Plan für Almeida-Nachfolge Werder will heute Denni Avdic verpflichten

Bremen. Werder Bremen steht unmittelbar vor der Verpflichtung von Stürmer Denni Avdic. "Perfekt ist die Sache noch nicht, aber es sieht gut aus", sagte Werder-Boss Klaus Allofs dem WESER-KURIER. Der schwedische Nationalspieler soll heute einen Vertrag unterschreiben.
03.01.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Werder will heute Denni Avdic verpflichten
Von Marc Hagedorn

Bremen. Werder Bremen steht unmittelbar vor der Verpflichtung von Stürmer Denni Avdic. "Perfekt ist die Sache noch nicht, aber es sieht gut aus", sagte Werder-Boss Klaus Allofs dem WESER-KURIER. Der schwedische Nationalspieler weilt bereits seit Sonntag in Bremen und soll am Montag einen Vertrag unterschreiben. Wenn alles nach Plan verläuft, kann Avdic schon am späten Nachmittag mit seiner neuen Mannschaft ins Trainingslager nach Belek in die Türkei fliegen.

Bremen. Denni Avdic steht da, wo ein Torjäger zu stehen hat. Eine Flanke in den Fünfmeterraum köpft der Stürmer von IF Elfsborg zum 1:0-Sieg über Lazio Rom ins Tor. Ein andermal, in einem Spiel gegen AIK Stockholm, nimmt Avdic den Ball aus 20 Metern mit vollem Risiko volley und schießt ihn ins Tor. Zu besichtigen sind diese Großtaten im Internet. Wenn es nach den Verantwortlichen von Werder Bremen geht, sollen sich schon bald die Fans im Weserstadion live ein Bild von Avdics Torjägerqualitäten machen können.

Zwar wollte Werder-Boss Klaus Allofs den Transfer gestern noch nicht als perfekt vermelden, aber Fakt ist, dass Werder den schwedischen Nationalspieler verpflichten will. Heute im Laufe des Tages sollen die letzten Details mit dem Spieler und dessen Berater geklärt werden. In Elfsborg hat Avdic noch einen Vertrag bis Dezember 2011, weswegen eine Ablösesumme fällig wird, die sich zwischen zwei und drei Millionen Euro bewegen soll. Wahrscheinlich bietet Werder Bremen dem Stürmer einen Vertrag bis zum Sommer 2014 an.

"Einer mit Torriecher, wie wir hoffen"

Seit gestern Nachmittag ist Avdic in Bremen, heute Morgen findet die sportmedizinische Untersuchung statt, und - wenn alles glatt läuft - soll Denni Avdic bereits am Abend mit seinen neuen Mannschaftskollegen im Flieger in Richtung Belek sitzen. "Das wäre ideal", sagt Allofs. Was für ein Spieler ist Denni Avdic? "Einer mit Torriecher, wie wir hoffen", sagt Allofs.

In der in Schweden gerade beendeten Saison hat der 22-Jährige seinen Torinstinkt eindrucksvoll nachgewiesen. 19 Treffer für den Klub IF Elfsborg machten Avdic mit großem Abstand zum Torschützenkönig der Allsvenskan, wie die erste schwedische Liga heißt. Avdic traf dabei wochenlang dermaßen regelmäßig, dass sich das schwedische Fernsehen im August veranlasst sah, einen Extra-Beitrag über den groß gewachsenen Angreifer zu drehen. In dem Film äußern sich unter anderem Anders Svensson und Emir Bajrami, beides schwedische Nationalspieler, ausgesprochen positiv über ihren Teamkollegen. Kein Wunder: Zu der Zeit traf Avdic alle 76 Minuten, und damit so regelmäßig wie sonst kein anderer Stürmer in Europa.

Zwar ging die Traumquote gegen Saisonende ein wenig nach unten, aber wer sich im Internet einige Videos anschaut, der erkennt sehr gut, was sich Werder verspricht, und welchen Spielertyp Avdic verkörpert. In vielen Szenen kommt der Schwede wie eine Kopie von Hugo Almeida daher, den er in Bremen ja ersetzen soll. Avdic spielt viel mit dem Rücken zum Tor, behauptet Bälle, schirmt sie mit seinem bulligen Körper gut ab, benutzt aber auch häufig den Kopf. Kurz: Avdic ist ein Stoßstürmer moderner Prägung und einer von der Sorte Spieler, wie sie Werder am liebsten holt: noch nicht ausgereift, aber mit Potenzial, also entwicklungsfähig.

Diese Erwartung hat Werder in Europa nicht exklusiv, auch andere Vereine hatten den Nationalspieler (ein Länderspiel) längst in ihrer Kartei, unter anderem den Premier-League-Klubs Blackburn Rovers und Birmingham City wurde ein reges Interesse nachgesagt. Marko Marin und Per Mertesacker übrigens haben ihren Teamkollegen in spe schon Mitte November einmal getroffen. Es war beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Göteborg. Avdic war von Nationaltrainer Erik Hamrén nachnominiert worden, hatte die Partie (0:0) dann aber - wie Mertesacker - von der Ersatzbank aus verfolgen müssen. Ein Schicksal, auf das er in Bremen gern verzichten will.

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