Wegen Hitze und Trockenheit

Bauernverband beklagt unterdurchschnittliche Ernte 2019

Die extreme Dürre von 2018 steckt vielen betroffenen Bauern noch in den Knochen - und in den Bilanzen. Auch in diesem Jahr waren die Bedingungen teils nicht ideal. Was bedeutet das für die Ernte?
23.08.2019, 05:23
Lesedauer: 2 Min
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Bauernverband beklagt unterdurchschnittliche Ernte 2019

Im Vergleich zur «Missernte» im vergangenen Jahr könnte das Ertragsniveau der Bauern wieder leicht steigen.

Henning Kaiser / dpa

Ungünstiges Wetter hat Landwirten in manchen Teilen Deutschlands erneut zu schaffen gemacht - eine Bilanz der Ernte 2019 stellt der Bauernverband heute vor. Angesichts von Hitze und Trockenheit in einigen Regionen zeichneten sich wieder Einbußen und eine unterdurchschnittliche Erntemenge ab, wie es zuletzt Ende Juli hieß. Damals hatte der Verband seine Erwartungen noch heruntergesetzt und ging von einer Menge von 44 Millionen bis 45 Millionen Tonnen Getreide aus. Das läge klar unter dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 von rund 48 Millionen Tonnen.

Im Vergleich zur „Missernte“ wegen der Dürre im vergangenen Jahr dürfte das Ertragsniveau nun im Schnitt aber besser ausfallen, erläuterte der Verband Ende Juli. Laut amtlichem Erntebericht des Bundesagrarministeriums war 2018 mit rund 35 Millionen Tonnen eine extrem niedrige Getreideernte eingefahren worden. Ministerin Julia Klöckner (CDU) hatte die Ernteschäden als Ereignis „nationalen Ausmaßes“ eingestuft. Stark betroffen waren der Norden und Osten.

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Bauernpräsident Joachim Rukwied verwies auf die große Herausforderung des Klimawandels für die Landwirtschaft. Im Juni und Juli habe es nun in einigen Regionen Tage mit bis zu 40 Grad gegeben, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Das drückt natürlich am Ende Erträge.“ Andere Regionen hätten dagegen genügend Niederschlag gehabt. „In Summe stellen wir fest, dass die Wetterextreme zunehmen.“ So gebe es mehr Perioden mit Hitze und Trockenheit, 2017 sei dagegen eher feucht gewesen. Das mache es schwierig, widerstandsfähige Pflanzensorten auszuwählen.

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Bauern mit existenzbedrohenden Finanznöten wegen der Dürre 2018 haben inzwischen rund 228 Millionen Euro staatliche Hilfen bekommen. Die größte Einzelsumme aus dem Bund-Länder-Programm entfiel mit Stand 31. Juli auf Brandenburg mit 69,7 Millionen Euro. Auszahlungen sind noch bis 31. August möglich. Bund und Länder hatten Hilfen von jeweils bis zu 170 Millionen Euro zugesagt. Daran beteiligten sich 14 Länder. Auch in diesem Jahr sollen Viehhalter mit knappen Futtervorräten wegen Trockenheit wieder zusätzliche Flächen nutzen können. Das Ministerium legt seinen Erntebericht am 29. August vor.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter forderte Klöckner auf, eine Ackerbaustrategie vorzulegen. „Viele Bäuerinnen und Bauern stehen das zweite Jahr in Folge vor einer existenzbedrohenden Situation, während Agrarministerin Klöckner mit leeren Händen dasteht“, sagte Hofreiter der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). Spätestens nach dem Dürresommer 2018 hätte das Landwirtschaftsministerium „alle Register ziehen müssen, um schnell einen Plan für einen zukunftsfähigen, klimarobusten Ackerbau vorzulegen“. (dpa)

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