Eines der größten 1999er-Talente Werders Jano Baxmann schießt Deutschlands U17 zur EM

Mit seinem 1:0-Siegtreffer gegen die Niederlande hat Werders Nachwuchstalent Jano Baxmann Deutschlands U17 zur EM geschossen. Der dribbelstarke Stürmer entwickelt sich schnell - und verzückt seine Trainer.
01.04.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Mit seinem 1:0-Siegtreffer gegen die Niederlande hat Werders Nachwuchstalent Jano Baxmann Deutschlands U17 zur EM geschossen. Der dribbelstarke Stürmer entwickelt sich schnell - und verzückt seine Trainer.

Am Dienstagabend saß Marco Grote auf der Tribüne des Paul-Janes-Stadions in Düsseldorf. Was er sah, gefiel dem Trainer von Werders U17: „Ich habe mich sehr gefreut.“ Den Anlass zu Grotes gelungenem Abend lieferte einer seiner Fußballer. Denn Werder-Stürmer Jano Baxmann erzielte das Tor des Tages beim 1:0 gegen die Niederlande und sicherte dem deutschen U17-Nationalteam damit die Teilnahme an der Europameisterschaft im Sommer in Aserbaidschan.

Kein Wunder also, dass auch der 17-Jährige nur gute Erinnerungen an die Partie gegen den Nachwuchs des Nachbarn hat. „Ein tolles Gefühl“, sagt Baxmann. Mit seinen drei Treffern im zweiten Qualifikationsturnier – der Bremer traf beim 5:1 gegen die Slowakei zudem doppelt – hat sich auch die Enttäuschung über das Vier-Nationen-Turnier im Herbst erledigt. Damals, als die deutsche U17 in Bremen gegen Italien, die Niederlande und Israel antreten sollte, war Jano Baxmann bereits fester Bestandteil der nationalen Auswahl. Einen Einsatz hatte er infolge einer Innenbandreizung allerdings nicht absolviert.

Überhaupt: Die gesamte Hinrunde war eigentlich zum Vergessen. Immer wieder wurde der Stürmer von Knieproblemen geplagt, kam bis Ende November auf ganze fünf Einsätze. Derweil vermochte Werders U17 den stetigen Ausfall ihres Goalgetters nicht zu kompensieren. Weil dem Angriff die Durchschlagskraft fehlte, platzierte sich das Team von Marco Grote zum Jahreswechsel noch im Mittelfeld. „Gerade über seinen Ausfall beim Vier-Nationen-Turnier war Jano sehr enttäuscht, aber wir haben ihm immer gesagt, dass er schnell wieder dabei sein wird“, erinnert sich Thomas Wolter.

Eines der größten deutschen Talente des 1999er-Jahrgangs

Der sportlicher Leiter in Werders Leistungszentrum sah sich in diesem Jahr bestätigt: „Jano bringt starke Leistungen in der Rückrunde.“ Sie halten viel von dem Stürmer, der 2008 vom TSV Havelse an die Weser wechselte. Marco Grote sagt, Baxmann verfüge über „eine extrem positive Fähigkeit“ und meint damit die Schnelligkeit seines Spielers. Dabei beschränkt sich dessen läuferische Qualität aber nicht auf das Tempo allein; Werders Talent kann mehr, als nur geradeaus laufen. Grote: „Jano beherrscht auch das Tempodribbling und das fintierte Dribbling.“ Der junge Kicker gewinnt offensive Zweikämpfe also auch, indem er seine Gegner durch eine raffinierte Täuschung aussteigen lässt.

Das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses. Denn Jano Baxmann musste Lehrgeld zahlen in den vergangenen Jahren. Er bringt seine Fähigkeiten, das spielerische Potenzial gepaart mit seiner Sprintstärke, heute deutlich besser ein als noch in der Vergangenheit. Ein Wunder ist das nicht, schließlich gelangen Fußballer in seinem Alter erst Schritt für Schritt zu einer gewissen Reife. Bei Baxmann trat allerdings auch eine charakterliche Entwicklung hinzu, was auch nicht gerade untypisch ist. „Jano ist anders als andere“, sagt Thomas Wolter schmunzelnd, und Marco Grote lobt das gesunde Selbstbewusstsein des Kickers. Doch er habe auch den ein oder anderen Konflikt mit seinem Kicker ausgetragen.

„Er ist ein bisschen eigenwillig und schoss früher manchmal übers Ziel hinaus“, so der Trainer. Nach Misserfolgen habe Jano Baxmann die Ursachen in der Vergangenheit gern bei anderen gesucht und sei nicht bei der eigenen Leistung angefangen. „Jetzt ist er erwachsener geworden“, findet Marco Grote. Genauso wie Thomas Wolter zählt der U17-Coach den blonden Angreifer deshalb längst zu den aussichtsreichen Kandidaten des Jahrgangs 1999. Das gilt auch für die U17-Nationalmannschaft – und zwar nicht erst seit Dienstag.

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