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Football Leaks bei Werder
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Fischer: „Nichts Illegales getan“

Markus Peters und Nikolai Fritzsche und Andreas Lesch 11.12.2016 2 Kommentare

Klaus-Dieter Fischer hat sich zu den Football-Leaks-Enthüllungen um Werder geäußert. 
Klaus-Dieter Fischer hat sich zu den Football-Leaks-Enthüllungen um Werder geäußert.  (nordphoto)

Der frühere Werder-Präsident und -Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer hat sich zu der Honorarvereinbarung geäußert, die Werder im Jahr 2009 mit einer Briefkastenfirma geschlossen haben soll. „Ich habe den Vertrag nicht unterschrieben, bin aber sicher, dass Werder nichts Illegales getan hat“, sagte Fischer auf Anfrage.

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Werders Sportchef Frank Baumann sagte nach dem 1:0 seines Teams in Berlin, Werder habe "Mitte der Woche Kenntnis darüber erlangt, dass dort die Berichterstattung stattfinden wird. Deswegen hat man sich das natürlich angeguckt." Baumann war im Jahr 2009, wie seine heutigen Geschäftsführer-Kollegen Klaus Filbry und Hubertus Hess-Grunewald, noch nicht im Amt. Zu den umstrittenen Zahlungen im Zusammenhang mit der Vertragsverlängerung des Abwehrspielers Naldo sagte er: "Das ist, auch wenn wir damals nicht beteiligt waren, alles soweit sauber gelaufen. Deswegen gibt’s da keine weiteren Nachforschungen."

Das Gruppenbild zeigt den sechsköpfigen Werder-Aufsichtsrat im November 2016, nachdemauf der Mitgliederversammlung drei neue Mitglieder ins Kontrollgremium gewählt wurden.
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Marco Fuchs (geboren 1962): Der Jurist und Vorstandsvorsitzende des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB sitzt seit 2014 im Aufsichtsrat.
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„Spiegel Online“ hatte am Freitag berichtet, der Verein habe im Zusammenhang mit der Vertragsverlängerung des Abwehrspielers Naldo insgesamt 450.000 Euro an eine Beraterfirma mit Sitz auf den britischen Virgin Islands gezahlt. Briefkastenfirmen werden oft dazu genutzt, Steuern zu hinterziehen. Fischer sagte, der Verein habe Zahlungen an Berater abgelehnt, wenn diese den Verantwortlichen dubios vorkamen. Dass die Firma von Naldos Berater Milonja Djukic ihren Sitz auf den Virgin Islands gehabt habe, sei damals kein Grund gewesen, an Djukics Seriosität zu zweifeln.

"Bemerkenswerte Expertise" 

Im aktuellen „Spiegel“ erklärte Naldo-Berater Paulo Fernando Tonietto, einer der beiden Berater sei damals auf seinen Wunsch hin wegen dessen „bemerkenswerter Expertise“ zwischengeschaltet worden. Tonietto beteuerte, bei ihm sei alles korrekt versteuert worden. Zu seinen gelegentlichen Partnern vom Balkan mit der Firma auf den Virgin Islands „könne er natürlich nichts sagen“, so Tonietto in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins.

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Werder selbst wollte sich gegenüber dem „Spiegel“ nicht äußern, bat zunächst um Verständnis, dass eine entsprechende Recherche etwas Zeit benötige. Einen Tag später soll der Verein zu gar keinem Kommentar mehr bereit gewesen sein, schreibt das Magazin.

Vor dem Spiel in Berlin erklärte Frank Baumann, Geschäftsführer Sport, im Interview mit einem Bezahlsender, solche Zahlungen seien „nicht alltägliche Praxis“ bei Werder Bremen. 

Ungewöhnliches Vorgehen 

Der Branchenkenner Heribert Bruchhagen, zuletzt Vorstandsvorsitzender bei Eintracht Frankfurt, bezeichnete das Vorgehen von Werder Bremen im Fall Naldo als „sehr, sehr ungewöhnlich“, wollte allerdings keine Zweifel an der Seriosität der damals verantwortlichen Personen säen. Namentlich nannte Bruchhagen neben Allofs noch den damaligen Geschäftsführer für Marketing, Management und Finanzen, Manfred Müller.