Werder Bremen Werder feiert Arbeitssieg gegen den "Club"

Bremen. Werder Bremen ist auch im achten Bundesligaspiel in Folge ungeschlagen geblieben. Gegen den 1. FC Nürnberg feierten die Grün-Weißen einen 4:2-Sieg. Als Doppel-Torschütze konnte sich dabei Per Mertesacker auszeichnen, der Bremen schon in der ersten Minute in Führung brachte.
27.03.2010, 17:23
Lesedauer: 4 Min
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Werder feiert Arbeitssieg gegen den
Von Daniel Stöckel

Bremen. Angeführt vom stürmenden Abwehrspieler Per Mertesacker und einem glänzend aufgelegten Sebastian Mielitz im Tor hat Werder Bremen einen am Ende verdienten 4:2 (3:0)-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg gefeiert

Die Grün-Weißen mussten im Vergleich zum DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Augsburg gezwungenermaßen mit einer veränderten Startelf in die Partie gehen. Abwehrspieler Naldo fehlte wegen seiner fünften Gelben Karte, die sich der Brasilianer im vergangenen Bundesligaspiel gegen den VfL Bochum abgeholt hatte.

Auch der an der Wade verletzte Torwart Tim Wiese konnte gegen den „Club“ nicht auflaufen. Da auch dessen etatmäßige Vertretung Christian Vander (Magen-Darm-Infekt) nicht zur Verfügung stand, hütete wie erwartet Sebastian Mielitz das Tor der Grün-Weißen.

Naldo wurde in der Innenverteidigung durch Sebastian Prödl ersetzt. Sebastian Boenisch spielte für Petri Pasanen, Tim Borowski lief für Bargfrede auf für Aaron Hunt schickte Bremens Trainer Thomas Schaaf Hugo Almeida auf den Platz.

"Merte" stieg am höchsten

Die Fans im Weser-Stadion hatten sich gerade auf ihren Zuschauerplätzen eingerichtet, da zappelte der Ball schon zum ersten Mal im Kasten der Gäste aus Franken. Nach einem Eckball von Mesut Özil von rechts stieg Mertesacker im Nürnberger Strafraum am höchsten, setzte sich gegen Choupo-Moting durch und ließ Raphael Schäfer im Nürnberger Tor mit einem wuchtigen Kopfball überhaupt keine Abwehrchance. Gespielt waren gerade einmal 40 Sekunden. Für das schnellste Saisontor kam „Merte“ allerdings eine Sekunde zu spät; Stanislav Sestark hatte im Hinspiel der Bremer beim VfL Bochum bereits nach 39 Sekunden getroffen.

Im Anschluss an das Führungstor hatten die Grün-Weißen mehr vom Spiel und standen dicht gestaffelt mit zwei Viererketten. Die Bremer Überlegenheit hätte Claudio Pizarro in der 8. Minute ausbauen können, den Schuss des Peruaners konnte Schäfer allerdings entschärfen.

Die erste Chance der Gastgeber resultierte aus einem Freistoß von Mike Frantz, aber Dominic Maroh köpfte den Ball in die Hände von Mielitz. Auf dem vor dem Anpfiff extra noch mal gewässerten Rasen ließen es die Bremer anschließend etwas ruhiger angehen und lauerten nach dem für sie optimalen Start auf Konter.

Zweiter Streich von Mertesacker

In der 20. Minute schlug der 1,98 Meter große Mertesacker dann zum zweiten Mal zu. Nach einem – dieses Mal allerdings umstrittenen - Eckball war Schäfer gegen einen erneuten „Merte“-Kopfball wieder ohne Abwehrchance. Auch Choupo-Moting und Andreas Wolf hatten wieder das Nachsehen.

Angepeitscht von den Zuschauern blieb Werder gegen verunsicherte Nürnberger zunächst am Drücker. Dann aber musste Mielitz zum ersten Mal all sein Können aufbieten, als er einen Kopfball von Wolf noch über die Torlatte lenken konnte (28.).

Zwei Zeigerumdrehungen später brannte es nach einem Werder-Eckball wieder lichterloh im Nürnberger Strafraum: Almeida kam noch mit den Haarspitzen an den Ball, aber Schäfer rettete in höchster Not.

Mielitz war hellwach

Sechzig Sekunden später hatte Mielitz erneut die Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Dennis Diekmeier lief über die rechte Seite allein auf den Werder-Torwart zu, aber Mielitz war hellwach und rettete gegen den ehemaligen Werderaner. Auch in der 34. Minute war er beim Schuss von Andreas Ottl noch mit den Fingerspitzen dran.

Gerade hatten die „Club“-Fans den Eindruck gewonnen, dass ihre Mannschaft besser ins Spiel kam, da legte Werder den dritten Treffer nach. 35. Minute: Marin brachte den Ball passgenau zu Borowski und der hatte aus rund 14 Metern keine Probleme, die Kugel im Nürnberger Kasten unterzubringen. Mit einer komfortablen 3:0-Führung für Werder gingen beide Teams in die Kabine.

Das änderte sich in der zweiten Hälfte. Zurück auf dem Platz lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch und die Gäste kamen in der 47. Minute prompt zum Anschlusstreffer. Nach einer Flanke von Judt hatte Frantz viel zu viel Platz, nahm den Ball an, drehte sich und traf mit einem Linksschuss zum 1:3 aus „Club“-Sicht ins Bremer Tor. Dieses Mal hatte Mielitz keine Abwehrchance.

Nürnberg am Drücker

Die Nürnberger blieben am Drücker. Zum Ärger des Bremer Keepers schickte Gündogan eine Minute später einen weiteren Torschuss der Franken hinterher. Danach setzte Ottl einen Freistoß nur knapp über den Bremer Kasten. In der 63. Minute bekamen die Nürnberger Hoffnungen auf einen Punktgewinn weitere Nahrung: Fritz nahm im Werder-Strafraum die Hand zur Hilfe und Schiedsrichter Schmidt zeigte folgerichtig auf den Elfmeterpunkt. Den anschließenden Strafstoß verwandelte Choupo-Moting sicher.

Zwanzig Minuten vor dem Spielende nahm Werder-Trainer Schaaf Marin und Özil aus der Partie und brachte in Bargfrede und Hunt zwei frische Kräfte. Echte Torchancen für Werder blieben allerdings weiterhin Mangelware. Zwar versuchte es Almeida in der 78. Minute, schoss das Leder aber über den FCN-Kasten. Immerhin: Werder hatte die Begegnung wieder im Griff. 80. Minute: Wieder war Mertesacker wieder mit vorne dabei, verfehlte das Ziel aber knapp.

Rot für Frings

Eine Minute später standen die Werderaner nur noch mit zehn Mann auf dem Platz. Frings drehte sich im Mittelfeld mit dem Ball und erwischte Broich dabei mit dem Arm im Gesicht, woraufhin der Nürnberger zu Boden ging. Absicht konnte dem Werder-Kapitän dabei wahrlich nicht unterstellt werden, trotzdem schickte ihn Schiedsrichter Schmidt mit der Roten Karte vom Feld.

Schaaf reagierte erneut und brachte Pasanen für Almeida, Pizarro war die einzige Werder-Spitze. Nürnberg wollte den Ausgleich und warf alles nach vorne – inklusive Keeper Schäfer. Das nutzten die Grün-Weißen in der Nachspielzeit: Nach einer schnellen Kombination über Pizarro und Bargfrede schob Fritz den Ball aus 22 Metern ins leere Nürnberger Tor. Dies bedeutete die Entscheidung und Werder blieb zur Freude der Fans im Weser-Stadion auch im achten Bundesligaspiel in Folge unbesiegt.

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