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Werders Top-Talent
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Wann ist Mbom bereit?

Jannik Sorgatz 07.01.2019 0 Kommentare

06.01.2019, FNB Stadion/Soccer City, Nasrec, Johannesburg, RSA, FSP, SV Werder Bremen (GER) vs Kaizer Chiefs (ZA) im Bild / picture shows Arohasina Andrianarimanana (Kaizer Chiefs #06), Jean Manuel Mbom (Werder Bremen #34), Foto © nordphoto / Ewert
06.01.2019, FNB Stadion/Soccer City, Nasrec, Johannesburg, RSA, FSP, SV Werder Bremen (GER) vs Kaizer Chiefs (ZA) im Bild / picture shows Arohasina Andrianarimanana (Kaizer Chiefs #06), Jean Manuel Mbom (Werder Bremen #34), Foto © nordphoto / Ewert (nordphoto)

Elf Werder-Spieler kamen am Sonntag in den Genuss halbwegs relevanter Spielminuten, der einzige ohne Profierfahrung war Manuel Mbom. Das 18-jährige Top-Talent spielte im 4-4-2 mit Raute vor der Abwehr. Kurz vor Schluss wurde Mbom von Fridolin Wagner abgelöst. Alleine saß der Youngster danach auf einem Stuhl neben der Bank, im riesigen FNB Stadium von Johannesburg.

Immerhin konnte nachher festgestellt werden, dass der Mittelfeldmann nicht negativ aufgefallen war – weil Werder vor dem Unwetter, das zum Spielabbruch führte, gegen das B-Team der Kaizer Chiefs insgesamt einen schlechten Nachmittag erlebt hatte. Verantwortlich laut Florian Kohfeldt: die Spieler selbst, die harten Trainingstage zuvor und der schwierige Untergrund.

„Manu hatte große Probleme mit der Ballkontrolle, wie alle. Dadurch sind die Möglichkeiten auf seiner Position mit dem Ball nicht so gegeben“, sagte Kohfeldt. „Das Spiel gegen den Ball war ordentlich.“ Doch der Trainer betonte: „Manu ist hier, um zu lernen.“

Kohfeldt bremst die Erwartungen

Nach dem deutschen WM-Debakel im vergangenen Sommer wurde Mbom öfter genannt, wenn es aussichtsreiche Kandidaten für die Zukunft ging. 2017 gewann er die Fritz-Walter-Medaille in Silber. In seinem Jahrgang landete nur Jann-Fiete Arp vom Hamburger SV vor Mbom. 

Bislang wurden in dieser Bundesliga-Saison zwölf 2000er eingesetzt, Werder stellte mit Luca Plogmann und Josh Sargent zwei davon. Doch Kohfeldt nahm allen, die darauf hoffen, dass Mbom bald schon der dritte wird, den Wind aus den Segeln. „Er ist kein Kandidat, der in naher Zukunft regelmäßig im Bundesligakader stehen wird. Er muss die nächsten Wochen und Monate weiter in den Herrenfußball reinkommen“, sagte Kohfeldt und schob hinterher: „Wir dürfen nicht vergessen, dass er noch A-Jugend-Fußballer ist.“

Mboms Plus: seine Physis

Worin sich Mbom noch verbessern muss, umriss der Coach so: „Er muss an der Passqualität arbeiten, der Spielschnelligkeit. An den Basics. Da ist das Training bei uns und die Spielpraxis in der U23 der richtige Weg.“ Einen Vorteil gegenüber vielen Talenten, die sich im Erwachsenenfußball durchsetzen müssen, hat Mbom: seine physischen Voraussetzungen. Während er in der Jugend, egal gegen wen er spielte, immer der Stärkste war, ist dieser Vorteil auf Profiebene aber nicht riesig. „Wenn ihm sonst der Ball weggesprungen ist, hat er ihn sich wieder geholt“, sagte Kohfeldt.

Das Beispiel Johannes Eggestein zeigt, dass sich Geduld selbst bei Riesentalenten auszahlen kann, denen schon als Teenager Großes zugetraut wird. Mit 20 Jahren war der jüngere der beiden Eggestein-Brüder seit dem Sommer vor allem auch körperlich bereit für die Bundesliga – und bewegt sich nun im Dunstkreis der Stammelf. 

Mbom ist fast zwei Jahre jünger als Eggestein. Das heißt: Wenn er erst in der Hinrunde der Saison 2020/21 regelmäßig zum Einsatz kommt, wäre das immer noch im Rahmen. Am nächsten dran am Bundesliga-Kader war Mbom kurz vor Weihnachten. Als Philipp Bargfrede verletzt fehlte und Davy Klaassen angeschlagen war, durfte er mit zum Auswärtsspiel nach Dortmund fahren. Mbom war der 19. Mann.



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