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Kohfeldt über Trainingsschwerpunkte
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„Unsere Geschwindigkeit reicht nicht aus“

Christoph Sonnenberg und Christoph Bähr 02.01.2019 2 Kommentare

(nordphoto)

Florian Kohfeldt erschien als Erster. Standesgemäß traf der Werder-Trainer vor seinen Spielern am Bremer Flughafen ein. Kurz danach kamen auch die ersten Werder-Profis an. Für sie endete der Winterurlaub am Mittwochabend, und es stand eine ungewöhnlich lange Reise ins Winter-Trainingslager auf dem Programm. Um 18.55 Uhr hob der Flieger von Bremen nach Frankfurt ab. Von dort aus ging es um 22 Uhr weiter nach Johannesburg. Geplante Ankunftszeit in Südafrika am Donnerstag: 8.30 Uhr deutscher Zeit. Einige Spieler reisten auch direkt nach Johannesburg oder stießen erst in Frankfurt dazu. Bevor der Trip startete, stellte sich Kohfeldt am Bremer Flughafen noch den Fragen der Journalisten und sprach über ...

... die Schwerpunkte der Vorbereitung:

„Es geht um Offensive und Defensive. Offensiv um das Spiel im letzten Drittel. Es ist sehr auffällig, dass wir auf dem Weg in diesen Bereich eine sehr gute Hinrunde gespielt haben, im letzten Drittel aber eher durchwachsen. Dazu nehmen wir den Konter, der aus meiner Sicht auch nicht so gut war. Defensiv geht es um Gegenpressing, da haben wir in der Hinrunde zu viele Konter gefressen, die zu Gegentoren führten. Und wir müssen vermeiden, in Eins-gegen-eins-Situationen zu kommen. Da ist unsere Geschwindigkeit gegenüber vielen Offensivkräften in der Bundesliga nicht ausreichend. Der dritte Schwerpunkt liegt darin, Spiele zu fühlen. Wann ist der Moment, wo wir kontrollieren müssen. Wann ist der Moment, wo wir zupacken müssen. Da haben wir an viel zu vielen Stellen Punkte liegen gelassen. Ich erinnere an das Spiel gegen Leverkusen, in dem wir auf 2:3 herangekommen sind und mal zehn Minuten hätten kontrollieren können, um dann zuzupacken. Stuttgart, Nürnberg, Leipzig, Hoffenheim, da könnte ich viele Partien aufzählen.“

... die fehlende Geschwindigkeit in der Mannschaft:

„Man kann das in gewissem Maße trainieren. Insofern, dass man über klare Abläufe im Spiel die Überlegungszeiten der Spieler reduziert. Das muss unser Ziel sein.“

... den Umgang mit unglücklich verlorenen Punkten in der Hinrunde:

„Es gibt da zwei Ebenen. Die inhaltliche, also besser Fußball zu spielen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, zu gewinnen. Und die emotionale, also ein Gefühl zu entwickeln, sich in jedem Spiel zu belohnen. Das ist eine Form der Haltung. Das eigene Tor mit letzter Konsequenz zu verteidigen und vor dem gegnerischen mit letzter Konsequenz Tore machen zu wollen. Wir haben diese Mentalität, wollen sie aber weiterentwickeln.“

... das Ziel Europa League:

 „Wir hätten den bequemen Weg gehen können, sind aber einen unbequemen gegangen. Wir haben uns zu Zielen bekannt, die wir schaffen wollen. Das wird uns weiter anspornen und wir werden versuchen, sie zu erreichen.“

... Max Kruse:

„Ich bin sehr sicher, einer der Ersten zu sein, dem Max sagt, was er über seine Zukunft denkt. Mein Gefühl ist ein gutes, dass er verlängern wird. Er weiß genau, was er an Werder und dem Umfeld hier hat. Und dass er ein Gesicht für etwas sein kann, was gerade beginnt. Max kann Teil eines Aufbruchs in Bremen sein. Dass er in der Winterpause Skifahren war, ist für mich kein großes Problem. Wenn er ohne Fallschirm Fallschirmspringen würde, wäre das ein Problem.“

... die Höhenlage in Johannesburg:

„Darauf haben wir uns vorbereitet, aber davon erwarte ich mir weder Vor- noch Nachteile. Natürlich wird vor Ort eine gewisse Anpassung nötig sein. Vielleicht erhöht das auch die Ausdauerleistungsfähigkeit in den Wochen danach, aber das wird man erst dann sehen.“

... die Verletzungssituation:

„Alle sind dabei und gesund. Fin Bartels wird Teile des Mannschaftstrainings mitmachen können. Wir reden allerdings nicht von Tagen, bis er komplett wieder dabei ist. Das wird noch dauern. Philipp Bargfrede kann dagegen komplett wieder einsteigen. Ich gehe davon aus, dass er zum Rückrundenstart in Hannover eine Option für den Kader und die Startelf sein wird. Niklas Moisander ist auch wieder fit, nachdem er gegen Leipzig gefehlt hat.“

... die Talente im Trainingslager:

„Ilia Gruev war im Sommer-Trainingslager schon dabei, hat jetzt eine gute Hinrunde gespielt und es sich verdient, dass er wieder reinschnuppern darf. David Philipp ist zum ersten Mal dabei. Beide haben die Perspektive, sich das anzugucken, zu lernen und vieles aufzunehmen. Sie gehen nach dem Trainingslager zur U 19 zurück. Fridolin Wagner aus der U23 wird auch dabei sein. Er ist sehr nah dran am Profi-Bereich, hat aber auf seiner Position im zentralen Mittelfeld auch eine große Konkurrenz.“

... den Regen in Johannesburg:

„Ich hatte erst überlegt, ob die Hitze ein Problem wird. Jetzt könnte das Bremer Schietwetter dort zum Problem werden, aber es ist alles in Ordnung. Ich habe mit unserem Greenkeeper gesprochen, der schon seit einer Woche dort ist. Die Plätze sind in einem guten Zustand. Dass in Johannesburg im Januar Niederschläge durchaus normal sind, war uns bekannt. Wir erwarten sehr gute Bedingungen und angenehmes Wetter zum Trainieren.“

... die Sicherheitslage in Südafrika:

„Wir haben das Thema Sicherheit thematisiert. Wir haben darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, nicht alles mit deutschen Maßstäben zu messen und sich zurückhaltend zu verhalten. Ich denke, die Kriminalität wird für uns überhaupt kein Thema sein. Wir werden das Hotel nicht alleine verlassen, werden aber trotzdem versuchen, etwas vom Land zu sehen.“



Bremen ohne Werder - das ist unvorstellbar! Und das Profiteam, das in der Bundesliga um Punkte und Tore kämpft, ist das Herzstück des Vereins. Auf dieser Seite gibt es News, Fotos und Videos rund um die Werder-Profis.