musste man nicht ausgehen, nachdem sich der schnelle Angreifer in der Rückrunde mit spektakulären Auftritten und zahlreichen Toren in die Herzen der Fans geschossen hatte, aber auch in die Notizbücher vieler großer Vereine. Auch wenn sich Werder immer klar positionierte, sein erst 23 Jahre junges Sturmjuwel nicht abgeben zu wollen – intern schwang im Verein immer die Sorge mit, dass einer der neureichen englischen Vereine mit einem unmoralischen Angebot in Bremen anklopft. Das hätte Werder zwar Einnahmen von mehr als 40 Millionen Euro bescheren können, jedoch wollten Sportchef Frank Baumann und Trainer Florian Kohfeldt tunlichst verhindern, nach Max Kruse auch noch den zweiten Topscorer in diesem Sommer zu verlieren.

Diese Gefahr ist nun zu einem großen Teil gebannt, weil in der englischen Premier League das Transferfenster am Donnerstag schloss. Jetzt könnten nur noch die drei deutschen Topklubs Bayern, Dortmund oder Leipzig in diesen finanziellen Dimensionen vorpreschen, was aber derzeit sehr unwahrscheinlich erscheint.

Kohfeldt ist jedenfalls froh, im schweren Wettstreit um die europäischen Plätze auch weiterhin auf Rashica setzen zu können. „Ich glaube, er wird in dieser Saison eine enorm wichtige Rolle für uns spielen“, sagt der Trainer und stellt dem eher schüchternen Angreifer nach der Sommervorbereitung ein sehr gutes Zeugnis aus: „Milot hat eine sehr gute Entwicklung genommen und in dieser Vorbereitung noch einmal ein ganz anderes Selbstverständnis in sein Spiel bekommen. Er sucht und inszeniert jetzt selbst Aktionen und nimmt zu jedem Zeitpunkt aktiv am Spiel teil.“

Auch in der Kabine tritt Rashica anders auf

Rashica brauchte nach seinem Wechsel aus den Niederlanden in die Bundesliga zwar ein paar Monate, um sich auf dem höheren Niveau zu etablieren. Aber inzwischen weiß auch Kohfeldt nur zu gut, was für ein Ausnahmetalent er gerade trainieren darf: „Er kann mit einer Aktion ein Spiel entscheiden, das ist eine Fähigkeit, die nicht so viele Spieler haben.“ Dazu sei Rashicas Verhalten im Mannschaftsverbund unglaublich gut geworden, auch das Defensivverhalten sei für einen Offensivspieler nun extrem gut, da habe er sehr viel gelernt.

Vor allem aber gefällt Kohfeldt, dass Rashica jetzt auch in der Kabine anders auftritt, nämlich mit einer besonderen Mischung aus Konzentration und Lockerheit. „Er hat inzwischen gut Deutsch gelernt, was auch ein wichtiger Faktor ist“, berichtet der Trainer, „er ist immer mal einer, der auch mal einen kleinen Spruch raushaut. Das finde ich sehr gut, weil es das ist, was ich auch auf dem Platz von ihm sehen will. Ein Spieler in seiner Position braucht diese Lockerheit, auch mal was zu riskieren.“

Das Zeug zum Publikumsliebling hat Rashica ohnehin, allein schon aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten, die er auf dem hohen Niveau der Rückrunde nun bestätigen möchte. Die Werder-Fans sollten jedes gute Spiel von ihm genießen – denn wenn sich Rashica auch nur annähernd weiter so entwickelt, werden die Angebote der größeren Klubs im kommenden Jahr nicht mehr aufzuhalten sein. Werder weiß das – und würde einen neuen Vereinsrekord bei der Ablösesumme durchaus in Erwägung ziehen. Denn dann würde Rashica als Musterbeispiel einer sportlich gelungenen und wirtschaftlich erfolgreichen Transferpolitik in die Bremer Vereinsgeschichte eingehen.


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