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Krise beim Pokalgegner
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Schalkes Blamage und Werders Risiko

(mw) 13.03.2019 7 Kommentare

(dpa)

Wer sich am Dienstagabend auf eine spannende Champions-League-Partie zwischen Schalke 04 und Manchester City gefreut hatte, wurde bitter enttäuscht: Nachdem die Gelsenkirchener im Hinspiel noch lange Zeit geführt hatten und nach einer knappen 2:3-Niederlage zumindest in der Theorie noch eine Chance auf das Weiterkommen bestand, fertigte der Tabellenführer der Premier League die Schalker mit 7:0 ab.

Ein Debakel, das nicht ohne Folgen bleiben dürfte. Schalke, im Vorjahr noch Vizemeister, scheint sportlich auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen – und auch, wenn Chefcoach Domenico Tedesco im Anschluss an die Partie betonte, dass er “keine Sekunde” an einen Rücktritt denke, scheint das einzige Argument für eine Weiterbeschäftigung des 33-Jährigen derzeit, dass ein neuer Trainer am Wochenende gegen den Tabellendritten aus Leipzig ein deutlich undankbareres Debüt feiern müsste als seine Woche später gegen den Vorletzten aus Hannover.

Bleibt der Lieblingsgegner ein Lieblingsgegner?

In Bremen dürfte man die Situation beim kommenden Pokalgegner zwiegespalten verfolgen. “Ich finde es gut, dass sie am Trainer festhalten”, hatte Kapitän Max Kruse noch nach dem Bremer 4:2-Erfolg am Freitagabend im Weserstadion betont. Das darf als aufrichtige Wertschätzung für die bisherige Marschrichtung in Gelsenkirchen verstanden werden, Tedesco auch in schwierigen Zeiten das Vertrauen zu schenken.

Allerdings gibt es aus Werder-Sicht noch weitere Gründe, auf Kontinuität bei den Schalkern zu hoffen: Florian Kohfeldt gewann bislang alle drei Partien gegen Tedescos Mannschaft, darunter zwei Auswärtsspiele. Wenn am 3. April (Anstoß: 20.45 Uhr) im Pokal-Viertelfinale einmal mehr der Ball durch die Veltins-Arena rollt, könnte ein neuer Trainer mit neuen taktischen Ideen die Bremer vor deutlich mehr Probleme stellen.

Ein unberechenbarer Kader

Denn: Für Tedescos auf Kampfstärke und eine stabile Defensive ausgerichtetes System mussten einige der talentiertesten Schalker Kaderspieler weichen. Königstransfer Sebastian Rudy fand zuletzt keine Berücksichtigung mehr, Edeltechniker Amine Harit und Stürmer Mark Uth hatte Tedesco gar aus dem Kader gestrichen. Gelingt es einem Nachfolger, das Trio in einen spielstarken Ansatz einzubinden, könnte es für Werder ein ungemütlicher Pokalabend werden.

Gleichwohl ist aber auch mit einem Trainerwechsel allein die Schalker Krise kaum gelöst: Die Verunsicherung nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg ist in der Kürze der Zeit kaum umzukehren. Noch dazu fehlt seit einem unglücklichen Zweikampf mit Werder-Angreifer Fin Bartels der einzige echte Rechtsverteidiger auf Bundesliga-Niveau, Daniel Caligiuri, mit einem Syndesmosebandriss. Ob mit oder ohne Tedesco: Werders Chancen, nach Borussia Dortmund den nächsten Pokalerfolg gegen einen nominellen Hochkaräter einzufahren, könnten schlechter stehen.


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