Werder Bremen Werder steht gegen Leverkusen unter Druck

Bremen. Es war nur ein T-Shirt, ganz bestimmt ohne Hintergedanken angezogen. Aber soll man verschweigen, was auf Philipp Bargfredes Hemd stand, als er kürzlich zum Werder-Training erschien? 'High on stress' stand drauf. Das trifft es wohl doch recht gut.
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Werder steht gegen Leverkusen unter Druck
Von Olaf Dorow

Bremen. Es war nur ein T-Shirt, ganz bestimmt ohne Hintergedanken angezogen. Aber soll man verschweigen, was auf Philipp Bargfredes Hemd stand, als er kürzlich zum Werder-Training erschien? 'High on stress' stand drauf. Das trifft es wohl doch recht gut.

Werder, heute in Leverkusen gefordert (ab 17.30 Uhr bei uns im Liveticker), steht zu diesem noch immer recht jungen Saisonzeitpunkt schwer unter Druck. Ein Spiel in Leverkusen ist sowieso immer schwer. Bayer kann sich zwar (und zwar markenrechtlich geschützt) 'Vizekusen' nennen. Bayer besitzt aber auch fast immer eine Mannschaft, die um die Meisterschaft mitspielen kann. Es gibt wirklich Schlimmeres und Peinlicheres, als gegen diese spielstarke Mannschaft auswärts mal zu verlieren. Werder hat sich jedoch in eine Lage manövriert, in der eine Niederlage gegen Bayer unbedingt und irgendwie vermieden werden muss. Die Blamagen von Hoffenheim oder Hannover hätten nicht geschehen dürfen, wenn die Lage entspannter sein sollte.

Irgendwie - das scheint wirklich eine angebrachte Vokabel zu sein. Werders Aufgebot sollte man vielleicht nicht das letzte Aufgebot nennen. Aber das vorletzte Aufgebot war es schon, dass sich gestern auf die Busreise ins Rheinland begab. Die Hoffnung, dass nicht auch noch Tim Borowski ausfällt, starb gestern morgen. Borowski spürte erneut Schmerzen an der Leiste. Er rief Trainer Thomas Schaaf an und sagte ab. Im Mittelfeld fehlen nun Torsten Frings und Tim Borowski.

Für den Sturm fallen Claudio Pizarro und Sandro Wagner aus, für die Abwehr Clemens Fritz, Naldo und Sebastian Boenisch. Schaaf hat kaum noch Alternativen, der 16-er Kader für Leverkusen konnte nur ein 16-er Kader werden, weil die U-23-Spieler Onur Ayik und Leon-Aderemi Balogun hinzugezogen wurden.

'Wir haben immer noch eine Mannschaft, die sich mit Leverkusen streiten kann', sagt Thomas Schaaf. Er wolle nicht herumjammern, sagt er, sondern 'die Sache anpacken'. Das ist natürlich klar, dass er das sagt. Erstens weil er ein erfahrener Trainer und zweitens weil er ja Thomas Schaaf. Ein Thomas Schaaf, so steht es im Grundgesetz der Bundesliga, stellt sich 'den Dingen' selbst dann noch, wenn nur Busfahrer, Zeugwart und Masseur fit sind.

Dass ihm Qualität fehlt, mehr wohl als den ebenfalls gebeutelten Leverkusenern, das stimmt natürlich trotzdem. Das weiß Schaaf. Das sagt er auch. Er kann nur hoffen, dass er es diesmal geschafft hat, eine Mannschaft auf den Platz zu schicken, in der einer für den anderen kämpft und rennt und die ihrem Gegner nicht so viel Platz lässt. In Hoffenheim und Hannover gab es diese Werder-Mannschaft nicht. Gegen Mainz nicht, in Mailand nicht.

Man dürfe sich für keine Weg zu schade sein, mahnte Per Mertesacker, der stellvertretend für Torsten Frings als Kapitän dieser Mannschaft auftritt. 'Leidenschaft' mahnte er an. Köpfchen mahnte er auch noch an. Er habe letztens Leverkusen gegen Dortmund gesehen und fand Bayer 'sehr, sehr stark' dabei. 'Da müssen wir gute Lösungen haben', sagte er. Leidenschaft und Köpfchen - es gibt leichtere Aufgaben für ein vorletztes Aufgebot. Was stand nochmal auf Bargfredes Hemd?

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