Tottenham Hotspur - Werder Bremen 3:0 Werders "Notelf" vollbringt kein Wunder

London. Werder Bremen hat durch ein 0:3 (0:1) bei Tottenham Hotspur jede Chance auf den Verbleib in einem europäischen Wettbewerb verspielt. In London zeigte Werders "Notelf" zwar Willen und Einsatz, blieb aber über 90 Minuten ohne nennenswerte Torchance.
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Von Ben Binkle

London. Werder Bremen hat durch ein 0:3 (0:1) bei Tottenham Hotspur jede Chance auf den Verbleib in einem europäischen Wettbewerb verspielt. In London zeigte Werders "Notelf" zwar Willen und Einsatz, blieb aber über 90 Minuten ohne nennenswerte Torchance. Damit ist das Aus in der Champions League schon vor dem letzten Gruppenspiel gegen Inter Mailand am 7. Dezember besiegelt.

Ohne zehn Profis war Werder nach London gereist, am Mittwoch meldete sich dann auch noch Stürmer Hugo Almeida mit Oberschenkelproblemen ab. Sandro Wagner rückte dafür in den Sturm, zudem gaben die U23-Spieler Dominik Schmidt und Felix Kroos ihr Startelf-Debüt für Werder Bremen. Schmidt verteidigte links in der Abwehrkette, Kroos durfte zentral im Mittelfeld ran. Für den rotgesperrte Torsten Frings führte Per Mertesacker das Team als Kapitän aufs Feld.

Vor 33.000 Zuschauern an der White Hart Lane erwischte Werder einen klassischen Fehlstart. Gerade einmal sechs Minuten waren gespielt, da gab es den nächsten Nackenschlag für die Grün-Weißen. Von Daniel Jensen eher begleitet als gestört durfte Aaron Lennon in die Mitte flanken, wo er trotz deutlicher Bremer Überzahl den aufgerückten Abwehrmann Younes Kaboul fand - der Franzose vollendete aus acht Metern unhaltbar (6.).

Mit der frühen Führung im Rücken machten die "Spurs" nicht mehr, als eben nötig, kontrollierten dabei aber das Spiel. Werder stand tief und war bemüht, die Räume für die schnellen Außenbahnspieler eng zu machen. Mit durchwachsenem Erfolg: Vor allem Clemens Fritz hatte auf rechts gewaltige Probleme mit Tottenhams Shootingstar Gareth Bale.

Werder offensiv zu harmlos

In Minute 22 zeigte der Linksfuß seine Extraklasse, als er Fritz einmal mehr überlief und die nächste Chance einleitete. Peter Crouch legte die Flanke des Walisers auf Sturmpartner Roman Pavlyuchenko ab, doch der Russe verzog aus zehn Metern deutlich. Zwei Minuten später verfehlte Bale mit einem Freistoß den Torwinkel nur knapp.

Werders "Notelf" fiel an der White Hart Lane - anders als zuletzt in Stuttgart und Schalke - nach dem 0:1 nicht auseinander, war aber in der Spielanlage harmlos und zögerlich. Mehr als zwei Distanzschüsse von Aaron Hunt (21.) und Marko Marin (32.) sahen die rund 2000 mitgereisten Werder-Fans in der ersten Halbzeit nicht von ihrem Team. Eine echte Torchance hatte Werder nicht, dafür funktionierte die Defensive - auch wegen Debütant Schmidt - zumindest solide.

Wenn Tottenham gefährlich wurde, dann immer über die schnellen Außenspieler. Lennon zog das Tempo gegen Schmidt und Sebastian Prödl an, brachte Pavlyuchenko am Elfmeterpunkt mustergültig ins Spiel, der Stürmer agierte beim Torschuss aber derart umständlich, dass Mertesacker noch blocken konnte (36.).

Es lief bereits die Nachspielzeit, als sich Werders Abwehr eine weitere verhängnisvolle Auszeit nahm. Mertesacker verlor das Kopfballduell mit Crouch, Luka Modric nahm den Ball auf, tanzte den ungestüm anrauschenden Prödl aus und zog trocken zum 2:0 ab (45.). Ein zu diesem Zeitpunkt komplett unnötiges Gegentor für die Bremer. Sekunden später pfiff Schiedsrichter Benquerenca die erste Hälfte ab.

Bale kommt an Wiese nicht vorbei

Auch im zweiten Abschnitt sorgte Gareth Bale für die Schlagzeilen. Erst setzte er einen Freistoß an die Querlatte (51.), dann bat er Fritz auf links zum nächsten Tanz und flankte auf Crouch, der aber zwei Meter vor dem Tor noch Prödl ans Bein köpfte (52.). Weitere 60 Sekunden später ging dann Kroos zu ungestüm gegen Modric zu Werke, Benquerenca entschied zu Recht auf Elfmeter. Von den Fans lautstark geforderte, schnappte sich Bale den Ball, scheiterte dann aber mit einem schwachen Versuch an Tim Wiese (54.).

Für Kroos war das Elfmeter-Foul die letzte Aktion seines blassen Werder-Debüts. Schaaf nahm den 19-Jährigen vom Platz und brachte Onur Ayik (55.). Und der hätte fast die erste Werder-Torchance gehabt, stolperte aber nach schönem Pass von Marin bei der Ballannahme (63.). Offensiv gab Werder Bremen weiterhin ein ganz schwaches Bild ab.

Weil auch Tottenham immer weniger riskierte, flachte das ohnehin höchstens durchschnittliche Spiel weiter ab. Der eingewechselte Jermaine Defoe prüfte noch einmal Wiese (61.), der konnte endlich mal eine Flugeinlage zeigen und mit beiden Fäusten klären.

Crouch setzt den Schlusspunkt

Und der überragende Bale wurde weiterhin nicht mit einem Tor belohnt. Rund ein Meter fehlte bei seinem Flachschuss zum dritten Spurs-Treffer (78.), dann traf er per Flanke nur die Latte (79.). Doch während die Tottenham-Fans noch raunten, hatte Lennon den Ball schon wieder in den Strafraum befördert, wo Crouch schneller schaltete als die Bremer Abwehr und auf 3:0 erhöhte (79.).

Die Partie war längst entschieden, Schaaf verhalf aber noch Lennart Thy zu seinem Profi-Debüt. Der Nachwuchsspieler ersetzte den einmal mehr schwachen Aaron Hunt (80.). Daniel Jensen versuchte es noch einmal aus 25 Metern, der Ball segelte aber deutlich am Kasten der Gastgeber vorbei. Auch der Versuch des Dänen war keine echte Torchance und wirkte schon fast hilflos.

So blieb es am Ende beim auch in dieser Höhe verdienten Sieg der Gastgeber, die damit sicher im Achtelfinale der Champions Leaguestehen. Werder bleibt im Monat November weiter ohne Sieg und sogar ohne Tor. Am Sonntag geht es in der Bundesliga im Weserstadion gegen den FC St. Pauli.

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