VfL Wolfsburg - Werder Bremen Werder plant kleine Schritte nach vorne

Bremen. Vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg heute (ab 15.30 Uhr im Liveticker) freuen sich Trainer Thomas Schaaf und Klubchef Klaus Allofs auf ein Wiedersehen mit Diego. Gegen den Gegner mit ähnlichem Saisonverlauf soll nun der nächste kleine Schritt zurück in die Erfolgsspur gelingen.
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Werder plant kleine Schritte nach vorne
Von Matthias Lüdecke

Bremen. Vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg heute freuen sich Trainer Thomas Schaaf und Clubchef Klaus Allofs auf ein Wiedersehen mit Diego. Gegen den Gegner mit ähnlichem Saisonverlauf soll nun der nächste kleine Schritt zurück in die Spur folgen.

"Natürlich freuen wir uns, ihn wiederzusehen", sagt Werder-Trainer Thomas Schaaf bei der Pressekonferenz vor der Partie gegen den VfL Wolfsburg heute (ab 15.30 Uhr bei uns im Liveticker) über seinen ehemaligen Spielmacher Diego. Und so wird es wohl ein herzliches Wiedersehen in der VfL-Arena. Immerhin hatte der Brasilianer seinerseits tags zuvor betont, dass sein Herz nach wie vor den Grün-Weißen gehöre.

Die Freude bei Schaaf und Werder-Boss Klaus Allofs hält sich andererseits aber auch in Grenzen. "Diego ist ein guter Spieler, der ein Spiel immer entscheiden kann", sagt etwa Allofs. Und Schaaf fügt an: "Wir kennen seine Qualitäten und müssen versuchen, ihn zu begrenzen."

"Wir wollen nicht nach hinten schauen"

Diego nicht zur Entfaltung kommen zu lassen wird wohl eine wesentliche Voraussetzung dafür sein, dass Werder dem Heimsieg gegen St. Pauli einen Auswärtssieg in Wolfsburg folgen lässt. Dabei hatten gerade die letzten beiden Auswärtsauftritte der Bremer Anlass zur Sorge gegeben.

Doch das 0:6 in Stuttgart und das 0:4 auf Schalke sollen am Samstag keine Rolle mehr spielen. "Wir wollen nicht zu sehr nach hinten schauen, sondern nach vorne", sagt Schaaf. In kleinen Schritten soll seine Elf so wieder in die Spur finden. Das Ziel ist klar: Sich auch auswärts behaupten und zum Erfolg kommen. Erste Ansätze hat Schaaf in den letzten Spielen dabei durchaus gesehen. "Wir haben schon einige Dinge richtig gemacht, aber noch nicht alle", sagt er.

Dabei trifft Werder in Wolfsburg auf ein Team, das in seinem Saisonverlauf gewisse Parallelen aufweist. "In Wolfsburg hat man große Erwartungen in die Mannschaft gesetzt", sagt Schaaf über den nächsten Gegner, der vor der Spielzeit mehr investierte als alle anderen Bundesligisten.

Aber auch Wolfsburg war vom Verletzungspech verfolgt, auch Wolfsburg hat in dieser Saison selten sein Potenzial erfolgreich abrufen können – und steht in der Tabelle sogar zwei Punkte schlechter da als die Bremer. Dennoch wird der VfL in Bremen keineswegs unterschätzt. "Wenn sie einmal in den Spielfluss kommen, können sie tolle Sachen zeigen", warnt Schaaf.

Neben dem Saisonverlauf gab es in den vergangenen Tagen aber auch noch eine andere Parallele zwischen Bremen und Wolfsburg. Laut spanischen Medienberichten soll Real Madrid wahlweise an Hugo Almeida oder an Edin Dzeko interessiert sein. In Madrid besteht derzeit Handlungsbedarf, weil der argentinische Stürmer Gonzalo Higuain wegen eines Bandscheibenvorfalls wohl zwei Monate ausfällt.

Keine Anfrage für Almeida

In Bremen hat man von einem solchen Interesse bislang noch nichts gehört. "Es liegen keine Anfragen vor, deshalb müssen wir uns damit nicht beschäftigen", sagt Klaus Allofs. Er will, im Gegenteil, mit dem Portugiesen sogar über eine Vertragsverlängerung sprechen.

Und das, obwohl der Werder-Boss nicht immer mit dem Portugiesen zufrieden ist. "Bei seinen Fähigkeiten müsste er eigentlich Stammspieler in der portugiesischen Nationalmannschaft sein – und auch bei uns", sagt Allofs. Fähigkeiten, die er mit seinen drei Toren gegen St. Pauli unter Beweis gestellt hat. "Er hat am Wochenende gezeigt, was er zu leisten im Stande ist", sagt Allofs. Was ihm bei Almeida aber fehle, sei die Konstanz.

Dennoch will er versuchen, den Publikumsliebling zum Bleiben zu bewegen. Zwar habe Almeida immer wieder seinen Wunsch nach Veränderung geäußert, erklärt Allofs, allerdings auch betont, wie wohl er sich in Bremen fühle. Allofs will Überzeugungsarbeit leisten, auch wenn er weiß, dass das wohl nicht leicht wird.

Personallage weiterhin angespannt

Unterdessen bleibt die Personallage bei Werder unverändert angespannt. Daraus hat Trainer Schaaf in den vergangenen Wochen aber Erkenntnisse gewonnen. Eine davon heißt Dominik Schmidt: Der Außenverteidiger, gegen Tottenham und gegen St. Pauli jeweils in der Startformation eingesetzt, gibt dem taktischen Bremer Schema zumindest ein bisschen Variabilität. Schon am vergangenen Sonnabend zeigte sich das: Obwohl mit Clemens Fritz und Petri Pasanen beide Außenpositionen in der Viererkette hätten besetzt werden können, zog Schaaf Schmidt vor - und nutzte die Qualitäten von Fritz an anderer Stelle, wo die Not noch größer war: im defensiven Mittelfeld.

Clemens Fritz, der seine fußballerische Tätigkeit einst als Stürmer begann, machte den Job gegen St. Pauli ausgesprochen gut. Mit einem Solo bereitete er das 1:0 durch Almeida vor, er sorgte für Druck nach vorn einerseits und für Stabilität andererseits, wenn sich Werders Mittelfeld bei gegnerischem Ballbesitz sofort zu einer zweiten Viererkette formierte - ehe ihn eine Knieblessur nach einer halben Stunden sichtlich behinderte.

Eine ähnliche Rolle könnte Fritz auch heute wieder übernehmen, das Trainingsspiel konnte man, wenn man wollte, so lesen. Der bald 30-Jährige war rechts im Einsatz wie gewohnt, allerdings in einer (mangels Personal) nur achtköpfigen Mannschaft mit Tendenz ins Mittelfeld. Neben ihm: die Doppel-Sechs Frings/Bargfrede. Und die potenziellen Außenverteidiger Schmidt und Pasanen spielten im gegnerischen Team.

So wäre es denkbar, dass die defensive Qualität von Clemens Fritz wieder in einer Art Mittelfeldkette zum Tragen kommen soll wie schon gegen St. Pauli - nur rochiert er diesmal an die Seite statt in die Mitte. Gegen eine Wolfsburger Mannschaft mit ihrer namhaften und hochwertigen Offensive wird Schaaf ohnehin die Abwehraufgaben seiner Mannschaft stärken müssen, um nicht wieder eine solche Vielzahl an gegnerischen Chancen zuzulassen wie gegen den FC St. Pauli. Ein Edin Dzeko oder ein Diego würden sie eher nutzen als die Paulianer Marius Ebbers, Matthias Lehmann oder Fin Bartels vor einer Woche.

Werder-Fans rechnen mit Punkten

Die Werder-Fans haben sich vor der Begegnung gegen die "Wölfe" optimistisch gezeigt, dass es mit drei Punkten für die Hanseaten klappt. In einer Umfrage von WESER-KURIER Online glaubten 47 Prozent (156 Stimmen) an einen Werder-Sieg bei den "Wölfen". Mit einem Unentschieden rechnen 30 Prozent (100 Stimmen), mit einer Bremer Niederlage 23 Prozent (75 Stimmen).

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