Eintracht Frankfurt - Werder Bremen Wiese rettet Werder einen Punkt in Frankfurt

Frankfurt/Main. Eintracht Frankfurt und Werder Bremen haben sich in einem intensiv geführten Bundesligaspiel 1:1 unentschieden getrennt. Martin Fenin glich die Bremer Führung nach einem Eigentor der Hessen aus. Außerdem entschärfte Tim Wiese mehrere Großchancen.
08.04.2011, 22:22
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Wiese rettet Werder einen Punkt in Frankfurt
Von Daniel Stöckel

Frankfurt/Main. Eintracht Frankfurt und Werder Bremen haben sich in einem intensiv geführten Bundesligaspiel 1:1 unentschieden getrennt. Martin Fenin glich die Bremer Führung nach einem Eigentor der Hessen aus. Außerdem entschärfte Tim Wiese mehrere Großchancen.

Im ausverkauften Frankfurter Stadion, darunter rund 4000 Fans aus Bremen, setzte Werder-Trainer Thomas Schaaf zunächst auf die identische Startelf wie zuletzt beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart.

Für Claudio Pizarro, der am Freitagvormittag noch einen Belastungstest absolviert hatte und anschließend an den Main nachreiste, blieb zunächst nur ein Platz auf der Ersatzbank. So begannen im Werder-Angriff wieder Sandro Wagner und Denni Avdic.

"Es muss uns klar sein, dass das in Frankfurt ein heißer Tanz wird", hatte Schaaf vor dem Anpfiff gesagt und auf die Heimpremiere von Eintracht-Trainer Christoph Daum verwiesen. Und der Werder-Coach sollte recht behalten. Schon nach fünf Minuten hatten sowohl Wagner als auch Maik Franz bereits die Gelben Karte gesehen.

Kurz danach gerieten die beiden nach einem Zweikampf erneut aneinander, aber Schiedsrichter Florian Meyer, der den erkrankten Dr. Felix Brych vertrat, beließ es bei einer Ermahnung. Insgesamt folgten bis zum Spielende vier weitere Gelbe Karten.

Wagner trifft nur dem Pfosten

Vier Minuten später hatten die Bremer die Riesenchance zur Führung. Sandro Wagner stürmte alleine auf den Frankfurter Torwart Ralf Fährmann zu, schoss den Ball aber nur an den rechten Pfosten. Clemens Fritz hatte den Angreifer mit einem sehenswerten Diagonalpass gut in Szene gesetzt. Zuvor war von beiden Mannschaften in der Offensive bis dahin noch nicht viel gesehen zu wesen.

In der 18. Minute besaßen dann die Gastgeber ihre erste gute Gelegenheit, in Führung zu gehen. Alexander Meier setzte sich am rechten Strafraumeck durch und leitete den Ball weiter zu Gekas, der aus rund acht Metern abschloss. Wiese rettete mit einer Glanzparade

Kurz danach wieder eine Torchance für Werder: Nach einer guten Flanke war es Marko Marin mit einem Kopfballaufsetzer, aber Fährmann wehrte stark ab (21.).

Pizarro ersetzt Avdic

Früher als erwartet kam dann in der 26. Minute Claudio Pizarro zu seinem Einsatz. Avdic hatte im Zweikampf mit Sebastian Jung einen Schlag abbekommen und ließ sich auswechseln.

Die nächste Gelegenheit gehörte wieder den Bremern. Tim Borowski setzte sich in der 30. Minute gut über die rechte Seite durch und passte auf Pizarro, aber Franz störte den Peruaner entscheidend.

Viele Zweikämpfe und viele Diskussionen prägten weiterhin die Partie. Diskussionswürdig war auch die Szene in der 34. Minute, als Marco Russ nach einer Flanke von links im eigenen Strafraum mit der Hand klärte. Meyer sah allerdings keine Veranlassung, auf Strafstoß zu entscheiden.

Weitere nennenswerte Torchancen sahen die Fans erst wieder unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff. Zunächst scheiterte Pizarro bei einem Drehschuss an Fährmann, direkt anschließend traf Wagner nur das Außennetz.

"Wir hatten die Mehrzahl der Torchancen"

"Wir haben das eigentlich ganz gut gemacht", lautete das Fazit von Werder-Boss Klaus Allofs zur Halbzeit. "Wir hatten die Mehrzahl der Torchancen. Was wir noch schlecht machen ist, dass wir uns von der Hektik anstecken lassen."

Personell unverändert gingen beide Mannschaften die zweite Hälfte an. Werder begann agiler, aber weder Petri Pasanen (49.), Wesley (52.) oder Pizarro (56.) konnten den Ball im Frankfurter Kasten unterbringen.

In der 58. Minute jubelten die Werderaner dann aber doch: Nach einer Freistoßflanke wollte Halil Altintop vor Wagner klären, köpfte den Ball aber ins eigene Tor.

Wiese reagiert glänzend

Auf der Gegenseite hätten die Gastgeber postwendend ausgleichen können, aber Tim Wiese faustete den Ball von Theofanis Gekas mit einer glänzenden Reaktion noch über die Torlatte. Nur zwei Minuten später hatte der Grieche Gekas die erneute Gelegenheit, aber im Eins-zu-Eins-Duell gegen Wiese war Gekas dem Werder-Keeper wieder unterlegen.

Aber auch die Bremer hatten im Anschluss weitere Torchancen. Zunächst klärte Fährmann Mikael Silvestres Freistoßflanke, anschließend rauschte Marins abgefälschter Schuss am Frankfurter Tor vorbei.

Frankfurt gab sich allerdings nicht auf und spielte weiterhin nach vorne. Das gab Werder Gelegenheit zu Kontern, die die Bremer aber nicht nutzen konnten.

Neun Minuten vor Spielende wechselte Werder-Trainer Schaaf noch einmal aus. Philipp Bargfrede nahm Borowskis Position auf der linken Seite ein.

Fenin-Kopfball ist unhaltbar

Völlig überraschend kamen die Gastgeber in der 83. Minute dann doch noch zum Ausgleich. Jung flankte von rechts scharf in die Mitte, wo Martin Fenin einen Kopfball aus zehn Metern unhaltbar für Wiese im Werder-Tor unterbrachte.

Weil Gekas kurz vor Schluss erneut nicht an Wiese vorbeikam und beide Teams in den vier Minuten Nachspielzeit keine Treffer mehr erzielen konnten, blieb es am Ende bei einem ansehnlichen 1:1-Unentschieden in der Commerzbank-Arena. Werder ist jetzt seit sechs Spielen ungeschlagen.

Für die Bremer geht es in der Bundesliga am kommenden Sonnabend weiter. Gegner im Weserstadion ist dann ab 18.30 Uhr die Mannschaft des FC Schalke 04. Das Hinspiel hatten die Gelsenkirchener mit 4:0 für sich entschieden.

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