Werder Bremen Werder fehlen Alternativen in der Abwehr

Bad Waltersdorf. Bei Werder Bremen ist die Abwehr als Problemzone lokalisiert worden. Wann Naldo zurückkehrt, ist ungewiss. Per Mertesacker muss Trainingsrückstand aufholen. Sebastian Boenisch ist angeschlagen, Petri Pasanen verpasste die Hälfte des Trainingslagers.
06.08.2010, 08:00
Lesedauer: 2 Min
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Werder fehlen Alternativen in der Abwehr
Von Marc Hagedorn

Bad Waltersdorf. Sie waren auch am Dienstagabend wieder dabei. Obwohl sie keine Aussicht auf einen festen Vertrag bei Werder Bremen haben, spielten Juan Barros und Aldo Corzo auch im achten Testspiel dieser Vorbereitung wieder mit. Barros 90 Minuten lang hinten links, Corzo kam Mitte der zweiten Halbzeit für hinten rechts. Damit ist Werders Problemzone lokalisiert: die Abwehr. Es wird viel diskutiert über die Offensivkraft von Marko Arnautovic. Welches System wird Werder spielen? Wie gut sind die Dribbler Aaron Hunt und Marko Marin drauf? Wie passen Claudio Pizarro, Sandro Wagner und Hugo Almeida zusammen? Es scheint fast so, als habe Werder im Angriff ein Luxusproblem.

Gerne würde Cheftrainer Thomas Schaaf auch bei der Besetzung der Abwehrreihe so frei wählen und kombinieren können. Im Moment muss Schaaf froh sein, überhaupt genug Personal für eine Viererkette zusammenzubekommen. Der Zeitpunkt von Naldos Rückkehr ist ungewiss, ein Comeback zum Pflichtspielstart scheint nach dem x-ten Rückschlag inzwischen nahezu ausgeschlossen. Per Mertesacker muss Trainingsrückstand aufholen. Sebastian Boenisch ist angeschlagen, Petri Pasanen verpasste die Hälfte des Trainingslagers. 'Das ist nicht ideal', sagt Werder-Boss Klaus Allofs, 'aber wir können nicht die Schatulle aufmachen, um drei, vier Leute in der Hinterhand zu haben.'

So kommt es, dass der gelernte Offensivmann ohne Vertragsaussichten, Juan Barros, in den Testspielen Stammspieler ist. So kommt es, dass Rechtsverteidiger Clemens Fritz sich plötzlich in der Innenverteidigung wiederfindet. 'Das ist jetzt meine Position der Zukunft', sagte der Ersatzkapitän, 'daran sieht man, wie vielseitig ich bin.' Das war natürlich als Scherz gemeint. Aber es klang schon deutlich ernster, als Fritz zwei Sätze später davon erzählte, dass er in Leverkusen als Mitglied einer Dreierkette ja schon Erfahrungen mit einer etwas zentraleren Abwehrposition gemacht hat.

Innenverteidiger Niemeyer

Fritz innen - das ist trotzdem nicht geplant. Peter Niemeyer innen - schon eher. Im Test gegen Rad Belgrad (2:0) spielte der gelernte Mittelfeldmann wiederholt hinten zentral. Er tat dies viel besser als noch ein paar Tage zuvor gegen Szombathelyi. Niemeyer ist für die Innenverteidigung trotzdem nur eine C-Lösung, aber immerhin erweitert er sein Profil als Allrounder um eine weitere Eigenschaft. Und das kann nicht schaden, denn Niemeyer scheint im Mittelfeld entbehrlich zu sein. Wenn Mesut Özil doch bleiben sollte, wenn Wesley tatsächlich kommen sollte, und wenn Felix Kroos so gut weitermachen sollte, dann hätte Werder im Mittelfeld mindestens einen Mann zu viel. Über seine Abwehr kann Schaaf das im Moment nicht sagen.

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