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Fall Kyu-hyun Park kommt vor Gericht
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Klage gegen Werder-Talent

Mathias Sonnenberg 16.09.2019 3 Kommentare

(nordphoto)

Der Transferärger um das Werder-Talent Kyu-hyun Park spitzt sich zu. Gegen den 18-Jährigen hat die S1 Sportmarketing GmbH am Landgericht Bremen Klage eingereicht. Rechtsanwalt Uwe Piehl, der die beiden S1-Geschäftsführer Mustafa Colak und Onur Baykul vertritt, hat beantragt, den Werder-Spieler auf eine vierstellige Summe plus Zinsen zu verklagen. „Das Schreiben hat Herr Park mittlerweile erhalten“, sagte Piehl dem WESER-KURIER.

Hintergrund der jetzt gerichtlichen Auseinandersetzung ist der Transfer von Park im Juli dieses Jahres. Werder Bremen hatte mit dem Abwehrspieler, bislang bei Ulsan Hyundai in Südkorea unter Vertrag, einen Zweijahresvertrag ausgehandelt, der Leih-Kontrakt inklusive einer Kaufoption wurde im Juli unterschrieben. Doch obwohl Colak und Baykul nach eigenen Angaben den Transfer einfädelten, kassierte der Südkoreaner Hyoung Luca Choi das übliche Transfer-Honorar, weil er plötzlich vom Spieler Park zum alleinigen Berater benannt wurde. „Wir wurden ausgenutzt und über den Tisch gezogen“, sagten Colak und Baykul.

Weil offenbar weder Park noch der Berater Choi an einer außergerichtlichen Einigung interessiert waren, haben die S1-Geschäftsführer jetzt über ihren Anwalt Klage eingereicht. „Beide sind bereit, das jetzt durchzuziehen“, sagte Piehl. Er hält die Tätigkeiten der beiden Bremer Spielerberater im Vorfeld des Transfers für unstrittig. „Wir haben ja klare Belege, dass Herr Colak und Herr Baykul an dem Wechsel beteiligt waren“, erklärte der Bremer Anwalt. Und für diese Arbeit wolle man entsprechend bezahlt werden. So hätten sie medizinische Untersuchungen organisiert, Gespräche mit Werder geführt und Trainingspläne für Park erstellt.

Berater als Übernachtungsgast

Berater Choi übernachtete zudem fast 14 Tage in der Pension der Familie Colak. Doch als es auf der Werder-Geschäftsstelle dann zur Vertragsunterzeichnung ging, seien sie ausgebootet worden. Noch immer glauben sowohl Piehl wie auch die S1-Geschäftsführer, dass der 18-jährige Park unter Druck gesetzt worden sei, seinen Landsmann zum alleinigen Berater zu machen. „Der Junge kann nichts dafür, er soll mundtot gemacht werden“, hatten Colak und Baykul schon vor einigen Wochen gemutmaßt. Dass die Klage auf Honorarzahlung jetzt allein an den Spieler und nicht an den südkoreanischen Berater Choi gehe, habe allein juristische Gründe. Denn die sogenannte Maklervergütung könne man nur vom Spieler einfordern.

Werder Bremen wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern, da der Verein an dem Verfahren nicht beteiligt sei. Kyu-hyun Park hat für seinen neuen Arbeitgeber mittlerweile acht Einsätze gehabt – drei für die U23 in der Regionalliga, fünf Spiele mit der U19 in der Bundesliga, einen im DFB-Juniorenpokal. Den Durchbruch hat Park noch nicht geschafft, aber Werder will den Spieler, Kapitän der heimischen U18-Nationalelf, behutsam aufbauen.