Werder-Trikotsponsor Wiesenhof und Werder verlängern

Werder Bremen und Wiesenhof verlängern ihre Zusammenarbeit vorzeitig um ein Jahr bis zum Sommer 2017. Das hat Werder am Donnerstagvormittag dann auch offiziell bestätigt.
17.09.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Wiesenhof und Werder verlängern
Von Marc Hagedorn

Werder Bremen und Wiesenhof verlängern nach ihre Zusammenarbeit vorzeitig um ein Jahr bis zum Sommer 2017. Nachdem der WESER-KURIER bereits darüber berichtet hatte, bestätigte Werder die Vertragsverlängerung am Donnerstagvormittag dann auch offiziell.

Gut für Werder an dem Geschäft: Wiesenhof wird sein Engagement deutlich ausweiten – das heißt konkret, dass Werder künftig einen Aufschlag im mittleren sechsstelligen Bereich erhalten wird. Bislang erhielt der Klub geschätzte 5,5 Millionen Euro. Die Einigung passt in die jüngste Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen dem Klub und dem Unternehmen. Denn auch bei der Pizarro-Verpflichtung vor einigen Tagen hatte sich Wiesenhof finanziell eingebracht. Geschäftsführer Thomas Eichin hatte Wiesenhof während der Pizarro-Vorstellung ausdrücklich dafür gedankt.

Kritik ebbt ab

Die Verlängerung der Zusammenarbeit insgesamt ist deshalb auch keine allzu große Überraschung. Nach dem schwierigen Start der Partnerschaft im Sommer 2012 – Tierschützer und auch Werder-Fans hatten die Kooperation heftig kritisiert – hat sich die Situation mittlerweile entspannt. Proteste sind kaum mehr zu vernehmen, Vereinsaustritte wie anfangs wegen Wiesenhof oder überklebte Werbung auf dem Trikot hat es zuletzt nicht mehr gegeben.

Im Gegenteil: Viele Werder-Fans haben fleißig das neue Pizarro-Trikot gekauft und es binnen weniger Tage zum Verkaufsschlager werden lassen. Insgesamt hatten Wiesenhof und Werder in der jüngeren Vergangenheit von einer „Versachlichung“ in der öffentlichen Diskussion um Massentierhaltung gesprochen und dies auch als Erfolg ihrer Zusammenarbeit gewertet.

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Für Wiesenhof macht eine Fortsetzung des Engagements bei Werder auch deshalb Sinn, weil der Geflügel-Spezialist demnächst eine vegane Produktlinie auf den Markt bringen wird. Dabei soll die attraktive Werbeplattform Fußball-Bundesliga dem Unternehmen helfen, die Marke bekannt zu machen. Umgekehrt kann sich Werder über eine finanzielle Erhöhung freuen, die den Klub im Bundesliga-Ranking der Trikotsponsoren in die Europa-League-Ränge zurückführt. Also dorthin, wo Werder auch sportlich demnächst wieder stehen will.

Mit den nun knapp mehr als sechs Millionen Euro pro Jahr reichen die Bremer zwar nicht an die Branchenriesen FC Bayern (Telekom) und VfL Wolfsburg (VW) heran, die bis zu 30 Millionen Euro von ihren Hauptsponsoren erhalten sollen. Aber traditionsreiche Bundesliga-Konkurrenten wie Hertha BSC (Partner: bet-at-home, 6 Millionen), 1. FC Köln (Rewe, 5 Mio.), VfB Stuttgart (Daimler-Benz Bank, 5 Mio.) oder Hannover 96 (Heinz-von-Heiden, 4 Mio.) liegen hinter Werder.

Zuletzt hatte Eintracht Frankfurt mit der Partnerschaft zum Autobauer Alfa Romeo die Sechs-Millionen-Marke erreicht. Der HSV (Fly Emirates) und Borussia Mönchengladbach (Postbank) sollen knapp über sieben Millionen Euro pro Jahr verdienen. Insgesamt erlösen die 18 Bundesligisten geschätzt rund 165 Millionen Euro.

Das ist Werder-Partner Wiesenhof

Wiesenhof gehört zur PHW-Gruppe und hat seinen Sitz in Rechterfeld im Oldenburger Münsterland. Für die PHW-Gruppe arbeiten weltweit 6000 Menschen, den Gesamtumsatz beziffert das Unternehmen auf 2,3 Milliarden Euro. Davon entfallen 1,5 Milliarden auf das Kerngeschäft „Geflügelspezialitäten“. Wiesenhof ist als Geflügelproduzent Marktführer in Deutschland.

Rund 1000 Vertragslandwirte verpflichten sich, nach den Richtlinien des Unternehmens zu arbeiten. Sie werden von Wiesenhof kontrolliert. Das Unternehmen besitzt sechs Brütereien, fünf Mischfutterwerke, sechs Schlachtereien, vier Verarbeitungsbetriebe sowie ein Veterinär- und ein Qualitätslabor. Wiesenhof wurde als kleiner Landhandel 1932 gegründet. Peter Wesjohann führt das Unternehmen in der dritten Generation. Für Wiesenhof-Produkte haben schon Oliver Kahn, Dieter Bohlen, Ailton und Atze Schröder geworben.

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