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Wechsel von Gladbach nach Southampton?
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Werder kassiert bei Vestergaard-Verkauf

Christoph Sonnenberg 09.07.2018 10 Kommentare

(imago)

Es dürften denkwürdige Verhandlungen gewesen sein zwischen Gladbach und Werder im Mai 2016, als es um den Transfer Jannik Vestergaards ging. Oder gehen sollte. In der Parkgarage des Weserstadions, in der  Manager Max Eberl und Geschäftsführer Stephan Schippers vorfuhren, trafen sie auf Thomas Eichin. Der teilte der Gladbacher Delegation mit, dass er kurz zuvor von Marco Bode entlassen worden war. Es gab betretene Blicke, dann fuhren Eberl und Schippers in den 5. Stock auf die Geschäftsstelle. Aber dort hatte die verbliebene Geschäftsführung, also Klaus Filbry und Hubertus Hess-Grunewald, anderes zu tun als Verhandlungen zu führen. Eberl und Schippers fuhren ohne Ergebnis nach Hause.

„Wir haben es dann ein paar Wochen später gemacht", sagt Frank Baumann rückblickend. Für kolportierte 12,5 Millionen wechselte Vestergaard zu Gladbach. Enthalten im Transfervertrag war eine Klausel, die Werder im Falle eines Gladbacher Weiterverkaufs prozentual beteiligt. Jetzt, da sich Vestergaards Wechsel zum FC Southampton abzeichnet, klingelt in Bremen erneut die Kasse.

Direkt bestätigen mag Baumann die Klausel nicht, er tut es indirekt. „Es ist nicht unüblich, bei Weiterverkauf beteiligt zu sein", sagt Baumann. „Insbesondere, weil wir auch einen anderen Klub beteiligen mussten." Hoffenheim, die Vestergaard im Januar 2015 an Werder verkaufte, verdiente später beim Bremer Verkauf an Gladbach. Nun würde Bremen verdienen, falls Gladbach an Southampton verkauft. So ist der moderne Geld-Kreislauf des Fußballs.

Summe nah an der Million?

Wie viel würde nun für Werder übrig bleiben? Spekuliert wird mit zehn Prozent des Verkaufspreises. Bei rund 20 Millionen Euro liegt laut aktuellen Medienberichten der Preis, den Southampton zu zahlen bereit ist. Baumann dürfte sich folglich über zwei Millionen Euro freuen. Aber so einfach ist es nicht. Zum einen sagt Baumann: „Zu Summen und Prozentzahlen kann ich nichts sagen."

Als er es doch tut, hypothetisch zumindest, gibt er einen kleinen Einblick in die verschiedenen Transfermodelle des Fußballs. „Zehn Prozent von was?", fragt Baumann also. „Es gibt ja viele verschiedene Optionen. Entweder ist die Beteiligung gedeckelt auf einen Maximalbetrag. Sehr häufig ist es eine Beteiligung am Differenzbetrag. Oder es ist eine genau festgelegte Summe." Am Wahrscheinlichsten ist, dass Werder an der Differenzsumme der beiden Transfers verdient, die bei 8,5 Millionen Euro liegen würde. Mit 800 000 Euro, die in dem Fall fällig werden würden, lässt sich kein Spieler finanzieren. Aber es ist immerhin eine nette Nebeneinnahme.


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