Die Born-Affäre (2)

Werder setzt Wirtschaftsprüfer ein

Bremen. Werder Bremen wird einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer mit der Untersuchung der Vorwürfe gegen seinen leitenden Geschäftsführer Jürgen L. Born beauftragen.
05.05.2014, 14:10
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Werder setzt Wirtschaftsprüfer ein
Von Thorsten Waterkamp

Bremen. Werder Bremen wird einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer mit der Untersuchung der Vorwürfe gegen seinen leitenden Geschäftsführer Jürgen L. Born beauftragen. Das sagte gestern der Aufsichtsratsvorsitzende Willi Lemke unserer Zeitung. Born wird in Medien vorgeworfen, er habe von einem Spielervermittler Teile einer Transfersumme erhalten, die Werder an einen peruanischen Verein gezahlt hatte.

Born hatte am Sonnabend in der aufkeimenden öffentlichen Diskussion um den 2001 abgewickelten Transfer des Spielers Roberto Silva reagiert und Lemke telefonisch angeboten, von sofort an seine Ämter ruhen zu lassen. Als Schuldeingeständnis will Born seine Entscheidung allerdings nicht verstanden wissen. „Ich selbst habe im Rahmen des Roberto-Silva-Transfers keine Zahlungen erhalten“, beteuerte der 68-jährige ehemalige Banker, der viele Jahre beruflich in Südamerika tätig war.

Allerdings existiert eine Zahlungsanweisung von Silvas Berater Carlos Delgado aus dem August 2001. Delgado ordnet darin die Überweisung von 50000 US-Dollar auf ein Konto von Jürgen Born bei der Banco de Montevideo vor. Wofür Born das Geld erhalten soll, ist nicht bekannt. „Wir werden alles daran setzen, damit es zu einer schnellen Aufklärung der Angelegenheit kommt“, versicherte Willi Lemke und kündigte die Einsetzung eines „unabhängigen und renommierten“ Wirtschaftsprüfers an. Werder wolle nicht „scheibchenweise“ Halbwahrheiten lesen, ergänzte der Aufsichtsratschef des Bundesligisten, „wir wollen eine lückenlose Aufklärung“. Würden die Zweifel ausgeräumt, werde Born ins Amt zurückkehren.

Eine eigene Rückkehr in die Geschäftsführung schloss Lemke aus. „Ich stehe definitiv für einen Posten bei Werder nicht zur Verfügung“, sagte der UN-Sonderbeauftragte für den Sport, „ich habe einen Traumjob und müsste mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn ich wieder ins operative Fußballgeschäft zurückkehre.“

Delgados Spieleragentur „Image“ steht in Peru im Verdacht, bei Transfers von Spielern ins Ausland niedrigere als die tatsächlich gezahlten Ablösegelder angegeben zu haben. Auf diese Weise habe das Unternehmen seit 1998 in Peru Steuern in Höhe von umgerechnet etwa acht Millionen Euro hinterzogen, schrieben einheimische Medien. Auch Werders Stürmer Claudio Pizarro, der „Image“-Gesellschafter ist, soll im Visier der Ermittler stehen.

Dieser Artikel ist am 9. März 2009 im WESER-KURIER erschienen

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