Arbeitsmarkt Aufatmen nach Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt

Nürnberg. Das Aufatmen über den Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt ist deutlich zu hören: Von einem «Fels in der Brandung» spricht Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) verbucht die Entwicklung als Erfolg für die soziale Marktwirtschaft.
29.04.2010, 17:20
Lesedauer: 2 Min
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Nürnberg. Das Aufatmen über den Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt ist deutlich zu hören: Von einem «Fels in der Brandung» spricht Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) verbucht die Entwicklung als Erfolg für die soziale Marktwirtschaft.

Nach dem langen und frostigen Winter ist die Zahl der Arbeitslosen im April überraschend stark um 162 000 auf 3 406 000 gesunken. Damit sind 178 000 Menschen weniger auf Jobsuche als noch vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg berichtete.

«Das ist angesichts der konjunkturellen Rahmenbedingungen eine erfreuliche Entwicklung», kommentierte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Auch der stellvertretende Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, lobte, dass die Strategie mit Kurzarbeit und dem Abbau von Arbeitszeitkonten aufgegangen sei. Die Beschäftigten hätten dabei durch Lohnverzicht einen großen Beitrag geleistet. «Bei anderen, wie den Banken, steht der Beitrag zur Beteiligung an den immensen Kosten der Krise noch aus», betonte Heil.

Konjunkturbedingte Verbesserung

Wie sich der Arbeitsmarkt künftig entwickelt, ist weiterhin nicht sicher. «Wir sind noch nicht über den Berg», warnte von der Leyen. «Ohne die Entlastung durch die Kurzarbeit stünde der Arbeitsmarkt auch in dieser April-Bilanz nicht so gut da. Im Umkehrschluss bedeutet das: Bei zunehmender wirtschaftlicher Erholung werden Unternehmen zunächst nur zurückhaltend einstellen.» Hinzu komme die schwer einzuschätzende Lage der Weltwirtschaft. Selbst die in Europa engagierten Unternehmen müssten mit Unbekannten wie Länderrisiken, dem Verhalten der Banken, dem Zugang zu Firmenkrediten und der Solvenz von Exportkunden kalkulieren.

Dennoch ist die Arbeitslosenquote im April um 0,4 Punkte auf 8,1 Prozent gesunken (Vorjahr 8,6 Prozent). Auch die saisonbereinigte Zahl der Jobsuchenden ging um 68 000 auf 3,285 Millionen nach unten. «Dies lässt auf eine konjunkturbedingte Verbesserung am Arbeitsmarkt schließen», erläuterte die BA. Allerdings hätten sich auch die frühen Osterferien bemerkbar gemacht - anders als im Vorjahr zählten die Einstellungen zum Ende der Ferien in diesem April schon mit.

Kurzarbeit mildert Folgen

Dass die Folgen der Wirtschaftskrise weiterhin moderat sind, liegt vor allem an der Kurzarbeit. Doch selbst auf diese Notlösung müssten die Unternehmen inzwischen nicht mehr so oft zurückgreifen, erläuterte BA-Vorstand Raimund Becker. Während im Januar noch 80 000 Anzeigen für Kurzarbeit eingingen, waren es im April wohl nur noch 40 000 bis 45 000. «Da scheint eine Beruhigung zu sein.»

Nach jüngsten Schätzungen der BA für den Anfang des Jahres arbeiteten rund 850 000 Menschen aus konjunkturellen Gründen weniger als sonst. Auf dem bisherigen Höchststand im Mai 2009 waren es noch 1,516 Millionen gewesen.

Teilzeitbeschäftigung steigt an

Trotz der spürbaren Verbesserung der Auftragslage lag die Zahl der Erwerbstätigen nach den neusten Daten vom März mit 39,91 Millionen noch um 86 000 unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum Vormonat legte sie jedoch um 104 000 zu. Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wies die Statistik mit 27,23 Millionen (letzter Stand vom Februar) im Jahresvergleich einen Rückgang um 74 000 aus. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten ging sogar noch stärker zurück, doch wurde dies in der Statistik durch einen Anstieg der Teilzeitbeschäftigten zum Teil kompensiert.

Zum Tragen kam auch eine Änderung der Statistik im vergangenen Mai - ohne diesen Sondereffekt läge die Zahl der Arbeitslosen sogar minimal über dem Vergleichswert vom April 2009. Diese Verschiebung bestätigt sich auch in der konstant gebliebenen Unterbeschäftigung. Als unterbeschäftigt gelten neben Arbeitslosen etwa auch Ein-Euro- Jobber oder kranke Menschen. (dpa)

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