Vier Werderander im vorläufigen WM-Kader Werder ist stolz auf sein WM-Quartett

Bremen. Bei Werder Bremen überwiegt nach der Nominierung des vorläufigen WM-Kaders der Stolz auf das grün-weiße Quartett, das Bundestrainer Joachim Löw in sein Aufgebot berufen hat. "Wir fühlen uns schon bestätigt", meinte Werder-Boss Klaus Allofs.
07.05.2010, 09:00
Lesedauer: 3 Min
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Werder ist stolz auf sein WM-Quartett
Von Olaf Dorow

Bremen. Thomas Schaaf hat gestern gesagt: "Wir haben da jetzt nicht den großen Akt von gemacht." Der Satz passt zu Thomas Schaaf wie der Stecker zur Steckdose, der Werder-Trainer besitzt die (heutzutage ja doch selten gewordene) Begabung, die Dinge ohne viel Tam-Tam zu erledigen. Besonders klein war das Thema allerdings nicht gerade, dem er den Satz hinterhergesagt hat. Es ging um die Nominierung des vorläufigen WM-Kaders.

Bundestrainer Joachim Löw hat 27 Spieler berufen, und bevor Donnerstagmittag in Stuttgart die 27 Spielernamen das Licht der Öffentlichkeit erblickten, hat Löw sehr viel herumtelefoniert. Gestern Morgen sprach er auch mit Schaaf. Es gibt keinen Mitschnitt des Gesprächs, aber womöglich war es harmonischer als man sich das ausmalen könnte. Löw und Schaaf fanden, wie alle wissen, weder in der Sache Torsten Frings noch in der Sicht auf Tim Wiese einen gemeinsamen Nenner, höchstens einen kleinsten. Der Bundestrainer berief, wie zu erwarten war, die vier Werder-Spieler Tim Wiese, Per Mertesacker, Mesut Özil und Marko Marin in sein vorläufiges Südafrika-Aufgebot.

"Wir sind nicht den ganzen Kader durchgegangen"

Aaron Hunt berief er nicht, aber damit hatten sowohl Hunt selbst als auch Schaaf gerechnet. "Ich hätte es Aaron gegönnt, aber es war uns klar, dass er ein Kandidat ist, wo man sich nicht sicher sein konnte", sagte er. Schaaf hakte noch bei einigen grün-weißen Personalien nach beim Bundestrainer: eventuell wegen Torsten Frings, womöglich wegen Philipp Bargfrede, wahrscheinlich wegen Clemens Fritz, dann war das Telefonat vorbei. "Wir sind jetzt nicht den ganzen Kader durchgegangen, nach dem Motto: 'Was hältst du vom dem, was von dem'", sagte Schaaf.

Dass Werders Trainer gestern Morgen offenbar nicht unzufrieden das Telefon ausschaltete, lässt sich leicht nachvollziehen. Die Chancen auf mehr als vier Bremer WM-Fahrer litten ja nicht gerade darunter, Übergröße zu haben. Bei Frings, Fritz, Bargfrede waren sie fast bei Null. Vier WM-Fahrer von Werder Bremen, das hatte es noch nie gegeben. Vor vier Jahren waren es drei, vor acht Jahren auch. Allerdings verließ damals Torsten Frings nach der WM den Verein, Marco Bode hörte auf. 2010 werden, wie es ausschaut, Per Mertesacker und Mesut Özil zur Stamm-Elf zählen, ist Tim Wiese noch immer nicht endgültig aus dem Rennen um die Nummer eins, und könnte Marko Marin ein Joker sein. In einem WM-Turnier können aus Einwechselspielern im Handumdrehen nationale Helden oder Erretter werden, siehe David Odonkor.

"Absolut sicher", nicht herauszufallen

Schaaf kann stolz sein, Sportdirektor Klaus Allofs kann es, ihr WM-Quartett sowieso. Er sei sich auch "absolut sicher", sagte Marko Marin gestern, dass er nicht noch herausfallen werde aus der WM-Reisegruppe von Joachim Löw, der bis zum 1. Juni seinen Kader von 27 auf 23 Spieler reduzieren muss.

Der Stolz der Bremer überwog, er milderte die Enttäuschung, dass Aaron Hunt nicht dabei sein wird, und auch, dass es in der Sache Löw/Frings so kommen musste, wie es kam. Klaus Allofs mochte den Stolz auch nicht dadurch trüben, dass er seine Meinung zur DFB-Wahl äußerte. "Wir haben über eine Million Bundestrainer, und jeder hätte es wahrscheinlich anders gemacht", sagte er. Man könne die Entscheidung des Bundestrainers doch sowieso nicht beeinflussen.

"Wir fühlen uns schon bestätigt"

Nein, gestern war kein Tag zum Grummeln, Meckern, Nörgeln. "Wir fühlen uns schon bestätigt", meinte Allofs. Werder bastelt seit Jahren an einem Mannschaftsmodell, in dem deutsche Nationalspieler eine zentrale Rolle spielen. Aufzuzeigen, dass Bremen ein guter Platz ist, um Nationalspieler zu werden, spiele auch eine Rolle in den Gesprächen mit eventuellen Neuzugängen.

Im Werder-Kader stehen derzeit nicht weniger als acht aktuelle oder gewesene deutsche Nationalspieler. Um sich vorzustellen, dass mit Philipp Bargfrede bald ein neunter dazukommt, muss keine blühende Fantasie her. Bargfrede hat gerade seinen Werder-Vertrag verlängert, dieser läuft bis 2014, bis zur nächsten Fußball-Weltmeisterschaft. "Wäre schön", sagte der junge Mittelfeld-Mann gestern, "wenn ich beim nächsten Mal dabei wäre."

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