USA Beschwerden über Toyota-Reparaturen nehmen zu

Washington/Torrance. Die Klagen über nutzlose Pedalreparaturen bei Toyota häufen sich. Mittlerweile liegen der Behörde für Verkehrssicherheit in den USA 60 Beschwerden von Autofahrern vor, die angeben, dass ihre Wagen immer noch ohne ihr Zutun beschleunigen.
05.03.2010, 17:51
Lesedauer: 2 Min
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Washington/Torrance. Die Klagen über nutzlose Pedalreparaturen bei Toyota häufen sich. Mittlerweile liegen der Behörde für Verkehrssicherheit in den USA 60 Beschwerden von Autofahrern vor, die angeben, dass ihre Wagen immer noch ohne ihr Zutun beschleunigen.

Mitte der Woche waren es erst 10 Beschwerden gewesen. Toyota versprach in der Nacht zu Freitag, sich mit den Besitzern in Verbindung zu setzen und die Fälle zu untersuchen. Bislang gebe es jedoch keinen Beleg dafür, dass die Reparaturmaßnahmen nicht griffen, betonte der Hersteller.

Toyota schließt weiterhin kategorisch aus, dass der Fehler in der Elektronik statt in der Mechanik zu suchen ist. Bei der Reparatur wird ein Distanzstück am Gaspedal eingesetzt, das die Reibung verringern und die Zugkraft der Rückholfeder erhöhen soll. So soll ein Klemmen vermieden werden. Auch in der Vergangenheit seien viele Beschwerden letztlich nicht nachvollziehbar gewesen, merkte der japanische Konzern an.

«Wir gehen der Sache auf den Grund», kündige der Chef der Verkehrssicherheitsbehörde, David Strickland, an. Seine Mitarbeiter hatten sich bereits mit den ersten Autofahrern kurzgeschlossen, die sich beschwert hatten. Ergebnisse sind aber noch nicht öffentlich geworden.

Die Kongressabgeordneten Bart Stupak und Henry Waxman verlangten am Freitag, dass Toyota ihnen schlüssige Nachweise vorlegt, warum die Elektronik als Fehlerquelle ausscheidet. Bislang, so ihr Vorwurf, sei Toyota entsprechende Dokumente schuldig geblieben. Die beiden Parlamentarier leiten einen der Ausschüsse, die das Toyota-Debakel aufklären sollen.

In den Anhörungen der letzten beiden Wochen waren die Zweifel daran gestiegen, dass es sich bei dem ungewollten Beschleunigen um ein rein mechanisches Problem handelt. Toyotas US-Statthalter James Lentz musste einräumen, dass es für die Mehrzahl der gemeldeten Vorfälle keine Erklärung gebe. Verkehrsminister Ray LaHood versprach mehrfach Aufklärung.

Die US-Behörde für Verkehrssicherheit bringt inzwischen 52 Tote mit der Pannenserie bei Toyota in Verbindung. Sie steht aber selbst unter Beschuss. Einzelne Kongressabgeordnete werfen ihr vor, zu eng mit der Industrie verflochten zu sein und zu lax auf die Pannenserie bei Toyota reagiert zu haben. Zwei ehemalige Behördenmitarbeiter arbeiten inzwischen für den japanischen Konzern.

Weltweit ruft Toyota mehr als acht Millionen Autos zurück, um Gaspedale und Fußmatten bei ihnen zu richten. Drei von vier der betroffenen Fahrzeuge sind in den USA zugelassen. Wegen kurzzeitig aussetzender Bremsen müssen knapp eine weitere halbe Millionen Hybridwagen in die Werkstätten. (dpa)

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