Auto Betriebsrat will bei Porsche-Chefwechsel mitreden

Stuttgart. Bei dem offiziell noch nicht bestätigten Wechsel an der Porsche-Spitze pocht der Betriebsrat des Sportwagenherstellers auf die Unabhängigkeit des Unternehmens.
27.06.2010, 12:20
Lesedauer: 1 Min
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Stuttgart. Bei dem offiziell noch nicht bestätigten Wechsel an der Porsche-Spitze pocht der Betriebsrat des Sportwagenherstellers auf die Unabhängigkeit des Unternehmens.

«Ich bin dafür, dass die Eigenständigkeit von Porsche in jeder Hinsicht erhalten bleibt und betone, dass im Aufsichtsrat der Porsche AG über das Thema Michael Macht noch nicht gesprochen worden ist», sagte Porsche- Betriebsratsvorsitzender und Aufsichtsrats-Vizechef Uwe Hück der Branchenzeitung «Automobilwoche». Nach Informationen aus Konzernkreisen soll der VW-Manager Matthias Müller neuer Porsche-Chef und damit Nachfolger von Michael Macht werden.

Derzeit leitet Müller (57) in Wolfsburg das VW-Ressort für die Produktstrategie und -planung und berichtet direkt an Konzernchef Martin Winterkorn. Hücke sagte dem Branchenblatt dazu weiter: «Und wenn wir eine Entscheidung über die Unternehmensspitze treffen sollten, dann werden wir das ausschließlich im Sinne des Unternehmens Porsche und der Belegschaft tun». Müller und Hück gelten beide als nicht gerade zimperlich in ihren Umgangsweisen, deshalb wird mit Spannung erwartet, wie beide miteinander auskommen werden.

Müllers Stab sei nach einem internen VW-Papier, das der «Automobilwoche» vorliege unter anderem zuständig für die Definition von Leitplanken und Schnittstellen im Modellprogramm der Konzernmarken, inklusive Anbahnung und Managen von Kooperationen. Auch seine Erfahrungen rund um Fahrzeuge, Baukästen, Plattformen von VW könnte Müller bei Porsche nutzen. Der bisherige Porsche-Chef Macht wird als Nachfolger von VW-Produktionsvorstand Jochem Heizmann gehandelt. Heizmann ist als Chef des neu zu formierenden Nutzfahrzeuggeschäfts von VW im Gespräch.

Der wahrscheinliche Wechsel an der Porsche-Spitze ist ein weiteres Indiz dafür, dass VW-Chef Winterkorn und VW- Aufsichtsratsvorsitzender und Porsche-Miteigner Ferdinand Piëch das Spitzenmanagement bei den Schwaben mit Vertrauten aus den eigenen Reihen besetzen will. Nach dem verlorenen Machtkampf mit Volkswagen mussten bereits Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzvorstand Holger Härter im vergangenen Sommer ihren Hut nehmen. Die Sportwagenschmiede soll ab 2011 als zehnte Marke in den VW- Konzern integriert werden. (dpa)

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