Werder Bremen - VfB Stuttgart 1:1 Werder muss sich mit einem Punkt begnügen

Bremen. Viel investiert, aber wenig Ertrag: Trotz deutlicher Überlegenheit hat Werder Bremen nur 1:1 (1:1) gegen den VfB Stuttgart gespielt und damit eine Vorentscheidung im Abstiegskampf verpasst.
02.04.2011, 17:21
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Von Ben Binkle

Bremen. Viel investiert, aber wenig Ertrag: Trotz deutlicher Überlegenheit hat Werder Bremen nur 1:1 (1:1) gegen den VfB Stuttgart gespielt und damit eine Vorentscheidung im Abstiegskampf verpasst. Im mit 40.500 Zuschauern ausverkauften Weserstadion hätten die Gastgeber schon vor der Pause für klare Verhältnisse sorgen müssen, doch fehlte es im Abschluss an Effektivität.

Trainer Thomas Schaaf musste im "Sechs-Punkte-Spiel" gegen den VfB auf die Gelbsperre von Torjäger Claudio Pizarro reagieren, dafür brachte er Denni Avdic von Beginn an. So kam der Schwede, der im Winter zu Werder gekommen war, zu seinem Startelf-Debüt. Weitere Änderungen in Bremens erster Elf gab es im Vergleich zum 3:1-Sieg in Nürnberg vor zwei Wochen nicht.

Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von 22 Grad Celsius ließen es beide Teams zunächst sehr ruhig angehen. Bis dann der VfB gleich mit seiner ersten guten Szene aus dem Nichts traf. Cristian Molinaro durfte unbedrängt flanken, in der Mitte ließ Petri Pasanen Pavel Pogrebnyak entwischen. Den Kopfball des Russen konnte Tim Wiese nur abklatschen, im Nachsetzen schob dann Hajnal aus kurzer Distanz ein (13.).

Wieder einmal ein früher Schock, zum 16. Mal in der laufenden Saison musste Werder einem Rückstand hinterherlaufen. Damit taten sich die Bremer sichtlich schwer, eine direkte Reaktion blieb aus. Ein Distanzschuss von Marko Marin voll auf die Fäuste von Keeper Sven Ulreich (21.) war noch die beste Chance in dieser Phase.

Wesley weckt Werder auf

Dann setzte Wesley ein Zeichen. Der Brasilianer schloss ein Solo mit einem wuchtigen Schuss aus 30 Metern ab, Ulreich lenkte den Ball gerade noch so über die Latte (28.). Nach der anschließenden Ecke fehlten Tim Borowski nur Zentimeter zum Ausgleich: Sein Versuch aus dem Gewühl wurde noch von der Torlinie gekratzt (29.).

Werder war jetzt endlich im Spiel, machte Druck und holte Eckball und Eckball heraus. Nach 35 Minuten wurden die Bemühungen belohnt. Khalid Boulahrouz klärte eine Ecke vor die Füße von Torsten Frings, der Werder-Kapitän zog aus 22 Metern ab traf zum verdienten 1:1. Bei dem Treffer war auch Glück im Spiel, denn Georg Niedermeier hatte den Ball unhaltbar abgefälscht.

Und Werder setzte sein Power-Play fort. Debütant Avidc hätte die Führung erzielen müssen, als er völlig frei vor dem fast leeren VfB-Tor an den Ball kam. Doch klärte Tasci den Schuss des Schweden erneut auf der Torlinie (42.). Eine Minute später setzte wieder Avdic einen Kopfball auf die Querlatte (43.). So blieb es zur Pause in einem komplett einseitigen Spiel beim Unentschieden.

Werders Schwung lässt nach

Den großen Schwung konnten die Bremer nicht mit in den zweiten Durchgang nehmen, doch blieben sie das bessere und aktivere Team. Der VfB stand jedoch wieder kompakter und ließ kaum gute Chancen zu. Die beste Möglichkeit schenkte Marin her, als er zwei besser postierte Mitspieler übersah und selber beim Schuss geblockt wurde (54.).

Nach knapp einer Stunde nahm Werder mehr Tempo auf. Nur knapp rutschte Wagner an einer scharfen Hereingabe von Marin vorbei (60.). Doch auch der VfB wagte sich bei Kontern jetzt gefährlicher nach vorne. Nach 62 Minuten war das Debüt von Avdic beendet, Thomas Schaaf ersetzte den Schweden durch Marko Arnautovic. Wenig später kam dann auch Aaron Hunt für Tim Borowski, der nach guter Leistung angeschlagen vom Feld humpelte (68.).

Und Hunt rückte gleich in den Blickpunkt. Nach schönem Anspiel von Marin wurde sein Schuss im Strafraum gerade noch von Niedermeier geblockt (70.). Trotz dieser kleineren Chancen fand Werder immer seltener den Weg vor das VfB-Tor. Das Niveau verflachte, doch lebte das Spiel von der Spannung. Gefahr brachten weiterhin die zahlreichen Bremer Ecken von Frings. Pasanens Kopfball rauschte nur knapp am Pfosten vorbei (82.), auf der Gegenseite musste dann Per Mertesacker gegen den eingewechselten Cacau in höchster Not klären (83.).

Frings: "Vorne hat Pizarro gefehlt"

In der Schlussphase wurde es noch einmal aufregend. In der letzten Spielminute hatte Wagner aus fünf Metern das Siegtor auf dem Kopf, scheiterte aber an Ulreich und dem rechten Torpfosten. Es war die letzte Chance auf den "Dreier", am Ende blieb es bei der Punkteteilung im Abstiegskampf.

"Wir waren klar die bessere Mannschaft, Stuttgart hatte bis auf das Tor nicht eine Torchance", ärgerte sich Frings über den verschenkten Sieg: "Wir haben gut nach vorne gespielt, aber dann fehlt uns eben ein Torjäger wie Claudio Pizarro."

Nach dem vierten Heim-Remis in Folge hat Werder nun 33 Punkteauf dem Konto. Der VfB bleibt drei Zähler hinter den Grün-Weißen in großer Abstiegsnot. Das nächste Spiel steht für Werder am kommenden Freitag (8. April) an. Dann sind die Grün-Weißen ab 20.30 Uhr bei Eintracht Frankfurt zu Gast. Wir berichten auch von dieser Partie in unserem Liveticker.

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