Kommentar zum Wirtschafts-Nobelpreis

Armut besser verstehen

Mehr solcher Forschung wäre höchst wünschenswert, um Armutsbekämpfung zielgerichtet und erfolgversprechend zu betreiben, meint Wirtschaftsredakteur Philipp Jaklin.
14.10.2019, 17:39
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Armut besser verstehen
Von Philipp Jaklin
Armut besser verstehen

Goldene Medaille für drei Armutsforscher: der Wirtschafts-Nobelpreis 2019.

Lovisa Engblom/The Nobel Foundation/dpa

Geht es um die Bekämpfung von Armut, ist oft Ideologie im Spiel. Oder zumindest eine politische Orientierung, die sich zu einfacher Formeln bedient. Dies gilt insbesondere für Weltregionen, in denen Menschen in besonders großer Armut leben, weil sie mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen.

Den diesjährigen Wirtschafts-Nobelpreis erhalten drei Wissenschaftler, die sich damit nicht zufrieden geben wollen. Die drei Ökonomen Esther Duflo, Abhijit Banerjee und Michael Kremer erhalten diese Auszeichnung gewissermaßen für einen Perspektivwechsel: Die drei wollten es sehr genau wissen, sie sind den Ärmsten in die Dörfer, Slums und Hinterhöfe gefolgt. Akribisch haben sie Daten gesammelt, um besser zu verstehen, wie Armut entsteht, sich verfestigt oder abgemildert werden kann.

Mehr solcher Forschung wäre höchst wünschenswert. Denn so sehr Armut strukturelle Gründe hat, so individuell und zielgerichtet sind erfolgversprechende Versuche, sie zu lindern. Die Entwicklungsökonomie kann viel dazu beitragen – nicht mit Patentrezepten, sondern mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Praxis.

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