Elektro Bauknecht-Mutter Whirlpool streicht 5000 Jobs

Benton Harbor/Stuttgart. Wegen einer schwächelnden Nachfrage nach Haushaltsgeräten streicht der weltgrößte Hersteller Whirlpool mehr als 5000 Stellen. Am härtesten trifft es die Mitarbeiter in Europa und Nordamerika - hier fällt jeder zehnte Arbeitsplatz weg, wie der Konzern mit Hauptsitz in den USA am Freitag mitteilte.
28.10.2011, 15:10
Lesedauer: 2 Min
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Benton Harbor/Stuttgart. Wegen einer schwächelnden Nachfrage nach Haushaltsgeräten streicht der weltgrößte Hersteller Whirlpool mehr als 5000 Stellen. Am härtesten trifft es die Mitarbeiter in Europa und Nordamerika - hier fällt jeder zehnte Arbeitsplatz weg, wie der Konzern mit Hauptsitz in den USA am Freitag mitteilte.

Auch das Bauknecht-Werk im saarländischen Neunkirchen ist betroffen. Die Geschirrspüler-Fertigung wird - wie bereits bekannt - im Januar nach Polen verlagert. Die Mitarbeiter in Neunkirchen haben aber Glück im Unglück: Der Autozulieferer ZF übernimmt das Werk und baut dort Komponenten für Automatikgetriebe. 240 von 280 Beschäftigten werden übernommen, die restlichen gehen in den Ruhestand.

Am baden-würtembergischen Bauknecht-Standort Schorndorf fallen - wie bereits seit April bekannt - rund 200 Stellen weg, weil die dortige Produktion von großen Waschmaschinen für den US-Markt auf eine Schicht schrumpft. Eine Bauknecht-Sprecherin sagte am Freitag, dass ihr neben diesen beiden bekannten Entscheidungen keine neuen Pläne für Stellenabbau bekannt seien. Was die übrigen Standorte in Europa angehe, habe sie keine Informationen.

"Wir haben während des Quartals branchenweit eine geringere Nachfrage als erwartet verspürt, zudem sind die Materialpreise gestiegen", begründete Whirlpool-Chef Jeff Fettig in Benton Harbor (US-Bundesstaat Michigan) die harten Einschnitte. In den Industrienationen habe sich die schwache Wirtschaft bemerkbar gemacht, und auch in den Schwellenländern sei die Kauflust gesunken.

Whirlpool ist die Nummer eins der Hausgeräte-Hersteller. Neben Bauknecht gehören Maytag oder KitchenAid zum US-Konzern. Im dritten Quartal stieg der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 2 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Mehr als die Hälfte des Geschäfts macht Whirlpool dabei im Heimatmarkt Nordamerika und ein Viertel in Lateinamerika. Der Konzerngewinn verdoppelte sich auf unterm Strich 177 Millionen Dollar. In der Region Europa/Naher Osten/Afrika machte Whirpool allerdings einen operativen Verlust von 12 Millionen Dollar (8 Mio Euro).

Die Tochter Bauknecht Hausgeräte GmbH wies in ihrer Bilanz für 2010 einen Umsatz von gut einer halben Milliarde Euro aus und verbuchte unter dem Strich 751 000 Euro Gewinn. Vor allem wegen der verringerten Produktion schrumpfte die Personaldecke auf durchschnittlich 1 414 Mitarbeiter - 147 weniger als 2009. (dpa)

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