Werder Bremen Werder verhängt Getränkeverbot im West-Oberrang

Bremen. Seit dem Champions-League-Spiel gegen Tottenham Hotspur dürfen Fans im Weserstadion im gesamten Oberrang der Westtribüne keine Getränke mehr mit zu ihrem Platz nehmen. Unter den Anhängern der Grün-Weißen sind die Reaktionen gespalten.
16.09.2010, 09:00
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Werder verhängt Getränkeverbot im West-Oberrang
Von Thorsten Waterkamp

Bremen. Im West-Unterrang des umgebauten Weserstadion lebt sich's gefährlich. Dachten zumindest eine ganze Reihe von Besuchern des Champions-League-Qualifikationsspiels gegen Sampdoria Genua vor vier Wochen. "Da waren fünf Genuesen mit nacktem Oberkörper hochgeklettert und hielten sich nur noch am Netz fest", berichtete ein Augenzeuge, der einen Blick nach oben in den Gästeblock geworfen hatte. Sein nächster Gedanke war konsequent: "Was passiert, wenn da einer runterfällt."

So weit ist es nicht gekommen, aber der Gästeblock, nach dem Umbau im Oberrang angesiedelt, birgt unerwartete Probleme - nicht nur wegen turnender Fans.

Wenn den Zuschauern im West-Unterrang auch wohl kaum Gäste-Anhänger auf den Kopf fallen - diese Sicherheit dürfte dann doch gewährleistet sein -, so ist nicht alles, von von oben kommt, ein Segen. Literweise Bier und andere Getränke schenkten im Spiel gegen Köln FCK-Freunde aus, sehr zum Unmut der zahlenden Kundschaft im Unterrang. Selbst komplette Bierbecher fanden den Weg herab, was für eine Frau schwer wiegende Folgen hatte. Am Kopf betroffen, musste die Zuschauerin gar medizinisch versorgt werden.

"Das ist absolut akzeptiert worden"

Am Dienstag gegen Tottenham hat Werder reagiert - und den gesamten Oberrang der Westtribüne trocken gelegt. Seitdem ist es verboten, Getränke mit auf den Platz zu nehmen - wer sein Pausen-Bier trinken möchte, darf dies nur noch im Umlauf vor den Eingängen zu den Plätzen tun. Und das gilt für die Gäste-Fans ebenso wie für die Bremer Anhänger in den benachbarten Blöcken. Es geht um "erhöhte Fan-Sicherheit", kündigte Werder am Dienstagmittag kurzfristig an, und die Reaktionen der Besucher tat Mediendirektor Tino Polster gestern Abend kund: "Das ist absolut akzeptiert worden. Von den Gästen und von den heimischen Fans."

Wohl nicht von allen. So hatte sich bereits gestern Vormittag ein erboster Werder-Anhänger in der Marketing-Abteilung des Klubs per Mail gemeldet und seinem Ärger ausführlich Luft gemacht. Er fühle sich "in Sippenhaft genommen", erklärte er - und beschrieb den "Gipfel der Unverfrorenheit" in der Pause: "Nun war es auf einmal nicht mal mehr erlaubt, eine Bratwurst oder eine Brezel mit an seinen Platz zu nehmen. Kinder standen vor dem Block und weinten, weil die Ordner sich weigerten, sie mit ihrer Brezel in der Hand wieder zu ihren Eltern an den Platz zu lassen."

Polster von Brezel-Verbot erstaunt

Beim Brezel-Verbot könnte es sich um den Irrtum der Ordner gehandelt haben - darüber war selbst Polster erstaunt. Fakt aber ist, dass das Getränkeverbot für die kompletten West-Oberrang auch in der Bundesliga fortgesetzt wird.

So etwas gibt es - allerdings nur für gegnerische Fans - auch in Münchner Allianz-Arena, die neben dem umgebauten Weserstadion die einzige Bundesliga-Anlage mit einem Gäste-Block im Oberrang ist. Also eine eher seltene architektonische Lösung, bei der sich die Frage nach dem Warum aufdrängt. Bei Werder wiegelt man ab, der mit dem Stadionbau befasste damalige Geschäftsführer Manfred Müller mochte sich nicht dazu äußern und verwies an die aktuelle Geschäftsführung. Vom Verein hieß es, aufgrund der baulichen Begebenheiten und der zu beachtenden Sicherheitsvorgaben sei "die Wegführung in den Oberrang die günstigste Möglichkeit, um die Gäste stressfrei unterzubringen".

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