Autobauer soll zahlen Sammelklage gegen Daimler

VW musste bereits zahlen - jetzt wollen die Verbraucherschützer im "Dieselskandal" auch für Daimler-Kunden vor Gericht ziehen. Es geht um möglicherweise manipulierte Abgaswerte bei bis zu 50.000 Fahrzeugen.
04.11.2021, 18:38
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Von cb

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat das Klageregister für eine Sammelklage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) gegen den Autohersteller Daimler eröffnet. Besitzer bestimmter Mercedes-Modelle können sich dort eintragen lassen, um an der Klage teilzunehmen. Es geht um Schadensersatzforderungen wegen möglicher Manipulationen an der Motorensoftware, mit denen Abgasmessungen verfälscht worden sein sollen. Daimler weist die Vorwürfe zurück.

Betroffen sind nach Angaben des VZBV bis zu 50.000 Fahrzeuge der GLC- und GLK-Klasse. Diese wurden auf Anordnung des Kraftfahrtbundesamtes seit 2018 in die Werkstätten zurückgerufen, weil sie über illegale Abschalteinrichtungen verfügen sollen. Diese hätten dafür gesorgt, dass die Fahrzeuge auf dem Teststand die gesetzlichen Abgaswerte einhalten, im Straßenverkehr aber nicht, so der Vorwurf.

Der Hersteller VW musste im "Dieselskandal" bereits zehntausende Kunden entschädigen. Ähnliches will die Verbraucherzentrale jetzt für Daimler-Kunden erreichen. Die Musterfeststellungsklage wurde bereits im Juli eingereicht. Mit ihr soll grundsätzlich geklärt werden, ob Daimler illegale Abschalteinrichtungen in bestimmten Fahrzeugmodellen eingebaut hat. Ein solches Urteil könnte dann die Grundlage für Schadensersatzzahlungen an die betroffenen Autobesitzer sein.

Das Bundesamt für Justiz hat die Klage jetzt in ihrem Klageregister veröffentlicht. Wenn sich dort in den kommenden zwei Monaten mindestens 50 Betroffene eintragen lassen, kann der Prozess beginnen. "Verbraucherinnen und Verbraucher haben jetzt die Chance, sich der Klage anzuschließen, ohne alleine vor Gericht ziehen zu müssen oder Prozesskostenrisiken zu tragen“, sagte VZBV-Vorstand Klaus Müller laut einer Mitteilung des Verbandes. Die Verbraucherzentrale informiert auf ihrer Internetseite www.musterfeststellungsklagen.de/daimler über das Verfahren.

Daimler hält die Vorwürfe für "unbegründet", teilte ein Sprecher mit,  man werde sich "weiterhin dagegen zur Wehr setzen". (cb)

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