Werder Bremen Wirtschaftlicher Aufbruch mit Klaus Filbry

Dubai. Mit dem neuen Marketing-Geschäftsführer Klaus Filbry will sich Werder Bremen international einen Namen machen. In Dubai soll der Anfang gemacht werden: "Wir haben schon eine sehr gute Reichweite, aber die gilt es auszubauen in anderen Märkten."
05.01.2010, 15:51
Lesedauer: 3 Min
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Wirtschaftlicher Aufbruch mit Klaus Filbry
Von Thorsten Waterkamp

Dubai. In der Shopping Mall gegenüber des Journalistenhotels im Dubaier Stadtteil Deira gibt es Fußballtrikots zu kaufen. Die blau-roten Streifen des FC Barcelona hängen dort, auf dem Rücken steht golden MESSI. Im Shop der Fluglinie Emirates hängt das Hemd des FC Arsenal, versehen mit Schriftzug ARSHAVIN. Große Namen, die der Vereine wie die der Spieler - sie sind weltweit ein Begriff, eine Marke, ein sichtbares Zeichen erfolgreichen Marketings. Auch Werder Bremen macht sich auf den Weg, mit einer strategischen Personalentscheidung: Klaus Filbry, übernehmen Sie.

In dieser Woche hat Filbry übernommen, am Dienstag ist Werders neuer Marketing-Geschäftsführer ins Trainingslager in Dubai nachgereist. Passender könnten Ort und Anlass für die Amtseinführung kaum sein - das Bremer Wintercamp in der arabischen Glitzermetropole verkörpert den wirtschaftlichen Aufbruch des Bundesligisten. Es geht längst nicht mehr nur um die Eroberung von Pokalen und Meisterschalen, sondern um die Eroberung von Märkten, weltweit. "Wir haben jetzt in Dubai einen Beginn gemacht mit dem Mittleren Osten", sagt Filbry.

Den Weg aus der Norddeutschen Tiefebene in die Köpfe der Fußballfans in Europa hat Werder längst gemacht."Wir haben schon eine sehr gute Reichweite, aber die gilt es auszubauen in anderen Märkten." Andere Märkte, die liegen alle jenseits von Europa. Im Orient beispielsweise, im Nahen und Mittleren Osten. Oder in Fernost, in Asien. Oder in Nordamerika. Dort will Klaus Filbry, der ehemalige Adidas-Manager, Werder hinführen. Um zu wachsen, um mehr Geld zu verdienen, das man investieren kann, um sportlichen Erfolg zu haben, damit man noch populärer wird und weiter wächst und wieder neue Märkte erschließt. Damit irgendwann in den Shopping Malls neben MESSI und ARSHAVIN auch ÖZIL oder MARIN oder die Namen deren Nachfolger hängen.

Die Pläne des Klaus Filbry sind die konsequente Fortsetzung des Weges, den Werder seit einem Jahrzehnt macht. Nun geht es heraus aus Europa, dort, wo es viel Geld zu verdienen gibt für das Fußball-Unternehmen. In Dubai zum Beispiel, eine der wichtigsten wirtschaftlichen Drehscheiben des Mittleren Ostens. Nun geht es beileibe nicht nur um Trikots und Stutzen, die in den Einkaufstempeln auf den Bügeln hängen sollen. Es geht um den Verkauf von TV-Rechten, um die Marke Werder zu transportieren und dadurch vor Ort wieder interessant zu werden für Geldgeber wie Volkswagen, die den Fußball als Werbeplattform nutzen.

Für den Fußball-Bundesligisten Werder Bremen hat das Konsequenzen. Die Mannschaft muss vor Ort präsent sein wie in diesen Tagen in den Emiraten - dauerhaft. "Man muss eine Nachhaltigkeit schaffen", sagt Filbry, "es bringt nichts, wenn man sagt, wir kommen die nächsten fünf Jahre nicht wieder."

Nach Dubai wird analysiert werden. Sportlich durch Thomas Schaaf. Werblich durch Klaus Filbry "und die Partner", wie der 42-Jährige sagt. Um zu sehen, ob es im nächsten Winter wieder nach Dubai geht. Oder nach Asien. Oder nach Nordamerika. "Wir werden sicherlich versuchen, das Thema internationaler aufzustellen." Nie mehr Belek also? Das sei zwar verfrüht, aber "Dubai ist ein guter Kompromiss, mit dem man den Schritt gewagt hat".

Mit anderen Vorstellungen geht Klaus Filbry einen Schritt weiter. Vorstellungen, die Traditionalisten nicht alle schmecken mögen. Eine betrifft eine "strategische Partnerschaft" mit einem Investor, der begrenzt Anteile an Werder kaufen könnte, wie es zum Beispiel Adidas und Audi bei den Bayern getan haben. Eine andere betrifft das Weserstadion. Hatte Filbrys Vorgänger Manfred Müller den Verkauf der Namensrechte noch weitgehend ausgeschlossen, hält sich der neue Mann diese Option offen. "Das Weserstadion steht für was Besonderes", sagt Filbry zwar, doch "wenn jemand bereitet, sehr viel Geld für den Stadionnamen zu bezahlen, muss man einfach die Vor- und Nachteile abwägen".

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