Werder Bremen Werder sorgt sich um seine Brasilianer

Bremen. Während die Mannschaftskollegen am Montag mit einem Laktattest die Arbeit nach der Weihnachtspause wieder aufnahmen und ins Trainingslager nach Belek flogen, blieben Naldo und Wesley in Bremen. Und beiden Brasilianern droht noch eine längere Pause.
04.01.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Werder sorgt sich um seine Brasilianer
Von Marc Hagedorn

Bremen. Naldo hatte die Wollmütze tief ins Gesicht gezogen. Er ließ die Schultern hängen, und sprechen wollte er auch nicht. Musste er im Prinzip auch gar nicht, denn jedermann konnte es ihm ansehen: Naldo geht es im Moment ziemlich dreckig. Während die Mannschaftskollegen am Montag mit einem Laktattest die Arbeit nach der Weihnachtspause wieder aufnahmen und damit in die Vorbereitung auf die Rückrunde starteten, stiefelte Naldo in Zivil zur Geschäftsstelle. Er hatte dort einen Termin mit Werder-Boss Klaus Allofs.

Das Gespräch mit dem Chef sollte Naldos Laune nicht verbessern. Naldo flog am Montag nicht mit ins Trainingslager nach Belek, sondern wird in den nächsten zehn Tagen weiterhin alleine in Bremen trainieren. Schlimmer noch: Es steht zu befürchten, dass Naldo noch viele weitere Wochen ausfallen wird. Die Knieprobleme, offiziell ist von einer Kniereizung die Rede, nehmen nicht ab. Seit der Sommerpause kann Naldo nur individuell trainieren, und allmählich schlägt ihm diese unglückliche Situation aufs Gemüt. Naldo, sonst der Sonnenschein in Person, lächelt nicht mehr, Naldo hat keine Lust auf ein Schwätzchen.

"Nach sieben Monaten verliert man ein bisschen seinen Optimismus", sagte Naldo am Montag, nachdem er sich entschlossen hatte, doch noch ein wenig zu reden. Daran, dass ihn die Verletzung womöglich auch die komplette Rückrunde kosten wird, mag er gar nicht denken. "Es ist ein neues Jahr", sagt Naldo, "ich glaube, es wird langsam besser." Allerdings klang Naldo bei diesen Worten nicht sehr überzeugend. Schon mehrfach wollte er in der Vergangenheit gesundheitliche Fortschritte registriert haben, mehrfach hatte er seine Rückkehr ins Mannschaftstraining angekündigt; übereilt, wie man weiß.

Auch Wesley bleibt in Bremen

Neben Naldo stapfte gestern noch ein anderer Spieler missmutig in Richtung Geschäftsstelle. Auch Mittelfeldspieler Wesley hatte drei Stunden vor dem Abflug ins Trainingslager einen Gesprächstermin mit Allofs, auch bei Wesley ging es um den Gesundheitszustand - und auch bei ihm fällt die Prognose negativ aus. Wesley, der sich im Bundesligaspiel auf Schalke einen Sehnenriss im Oberschenkel zugezogen hatte, muss ebenfalls in Bremen bleiben und ohne die Mannschaftskollegen an seiner Fitness arbeiten. Damit sieht es so aus, als müsse Werder auch auf seinen anderen Brasilianer zum Rückrundenstart gegen Hoffenheim und Köln verzichten. Kommentieren mochte Wesley diesen Umstand am Montag nicht.

Sprachlos war schließlich auch noch ein Dritter: Neuzugang Denni Avdic. Nicht, dass der schwedische Nationalstürmer nichts zu sagen gehabt hätte. Aber Werder hatte Avdic nahegelegt, mit Interviews bis Dienstaf zu warten. Zwar hat der Spieler am Montag-Mittag einen bis Sommer 2014 datierten Vertrag unterschrieben, offiziell vorgestellt werden soll der Nachfolger für Hugo Almeida allerdings erst am Dienstag im Trainingslager in Belek. Dorthin ist Avdic am Montag mit 27 Mannschaftskollegen inklusive der länger verletzten Tim Borowski und Claudio Pizarro am frühen Abend geflogen.

Im Flieger saß einer, von dem man weiß, dass er sich auf den neuen Angreifer besonders freut: Marko Marin. Werders bester Vorbereiter der Hinrunde (fünf Torvorlagen) kündigte nach dem Laktattest vollste Unterstützung für den neuen Offensivkollegen an. "Ich hoffe, dass er viele Tore für uns schießt", sagte Marin, "wir wollen ihm mit vielen Vorlagen helfen." Beim Toreschießen und dabei, Werder in der Rückrunde vor dem Schlimmsten zu bewahren. Zwar mied Marin das Wörtchen Abstiegskampf tunlichst, doch inzwischen gesteht auch der daueroptimistische Dribbler ein, "dass wir im Moment nicht auf Platz fünf schauen" müssen. Schnell jedoch will Marin den Blick wieder gen obere Tabellenhälfte schweifen lassen. Bevor er in Richtung Flughafen aufbrach, sagte er noch: "Wir wollen in Belek den Grundstein für eine Aufholjagd legen."

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