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Nach verpasstem Wiederaufstieg des HSV
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Werder löst den „Dino“ ab

Malte Bürger 13.05.2019 2 Kommentare

(dpa)

Das Wörtchen „Wunder“ wird im Fußball ja gerade ziemlich überstrapaziert. Verwunderlich wäre es also nicht, wenn plötzlich auch beim Hamburger SV wieder ein besonderes Mirakel beschworen wird. Doch selbst die kühnsten Optimisten haben den Glauben daran verloren. Zu deutlich sind die Fakten nach dem vorletzten Spieltag. Mit 1:4 ist der HSV in Paderborn untergegangen, der direkte Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga damit quasi vom Tisch. Warum die Einschränkung? Weil das Team von der Elbe lediglich drei Punkte Rückstand auf Union Berlin hat, das aktuell Dritter ist. Das Problem: Satte 21 Tore trennen beide Mannschaften - da müsste also wahrlich Wundersames am kommenden Sonntag passieren.

Im vergangenen Jahr sind die Hamburger unter großem Gelächter und einigen Mitleidsbekundungen abgestiegen. Nach vielen Jahren, in denen sie es bereits verdient hatten, sich aber doch immer irgendwie retten konnten. Das Ziel im Anschluss war klar, die sofortige Rückkehr hatte sich der Klub vorgenommen. Das Vorhaben misslang nun - wieder gab es allerlei Häme für den Traditionsverein. Auch und vor allem in Bremen. Viele Fans bejubeln das neuerliche HSV-Desaster, trauern aber zeitgleich darum, dass sie nun eine weitere Spielzeit auf das geliebte Nordderby verzichten müssen. In politischen Kreisen könnte das etwas anders sein: Sofern es im DFB-Pokal keine direkte Begegnung beider Vereine gibt, muss sich niemand mit irgendwelchen neuen Streitereien um anfallende Polizeikosten für ein Hochrisikospiel beschäftigen.

Werder wird neuer Allzeit-Chef

Martialisch könnte man also fast davon sprechen, dass der selbsternannte „Dino“ nun noch ein wenig mehr gestorben ist. Zumal der Name demnächst endgültig ein Relikt aus vergangenen Tagen ist. Der HSV nutzte den Spitznamen, um zu untermauern, dass man nicht nur als einziger Klub überhaupt durchgängig in der 1. Liga war, sondern damit eben auch so lange wie kein anderer. Durch den Abstieg hatte der „Dino“ seinen Titel bereits eingebüßt, ab der neuen Saison stimmt nicht einmal mehr der zweite Teil des Kosenamens. Ab August wird nämlich Werder der Verein sein, der am häufigsten im deutschen Oberhaus dabei war - es geht dann in das 56. Jahr.

Wer es böse mit den Bremern meint, verleiht ihnen nun also das Pseudonym des ausgestorbenen Sauriers. Wirklich scharf dürfte darauf an der Weser niemand sein, Erzrivale bleibt dann eben doch Erzrivale. Vielleicht also lieber das etwas sperrige „Dauerbrenner“ oder aber „Urgestein“. Oder eben schlicht und einfach Werder. Den Verein hat es schließlich schon immer ausgezeichnet, dass er keine Sondernamen oder ähnlichen Firlefanz braucht, um in vielerlei Hinsicht zu begeistern. Die eigenen Fans, aber auch allerlei Menschen darüber hinaus. Ziemlich sicher sogar in Hamburg.


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Bremen ohne Werder - das ist unvorstellbar! Und das Profiteam, das in der Bundesliga um Punkte und Tore kämpft, ist das Herzstück des Vereins. Auf dieser Seite gibt es News, Fotos und Videos rund um die Werder-Profis.