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Baumann genervt von Gregoritsch-Berichten
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"So ein Transfer ist für uns komplett unrealistisch“

Malte Bürger 11.07.2019 13 Kommentare

(nordphoto)

Marco Friedl hatte dem ganzen Thema noch einmal zusätzliche Würze verliehen. So verriet der Österreicher am Dienstag nämlich, dass er seinem Landsmann Michael Gregoritsch in einem Gespräch zu einem Wechsel zu Werder geraten habe. „Ich habe ihm gesagt: Wenn du die Möglichkeit hast, mach es auf jeden Fall“, sagte Friedl. Und weiter: „Ich würde mich persönlich sehr freuen, wenn er zu uns wechseln würde. Ich glaube, dass er unserer Mannschaft guttun würde.“ Diese Worte befeuerten die Gerüchteküche – erst recht nachdem mehrere Medien einen Tag zuvor übereinstimmend vermeldet hatten, dass sich Spieler und Verein über einen Wechsel einig seien. Lediglich um die Ablöse gehe es zwischen Werder und dem Gregoritsch-Klub FC Augsburg noch. Wie wir schon in den vergangenen Tagen berichteten, ist das laut WESER-KURIER-Informationen aber nicht der Fall.

Nun hat sich auch Werders Sportchef Frank Baumann zu Wort gemeldet. Wirklich gern tat er es nicht, das war ihm anzusehen. Und so reagierte er dann auch reichlich genervt auf das, was ihm in den Stunden zuvor zu Ohren gekommen war. So betonte er in aller Deutlichkeit die Aussichtslosigkeit einer Verpflichtung von Michael Gregoritsch. „Ich habe vor ein paar Wochen schon gesagt, dass ein Transfer in dieser Größenordnung unabhängig von Namen für uns komplett unrealistisch ist“, sagte Baumann. „Da muss man nur 1 und 1 zusammenzählen können – und wollen.“

Genau dieser Wille fehlte ihm augenscheinlich in der jüngsten Berichterstattung, weshalb er die Artikel über eine vermeintliche Einigung auch nicht nachvollziehen konnte. „Ich weiß nicht, wo jetzt die ganzen Gerüchte und Meldungen herkamen“, sagte Baumann angesäuert und stellte somit indirekt die Aufforderung in den Raum, die Quellen sorgfältiger zu prüfen.

Es ist kein Geheimnis, dass beide Parteien, also der Spieler und auch der Verein, gern zueinanderfinden würden. Allein die Rahmenbedingungen passen nicht – rund 15 Millionen Euro Ablöse soll der FC Augsburg für Michael Gregoritsch verlangen. Daran ändert sich auch nichts, wenn es warme Worte von Marco Friedl gibt: „Ich kann nicht verhindern, mit wem Marco in seiner Freizeit spricht. Dass man unter Fußballern aber über Klubs spricht und sich austauscht, ist eine ganz normale Sache“, sagte Baumann. Werder sucht also nach anderen Lösungen. Und das braucht Zeit. So sei es jedenfalls „eher unwahrscheinlich“, dass während des Trainingslagers noch ein Spieler verpflichtet werde, sagte Baumann.

„Können nur das ausgeben, was wir einnehmen“

Der 43-Jährige skizzierte anschließend noch einmal genau den Ist-Zustand. „Wir haben schon einiges investiert. Bislang haben wir in dieser Größenordnung nichts eingenommen, sondern sehr überschaubare Einnahmen erzielt“, sagte Baumann. Zumal auch kein warmer Geldregen durch die Abgabe eines derzeitigen Werder-Profis zu erwarten ist. „Nichts, was in den zweistelligen Millionenbereich hineingeht, weil wir unsere Topspieler nicht verkaufen möchten“, sagte der Sportchef. „Es ist nach wie vor eine Situation, dass wir nur das ausgeben können, was wir einnehmen. Nochmal: Da braucht man kein Mathe-Abitur, glaube ich, um sich das auszurechnen.“

Zuletzt hatte es Vermutungen gegeben, dass zumindest ein kleiner Betrag auf das Bremer Konto wandern könnte. So war der frühere Profi Jens Jeremies in Zell am Ziller vorstellig geworden. Der Ex-Bayer ist inzwischen als Spielerberater aktiv, unter anderem gehört Martin Harnik zu seinen Klienten. Aufgrund des großen Angebots in der Werder-Offensive wird schon länger über einen Abschied Harniks spekuliert.

Wurde nun also genau darüber gesprochen? Frank Baumann schob auch diesem Thema einen Riegel vor. „Es war ein Besuch unter alten Nationalspielern. Marco Bode hat sich mit ihm getroffen“, sagte er und verwies darauf, dass in diesen Tagen etliche Berater vor Ort seien. „Das ist durchaus normal.“ Baumann selbst habe Jeremies auch verpasst, weshalb er sagte: „Ich glaube nicht, dass der Aufsichtsratsvorsitzende mit Jens Jeremies über einen Transfer von Martin Harnik gesprochen hat. Ich habe mich nicht mit ihm getroffen, also ist auch da die Sache relativ klar.“ Ohnehin plane man weiter mit dem Österreicher. „Bis jetzt hat sich daran nichts geändert“, sagte Baumann.


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