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Werders Plan mit dem Iran

Patrick Hoffmann 13.09.2017 1 Kommentar

GER, 1.FBL, Hertha BSC vs SV Werder Bremen
Werder und der Iran. (Illustration nordphoto/stv)

Drei Monate ist das jetzt her, da saß Alexander Nouri zu später Stunde im Azadi-Stadion in Teheran im Scheinwerferlicht. Der Werder-Trainer war zu Gast in der wichtigsten Sportsendung des Iran, „Navad“, die Woche für Woche von einem Millionenpublikum geschaut wird, und plauderte rund zwei Stunden über Fußball. Es war der erste große TV-Auftritt Nouris im Heimatland seines Vaters, und wann immer man ihn seitdem darauf anspricht, bekommt der 38-Jährige leuchtende Augen.

Werder hat Nouris Iran-Reise damals offiziell als Privatreise zu den Wurzeln seiner Familie bezeichnet, aber natürlich war das nur die halbe Wahrheit. Denn gemeinsam mit Nouri und dessen Vater war auch Werders Mediendirektor Michael Rudolph nach Teheran geflogen. Nouri und Rudolph sollten abklopfen, welche Möglichkeiten sich für den Bundesligisten im Iran ergeben könnten – sportlich und wirtschaftlich. „Der Iran ist nicht uninteressant für uns, wir sondieren den Markt vor Ort“, sagte Werder-Boss Klaus Filbry damals, und mittlerweile scheint es nicht mehr ausgeschlossen, dass sich die Bremer tatsächlich im Iran engagieren.

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Konkrete Pläne gibt es nach MEIN-WERDER-Informationen zwar noch nicht, der Klub hat aber bereits im Juli ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Chancen und Risiken eines Bremer Engagements im Iran aufzeigt und Ideen liefert, wie Werder ein solches Vorhaben am besten angeht. Verfasst hat es Johannes Bohnen, ein unabhängiger Berater für politische Kommunikation. Anders als in der Vorbereitung, als Werder eine Einladung für ein Freundschaftsspiel im Iran erhalten hatte, „liegt uns aktuell aber kein Angebot aus dem Iran vor“, sagt Filbry.

Werder und der Iran – das ist ein sensibles Thema. Das weiß Werder. Das weiß der Gutachter. Dennoch sagt er im großen MEIN-WERDER-Interview, dass der Iran „für Werder eine große Chance“ sein könne, „nicht nur wirtschaftlich. Es wäre ein Beitrag, die Öffnung des Landes zu unterstützen, die deutsch-iranischen Beziehungen zu verbessern und Brücken zu schlagen zwischen den Menschen in Bremen und im Iran.“ Wichtig sei aber, dass das Engagement von Werder nachhaltig und glaubwürdig sein solle. „Wichtig wäre, dass der Verein langfristige Projekte angeht und Perspektiven aufzeigt.“

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