Werder Bremen - Inter Mailand heute live Werder nimmt Abschied von Europa

Bremen. Das Spiel gegen Inter Mailand wird das vorerst letzte Spiel auf europäischer Bühne für Werder Bremen sein. Gegen den Titelverteidiger geht es aber nicht nur um die Ehre - sondern auch um einen ordentlichen Geldbetrag. Rund 800.000 Euro würde Werder der erste Sieg einbringen.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Werder nimmt Abschied von Europa
Von Marc Hagedorn

Bremen. Über der Einfahrt zur Tiefgarage unter dem Weserstadion hing bis vor Kurzem ein überdimensionales Banner, darauf waren Werders Spieltermine für die aktuelle Champions-League-Saison notiert. Jetzt ist es weg. Stattdessen haben Mitarbeiter ein vier mal zehn Meter großes Plakat aufgehängt, mit dem Werder allen ein frohes Weihnachtsfest wünscht. Damit ist vieles gesagt: Werder nimmt heute Abend mit dem Spiel gegen Inter Mailand (20.45 Uhr bei uns im Liveticker) Abschied aus der Champions League, bald danach ist Weihnachten. Anschließend gibt es keine Termine für internationalen Fußball mit Bremer Beteiligung mehr.

Gestern war es noch einmal so wie immer. Überall am Weserstadion pappten die dunkelblauen Hinweisschilder der UEFA: Wegweiser zur Pressekonferenz, Hinweise für die Fernsehteams und ausländischen Journalisten. Ernst blickende Männer in dunklen Anzügen mit UEFA-Emblem am Revers machten ihre Runden. Die Werder-Spieler trainierten in den lilafarbenen Leibchen der UEFA (und nicht wie sonst in den gelben ihres Ausstatters Nike). Auf dem Podium bei der Pressekonferenz schließlich saß neben Cheftrainer Thomas Schaaf und Mittelfeldspieler Aaron Hunt ein Dolmetscher. Wie immer am Vortag dieser hohen Feiertage des europäischen Spitzenfußballs war gestern noch einmal alles eine Nummer größer.

Und Thomas Schaaf war nach eigener Auskunft wütend. "Wenn die Champions League im Frühjahr weitergeht, dann sitze ich vor dem Fernseher und ärgere mich", sagte Schaaf "das weiß ich schon jetzt." Werders Trainer hat diese Abende über alle Maßen geschätzt. Diese Spiele gegen große Gegner. Diese Spiele, die ganz Europa zeigten: Seht her, wir hier in Bremen zählen zur Königsklasse. Weil Werder das in dieser Champions-League-Saison jedoch höchstens ansatzweise und dann auch nur einmal gegen Tottenham und vielleicht eineinhalbmal gegen Twente Enschede auch nachgewiesen hat, endet Werders sechste Teilnahme in den letzten sieben Jahren heute Nacht gegen 22.35 Uhr.

Wenn es nach Aaron Hunt geht, soll dann in der Vereinschronik von einem guten Werder-Auftritt die Rede sein. "Wir wollen uns vernünftig von den Fans und aus diesem Wettbewerb verabschieden." Der Rahmen zum Abschluss stimmt schon mal. 31.000 Zuschauer fasst das Weserstadion, mit rund 30.000 Gästen rechnet der Klub. Ein letztes Mal auf unbestimmte Zeit macht eine europäische Spitzenmannschaft ihre Aufwartung in Bremen: Inter Mailand, zuletzt fünf Mal in Folge italienischer Meister und aktuell Titelverteidiger in der Champions League.

Bisher 11,4 Millionen verdient

"Eine schöne Partie", sagt Schaaf. Schön, und gar nicht unbedeutend, wie er findet, obwohl längst feststeht, dass Inter eine Runde weiter ist und Werder raus. Inter muss außerdem auf Weltstars wie Lucio, Sneijder, Maicon und Milito verzichten. "Es geht um verdammt viel", sagte Schaaf gestern trotzdem mehr als einmal. Für ihn als Trainer geht es darum, seine Mannschaft mit diesem Spiel weiterzuentwickeln, dafür zu sorgen, dass jetzt, wo die Defensive einigermaßen steht, auch nach vorne mal wieder mehr kommt. Für die Spieler geht es darum, den Weg der "kleinen Schritte" (Hunt) nach St. Pauli (3:0) und Wolfsburg (0:0) fortzusetzen.

Schließlich geht es auch für den Verein um etwas. 800.000 Euro kassiert Werder für einen Sieg. Bisher haben die Bremer weniger als erhofft eingenommen in der Königsklasse. Die zwei Unentschieden gegen Tottenham und Twente haben je 400.000 Euro Prämie von der UEFA eingebracht, dazu gab es 7,1 Millionen Euro Startgeld und 3,53 Millionen Euro aus dem sogenannten Marktpool der UEFA. Beim letzten Auftritt in der Königsklasse 2008/2009 hat Werder über 22 Millionen Euro eingenommen. Wie nahe die Bremer dieser Summe diesmal kommen, hängt davon ab, wie lange Bayern und Schalke im Wettbewerb bleiben. 24 Millionen Euro sind noch zu verteilen, je früher die Bayern und Schalke ausscheiden, desto mehr bleibt für Werder übrig.

Doch darüber wurde gestern gar nicht gesprochen. Schaaf versuchte vielmehr, den Blick aufs Sportliche zu lenken. "Was gibt es denn Schöneres, als gegen den Titelverteidiger zu spielen?", fragte er und meinte: nicht viel. Einmal will er es noch genießen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+