Spannender Abstiegskampf in der Liga Werder hat den Spielplan auf seiner Seite

Bremen. Der Abstiegskampf in der Bundesliga wird sich in den kommenden Wochen neu sortieren. Jede Menge direkte Duelle der Kellerklubs stehen an, auch für Werder Bremen. Und die Grün-Weißen haben gute Karten: Sie spielen noch gegen sechs Tabellennachbarn.
09.03.2011, 05:00
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Werder hat den Spielplan auf seiner Seite
Von Marc Hagedorn

Bremen. Ob Götz Bender geahnt hat, was er da anrichten würde? Vermutlich nicht, denn als der Chefansetzer der Deutschen Fußball-Liga im vergangenen Sommer den Spielplan für diese Bundesliga-Saison erstellte, konnte er nicht damit rechnen, dass man nach dem 25. Spieltag festhalten muss: Wolfsburg ist abgestürzt, Schalke enttäuscht, Werder steckt in Turbulenzen und Stuttgart unten fest. All das ist Realität in der Saison 2010/2011 und hat Konsequenzen: Weil die halbe Liga in den Abstiegskampf verstrickt ist, kommt es ab jetzt an jedem Spieltag zu mindestens zwei direkten Duellen zwischen akut gefährdeten Mannschaften.

"Ich hoffe, dass wir in den kommenden Wochen etwas geraderücken können", sagte Sandro Wagner unmittelbar nach dem Bremer 3:1-Sieg in Freiburg. Der Werder-Stürmer dachte dabei natürlich ans Sammeln von möglichst vielen Bundesligapunkten, und die Gelegenheit dazu ist in der Tat ideal: Werder trifft in den letzten neun Spielen dieser Saison noch auf sieben Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Die Partie gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach macht den Anfang. "Das nächste entscheidende Spiel", wie Werder-Boss Klaus Allofs sagt.

Stand heute dürfte es bis zum 34. Spieltag nur noch entscheidende Spiele geben, weil sich im Moment nur sehr schwer abschätzen lässt, welche Mannschaft sich noch am ehesten unten herausarbeitet. Allofs glaubt: "Ab Schalke sind alle gefährdet, aber auch alle in der Lage, eine Serie hinzulegen." Eine positive wie eine negative. Wenn man den aktuellen Trend als Gradmesser für die akute Gefährdung nimmt, dann sieht es in Stuttgart sowie in Mönchengladbach nach sechs Punkten aus zwei (VfB) beziehungsweise drei Spielen (Gladbach) wieder freundlicher aus und in Frankfurt im Moment am schlimmsten. Null Tore und zwei Punkte hat die Eintracht in der Rückrunde geholt - eine abstiegstaugliche Bilanz.

In Kaiserslautern ist es nicht viel besser: Dort trainiert Marco Kurz die zweitschlechteste Rückrundenmannschaft und schleppt überdies das Problem mit sich herum, dass der eigentlich beste Spieler, Top-Torjäger Srdjan Lakic, seit der Bekanntgabe seines Wechsels nach Wolfsburg von den eigenen Fans gnadenlos niedergemacht wird. Der Stürmer, 11 Saisontore, ist nervlich inzwischen derart mitgenommen, dass er beim trostlosen 0:0 in Frankfurt den Ball aus elf Metern neben das leere Tor schoss.

Eher pessimistisch dürfte die Lauterer auch der Blick auf die Ansetzungen der nächsten Spieltage stimmen. Freiburg, Leverkusen und Nürnberg sind drei der nächsten fünf Gegner - drei aus der oberen Tabellenhälfte. Genauso schwer hat es von den Abstiegskandidaten bis zum 30. Spieltag nur noch der 1. FC Köln, dessen nächste Gegner Hannover 96, HSV und Nürnberg heißen.

Mit dem FC St. Pauli meint es der Spielplan dagegen ähnlich gut wie mit Werder. Großer Unterschied zwischen den Hamburgern und Bremern jedoch: St. Pauli nimmt sich gerade seine große Krise. 0:8 Tore hat die Mannschaft von Holger Stanislawski seit dem 1:0-Sieg im Derby beim HSV geholt und laut Fachmagazin "Kicker" nur eine einzige Torchance seitdem herausgespielt. Dass außerdem vier Spieler verletzt sind und Mittelfeldmotor Matthias Lehmann im nächsten Spiel - übrigens gegen Stuttgart - wegen der fünften Gelben Karte fehlt, verdüstert das Szenario nur noch. Nach der jüngsten 0:5-Abreibung in Nürnberg sagte Pauli-Spieler Ralph Gunesch: "Wir fühlen uns wie ein Boxer, der voll einen auf die Fresse bekommen hat."

Abstiegskampf macht Angst - in Wolfsburg, auf Schalke und anderswo. Bei Werder, davon sind sie in Bremen überzeugt, hat man die Angst vertrieben. "Wir stellen uns der Situation", sagt Tim Borowski, "hier hat keiner Schiss, wenn er aufs Spielfeld läuft. Wir haben es selbst in der Hand."

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