Benzin Aral: Spritpreise bleiben auf hohem Niveau

Düsseldorf. Die Spritpreise bleiben auch in den kommenden Monaten hoch. Das ergab eine Einschätzung der führenden deutschen Tankstellenkette Aral.
11.05.2011, 16:10
Lesedauer: 2 Min
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Düsseldorf. Die Spritpreise bleiben auch in den kommenden Monaten hoch. Das ergab eine Einschätzung der führenden deutschen Tankstellenkette Aral.

Angesichts des deutlich gestiegenen Bedarfs in Asien und des Ausfalls in Libyen werde der Rohölpreis voraussichtlich noch einige Zeit auf hohem Niveau bleiben, sagte der Chef der Aral-Mutter BP Europa, Uwe Franke, am Mittwoch in Düsseldorf. Deshalb sei mit einem insgesamt hohen Preisniveau für alle Mineralölprodukte zu rechnen, auch beim Heizöl. Die Preisschwankungen von Tag zu Tag hätten sowohl an den Rohölmarkten als auch an den Tankstellen spürbar zugenommen.

Erst vor wenigen Tagen war der Benzinpreis in Deutschland auf eine Rekordhöhe geklettert. Mit 1,62 Euro je Liter war Superbenzin im bundesweiten Durchschnitt am 29. April so teuer wie noch nie.

Nach ADAC-Daten haben die Mineralölkonzerne mit wenigen Tagen Verzögerung den inzwischen gesunkenen Ölpreis an die Autofahrer weitergegeben. Der Preis für einen Liter Super E10 sank demnach im Vergleich zur Vorwoche um 3,6 Cent auf durchschnittlich 1,574 Euro. Diesel verbilligte sich um 5,8 Cent und kostet derzeit im bundesweiten Mittel 1,389 Euro.

BP Europa wies die Kritik an den Mineralölkonzernen wegen hoher Spritpreise vor allem an Feiertagen und zur Ferienzeit entschieden zurück. "Diese Kritik ist schlicht unberechtigt, ist populistisch und in keiner Weise richtig", sagte Franke. 2010 sei der Wettbewerb im deutschen Tankstellenmarkt noch intensiver geworden. Das zeigten die starken Preisschwankungen, die ein Rekordniveau erreichten.

Die Akzeptanz des Biosprits E10 habe zumindest bei Aral wieder zugenommen. An den Tankstellen, an denen E10 angeboten wird, habe der Anteil dieses Biosprits am Benzin kurz nach der Einführung bei 40 bis 50 Prozent gelegen, sagte Aral-Chef Stefan Brok. Während der heftigen öffentlichen Debatte sei die Quote auf ungefähr 20 Prozent gesunken, inzwischen liege sie bei etwa 30 Prozent. "E10 wird in der Zukunft das führende Benzinprodukt sein. Da bin ich ganz sicher", betonte er.

Das Aral-Tankstellennetz umfasst bundesweit gut 2500 Stationen. Der Marktanteil am Kraftstoffabsatz in Deutschland habe 2010 bei 23,5 Prozent gelegen. E10 werde derzeit an rund 1300 Aral-Stationen angeboten, bis Jahresende soll es im gesamten Aral-Netz zu erhalten sein. An den rund 1300 Aral-Stationen, an denen der Bio-Sprit schon verfügbar ist, werde nun außerdem wieder das gewohnte Superbenzin (E5, fünf Prozent Ethanol und 95 Oktan) eingeführt. Das hatte Aral bereits vor einem Monat angekündigt und mit Kundenwünschen begründet.

E10 sorgt aber weiter für schlechte Stimmung: Die mittelständische Mineralölwirtschaft fühlt sich von der Politik unfair behandelt. So könnten die Tankstellenbetreiber die E10-Quote nicht erfüllen, die ihnen gesetzlich auferlegt wurde, weil die Nachfrage zu gering sei. "Wir haben von der Politik einen Schlag ins Gesicht bekommen", sagte Deinhard Dittert vom Bundesverband Freier Tankstellen.

Der Absatz von BP in Deutschland sank 2010 um 4,5 Prozent auf 27,4 Millionen Tonnen Mineralölprodukte - gegen den Trend. Man habe auf einige margenschwache Randgeschäfte verzichtet. Der Bruttoumsatz (mit Energiesteuer) stieg um 17 Prozent auf 44,2 Milliarden Euro.

Der Gewinn in Deutschland schoss um schätzungsweise 50 Prozent auf rund 450 Millionen Euro in die Höhe. Kostensenkungen zahlten sich aus. Das Raffineriegeschäft in Deutschland sei nach roten Zahlen 2009 wieder in der Gewinnzone. Die BP-Mitarbeiterzahl ging hierzulande um gut 100 auf knapp 5200 Ende 2010 zurück. (dpa)

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